Sendenhorst
Grenze des Ehrenamtes erstmals überschreiten

Samstag, 21.03.2009, 06:03 Uhr

Sendenhorst - Den Schritt auf ein neues Jahrhundert zu - nicht kalendarisch, aber vereinsgeschichtlich - möchte der Hauptvorstand der SG Sendenhorst machen, wenn er am kommenden Freitag in der Mitgliederversammlung der SG Sendenhorst organisatorisches Neuland betreten möchte. Dann nämlich will der SG-Vorstand um den Vorsitzenden Franz-Josef-Reuscher, den zweiten Vorsitzenden Friedhelm Fabian und Geschäftsführer Tobias Hurtig der Versammlung das Konzept zur Einrichtung einer Geschäftsstelle mit einem hauptamtlichen Geschäftsstellenleiter vorstellen und zur Abstimmung vorlegen. Ob es gelingt, die Zustimmung für dieses Projekt zu bekommen, ist dabei noch lange nicht sicher, weiß Franz-Josef Reuscher , dass es eine intensive Diskussion um dieses Thema in der SG gibt. Doch er hofft, die Mitglieder überzeugen zu können, dass die Einrichtung einer solchen Geschäftsstelle geboten ist.

„Wir würden damit zum ersten Mal in der SG-Geschichte über die Grenzen der Ehrenamtlichkeit hinaustreten“, erklärt Reuscher. „Aber wir möchten damit auch das Ehrenamt sowohl entlasten, als auch absichern.“

Die Geschäftsstelle soll zunächst für ein Jahr auf Probe eingerichtet werden, erläutert Reuscher. In diesem Jahr könne man Erfahrungen mit dieser Verwaltungsstelle machen und sich dann überlegen, ob man die Vereinssatzung dahingehend ändern will, eine solche Geschäftsstelle zur verankern. Denn bislang ist diese Einrichtung in der Satzung der SG Sendenhorst nicht vorgesehen. Dort gibt es einen Geschäftsführer. „Und den wird es für die Probezeit auch weiter geben“, betont Reuscher.

Doch wer sich anschaue, welchen Wust an Verwaltungsarbeit von der Verwaltung von knapp 3000 Mitgliedern über Versicherungsfragen bis hin zu Umsatzsteuer-, Körperschaftssteuer- und Einkommensteuer-Angelegenheiten und zahlreichen organisatorischen Dingen wie der Abstimmung von Hallenzeiten mit der Stadt und mit den Abteilungen untereinander oder der Organisation des SG-Angebotes im Rahmen der offen Ganztagsgrundschule und des Breitensportangebotes der Geschäftsführer zu bewältigen habe, der könne bestimmt nachvollziehen, dass man an dieser Stelle eine Veränderung anstreben müsse, erklärt der SG-Vorsitzende weiter: „Das ist ehrenamtlich nicht mehr zuzumuten.“ Durch immer weiter zunehmende Bürokratisierung werde die Verwaltungsarbeit immer umfangreicher. Außerdem sei ein Sportverein ja nur noch zu einem gewissen Anteil ein Sportverein. Durch die jährlichen Steuererklärungen und noch zuletzt bei einem Seminar zum Thema „Umsatzsteuer“ habe er erkennen müssen, so Reuscher, dass es sich bei Sportvereinen eigentlich um einen gewerblichen Betrieb handelt.

Das „Geschäftsstellen-Konzept“ sieht vor, zum Einstieg zunächst eine Kraft auf 400-Euro-Basis mit 40 Stunden im Monat zu beschäftigten. Auch ein zentrales Büro, in dem dann alle organisatorischen Dinge zusammenlaufen sollen, soll eingerichtet werden. Auch einen personellen Vorschlag will der Hauptvorstand der Versammlung am Freitag schon vorlegen. „Wir werden Thomas Erdmann als Geschäftsstellenleiter vorschlagen“, berichtet Reuscher. Erdmann kennt die Aufgaben aus seinen Jahren als SG-Geschäftsführer und müsste daher nicht erst lange eingearbeitet werden, begründet Reuscher. Erdmann könne dann in einem Jahr auch einen fundierten Erfahrungsbericht vorlegen.

Letztlich muss in der Sitzung am Freitag auch geklärt werden, wie eine Geschäftsstelle finanziert werden kann. „Wir benötigen dafür im Minimum 2,50 Euro pro Mitglied pro Jahr“, rechnet Franz-Josef Reuscher. „Das ist die unterste Grenze und dann müssen wir schon sehr kreativ sein, um das damit hinzubekommen.“

Mitte Januar stellte der SG-Hauptvorstand seine Idee bei einer Versammlung aller elf Abteilungsvorstände vor. Bis zu den Abteilungsversammlungen, die inzwischen alle stattgefunden haben, sollte diese dann in der SG diskutiert werden. Und nun sieht der SG-Vorstand der Mitgliederversammlung am Freitag mit Spannung entgegen. Die Vorbereitungen zur Hauptversammlung sind inzwischen abgeschlossen. Je nach Abstimmungsergebnis zur Geschäftsstelle wurden sogar zwei personelle Varianten für die in der Tagesordnung dann folgenden Wahlen zum Vorstand erarbeitet.

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