Sendenhorst
"Kein Versorgungsnotstand in Albersloh"

Mittwoch, 17.10.2007, 06:10 Uhr

Albersloh . Der Arbeitskreis „Hallo Albersloh“ hat noch viele Fragen zu den bislang vorliegenden Ergebnissen und Schlussfolgerungen des Einzelhandelsgutachtens . Bei seinem jüngsten Treffen war die Expertise das wichtigste Thema, berichten die Arbeitskreismitglieder Ludger Sandknop, Reinhard Drepper , Claudia Mersmann und Andrea Lütteke-Dalinghaus, die anschließend einen Brief an Bürgermeister Berthold Streffing verfasst haben, in dem sie ihre Bedenken äußern und einige Fragen zu Verfahren stellen. Zentrales Anliegen des Arbeitskreises: Ein Supermarkt im projektierten Baugebiet im Kohkamp würde zu weit vom Ortskern entfernt liegen, was unter anderem zur Folge habe, „dass die Mitte ausbluten würde“. Ein Leerstand in Geschäftslokalen und weit weniger Betrieb im Dorf insgesamt wären Konsequenzen für die Zukunft.

Der Arbeitskreis hatte sich im vergangenen Jahr gebildet, um die Ortsentwicklung voranzutreiben beziehungsweise zu optimieren. „Uns liegt sehr daran, nicht nur aus geschäftlichen und existenziellen Gründen, die Lebendigkeit im Dorf zu erhalten. Wir wollen hier weiterhin gerne wohnen bleiben. Eine gute Infrastruktur bereichert und vereinfacht das tägliche Leben im Dorf“, schreiben die vier Arbeitskreismitglieder an den Bürgermeister.

Bei dem Treffen habe sich unter anderem die Frage gestellt, wieso in einem kleinen Ort wie Albersloh ein Radius von 600 Metern, die zu Fuß bewältigt würden, von dem Planungsbüro für die Ansiedlung eines neuen Supermarktes als vertretbar gewertet werde. „Von wo aus wird das Radius angelegt?“, fragen die Arbeitskreismitglieder. 600 Meter etwa bis zum Zentrum seien deutlich zu weit gefasst. „Wo ist die Zentralität, die in den Ausführungen der Gutachter eine hervorgehobene Rolle spielen soll, wenn der Markt an den Ortsrand kommt? Widersprüchlicher geht es kaum noch“, schreibt der Arbeitskreis dem Bürgermeister.

Auch andere Fragen, etwa zur möglichen Überquerung der Schienentrasse und Verbindungen zu bestehenden Baugebieten seien bislang unbeantwortet geblieben. Wenn ein neuer Supermarkt angesiedelt werden soll, dann an der Wolbecker Straße.

Dabei stellt sich den Arbeitskreismitgliedern aber generell die Frage, ob die Errichtung eines neuen Supermarkts derzeit überhaupt notwendig sei, denn es gebe in Albersloh „keinen Versorgungsnotstand, wie manche es uns hier einreden wollen“. Die Inhaber des bestehenden Markts am Kirchplatz seien „sehr bemüht“, ein breites Sortiment zu bieten und auch Sonderwünsche zu erfüllen.
Verglichen mit Nachbarorten wie Rinkerode, Alverskirchen oder Angelmodde-Dorf sei Albersloh „gut versorgt“. Und: „Lieber einen kleinen Markt in der Mitte als ein großer, sicherlich moderner Markt auf dem Kohkamp, der womöglich bei nicht ausreichend verkauften Grundstücken – was zu befürchten ist – nicht genügend Umsatz bringt und schließen muss“, meinen die Arbeitskreismitglieder.

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