Sendenhorst
Sogar Gäste aus Kopenhagen

Sendenhorst/Albersloh - Eva Maria Jansen strahlt. Dennoch sie ist irgenwie auch ganz froh, dass die anstrengenden Wochen des „Ostergartens“ jetzt zu Ende sind. Kein Wunder, hat sie doch bereits während des einwöchigen anstrengenden und spannenden...

Montag, 20.04.2009, 09:04 Uhr

Sendenhorst / Albersloh - Eva Maria Jansen strahlt. Dennoch sie ist irgenwie auch ganz froh, dass die anstrengenden Wochen des „ Ostergartens “ jetzt zu Ende sind. Kein Wunder, hat sie doch bereits während des einwöchigen anstrengenden und spannenden Aufbaus der Ausstellung kaum - beziehungsweise recht wenig - geschlafen. Auch während der dreiwöchigen Ausstellungszeit, die gestern zu Ende ging, war die Aula der Realschule fast ein zweites Zuhause für sie geworden.

Die Pastoralreferentin empfindet aber nur positiven Stress: „Ich muss aufpassen, dass ich nicht abhebe. Ich hatte keine rechte Vorstellung, wie viele Besucher der ,Ostergarten anzieht.“ Sie weiß nur, wie begeistert und ergriffen sie bei dem Besuch ihres ersten „Ostergartens“ in Süddeutschland vor einigen Jahren war. Dass Mitorganisatorin Margret Wilpert und sie in der vergangenen Woche sogar die Öffnungszeiten und die Gruppengrößen auf Grund des hohen Besucherandrangs erweitern mussten, habe ihre Erwartungen absolut übertroffen. Etwa 5500 Besucher aus Nah und Fern, schätzt sie, haben den „Ostergarten“ in Sendenhorst besucht. Darunter auch Gäste aus Kopenhagen und Potsdam, die auf ihrer Reise zu Verwandten und Bekannten einen kleinen Abstecher gemacht hätten.

Es hatte sich herumgesprochen, dass der „Ostergarten“ sehenswert ist. „Viele Besucher kamen auch mit Enkelkindern, Nachbarn oder Bekannten noch einmal, weil es ihnen so gut gefallen hat“, erhielt Eva Maria Jansen durchweg positive Resonanz.

Das Miterleben machte die besondere Wirkung des „Ostergartens“ aus. Wenn die Besucher das Öl bei der Salbung in Betanien testen durften. Wenn sie beim Mahl des Passahfestes wie die Jünger mit an dem großen Tisch Platz nahmen und Matzen aßen und Traubensaft tranken. Und den Stein, den die Gäste bei der Kreuzigung Jesu als Zeichen der Last ablegen konnten - all das machte den „Ostergarten“ so authentisch und einzigartig.

„Bibel pur“ meinen einige Besucher. Und genau darum ging es - die Ostergeschichte um Jesus mit allen Sinnen zu erfahren. Der Gang durch den „Ostergarten“ sollte die Menschen berühren, und das tat er auch. Es war an den Gesichtern der Besucher abzulesen, die ergriffen nach dem gemeinsamen „Vater Unser“ aus der Führung kamen, und zunächst sprachlos waren oder das Erlebte im Raum der Stille „erst mal wirken ließen“.

„Eine Schülerin schrieb uns ihren Eindruck auf: Ich habe die Geschichte schon (zu) oft gehört. Aber heute habe ich sie erst wirklich verstanden“, erzählt Eva Maria Jansen. „Wenn dann noch eine ganze Schulklasse nach der Führung still auf der Treppe verharrt, und nur sagt, wunderschön, dann bekomme ich Gänsehaut.“

Auch die beiden Helferinnen Jutta Greshacke und Maria Lütke Harmann, die schon viele Gäste durch den „Ostergarten“ geführt haben, berichten, wie konzentriert und still selbst kleine Kinder die einstündige Führung mitmachten. „Das ist Religionsunterricht für Kinder“, hörten die Helfer oft von begeisterten Erwachsenen. „Die Stimmung kommt rüber“, merkten sie. „Auf dem Weg in die Nacht zur Gefangennahme, die Stufen hoch auf den Berg Golgatha zur Kreuzigung, da merkte man vielen Besuchern die Gerührtheit an“, berichten sie. Die „Egli-Ausstellung“ im Obergeschoss der Realschule vervollständigte das Erlebnis „Ostergarten“. Sie stellte die Stationen der Ostergeschichte mit den selbst gebastelten biblischen Erzählfiguren dar.

Dass das Vorhaben „Ostergarten“ ein so großer Erfolg geworden ist, verdankt Eva Maria Jansen nicht zuletzt dem Engagement der wohl über 200 ehrenamtlichen Helfer aus Sendenhorst und Albersloh. „Viele Geschäftsleute haben völlig uneigennützig mit Sach- oder Geldspenden geholfen. Ich höre oft: Die Menschen sind nicht bereit, etwas für die Kirche zu tun - Ich habe es in der letzten Zeit anders erlebt und bin gerührt von der großen Bereitschaft, zu helfen. Dafür sage ich ein ganz herzliches Dankeschön.“

Ob es die nach dem Markusevangelium selbst erarbeiteten und modernisierten Texte waren, die die Begleiter während der Führung vorlasen, der musikalische und gesprochene Untermalung der Führung oder die aufwändige Gestaltung. In jeder Station im „Ostergarten“ steckte jede Menge Arbeit und Liebe zum Detail - sichtbar, erlebbar und beeindruckend.

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