Sendenhorst
Masern: Lehrer sammeln Impfausweise ein

Donnerstag, 29.11.2007, 13:11 Uhr

Wolbeck/Albersloh. Masern-Erkrankungen sind derzeit am Wolbecker Schulzentrum ein großes Thema. Alarmiert wurde die Albersloher Schulpflegschaftsvorsitzende des Gymnasiums, die Ärztin Dr. Petra Schulte , bereits im Mai. Damals erkrankten einige Schüler an zwei Gymnasien in Münster an Masern . Infolgedessen wurden drastische Maßnahmen ergriffen, um die Kinderkrankheit sich nicht weiter ausbreiten zu lassen. Deshalb Petra Schulte zusammen mit Schulleiterin Edith Verweyen-Hackmann Kontakt zum münsterischen Gesundheitsamt auf. Die Idee für eine „Masern-Impf-Aktion“ war geboren. Dazu fand nun ein Elternabend statt.

Die Veranstaltung war gleichzeitig der münsterische Auftakt zu der landesweiten Impfkampagne, die zum Ziel hat, sämtliche weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen zu sensibilisieren und Masern-Impfmaßnahmen zu fördern.

„Ich selbst habe mich im Mai gegen Masern impfen lassen“, erklärte Dr. Axel Iseke vom Gesundheitsamt Münster, der als Referent in die Schule gekommen war. Viele Menschen wüssten gar nicht, ob sie geimpft seien oder nicht. Der Impfpass sollte daher immer griffbereit aufbewahrt werden. Oft wüssten die an Masern Infizierten auch nicht, dass sie die Erreger vor Ausbruch der Krankheit bereits in sich tragen. In dieser Zeit sind sie auch höchst ansteckend. Auch in Münster habe es im vergangenen Jahr zwei Todesfälle gegeben. Die Impfrate in Nordrhein-Westfalen liege bei unter 90 Prozent. Deutlich zu niedrig, finden die Impf-Befürworter.

„Wir jagen jeden Fall von Masern“, verwies der Arzt auf den Duisburger Masernausbruch hin, bei dem lediglich die nicht geimpften Kinder erkrankten. Untersuchungen hätten ergeben, dass etwa zehn bis 15 Prozent der Masernerkrankungen zu schweren Komplikationen, teilweise mit Spätfolgen oder auch mit Todesfolge, führten.

„Ohne Eltern geht es nicht“, weiß Dr. Axel Iseke aus der Erfahrung. Ohne Impfpass durfte kein Schüler das Schulgelände betreten. Das führte dazu, dass Klassenfahrten zu kippen drohten. Selbst das Zentralabitur stand in Frage.

Damit sich dieses nicht wiederhole, und um schwere Erkrankungen zu verhindern, sammelten die Lehrer am Mittwoch die Impfpässe der Wolbecker Schüler ein, um sie dann dem Gesundheitsamt zur Kontrolle zu übergeben.

Ziel sei, eine schulinterne Datenbank anzulegen, damit bei Ausbruch der Masern die geimpften Kinder an Klassenarbeiten oder geplanten Ausflügen teilnehmen könnten. Auch Impfungen durch das Gesundheitsamt sollen in der Schule angeboten werden.

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