Sendenhorst
Altkleider-Erlös in direkte Hilfe investiert

Dienstag, 07.07.2009, 16:07 Uhr

Sendenhorst - „Tun wir nach besten Kräften das Beste, und Gott wird das Gute nie ohne Segen lassen.“ Mit diesen Worten Adolph Kolpings begrüßte Vorsitzender Rudolf Schomacher die Mitglieder des erweiterten Vorstandes und einige Gäste am Montagabend in der Gaststätte Peiler. Dort wurde das Geld übergeben, das in diesem Jahr bei der Altkleidersammlung der Kolpingsfamilie zusammengekommen war. Über eine Spende freuten sich Pater Hans Schmidt von den „Weißen Vätern“ aus dem Kongo und Margot Meyer für den Förderverein „Monika Kindergarten und Elementary School e.V.“ in Ikot Ekpene, im Südosten von Nigeria.

Rudolf Schomacher betonte, dass die Mitglieder der Kolpingsfamilie und alle Helfer immer das Beste wollen, wenn sie hilfsbedürftige Gruppen in Ländern unterstützen, in denen die Bevölkerung auf fremde Hilfe dringend angewiesen ist. Deshalb hat sich der Vorstand dazu entschlossen, diesmal jeweils 750 Euro aus der Kleidersammlung an die genannten Institutionen zu geben. Schomacher dankte aber auch allen, die regelmäßig die Altkleidercontainer leeren und sich für die Altkleidersammlung zur Verfügung stellen.

Pater Hans Schmidt (69), ein gebürtiger Sendenhorster, der sich auch im Hause Peiler gut auskennt, erzählte von seiner Arbeit in Goma im Ostkongo, wo immer wieder große Unruhen herrschen. Die Gegend, in der er als Priester arbeitet, brauche eigentlich gar keine finanziellen Probleme zu haben, betonte Pater Schmidt: „Das dort vorhandene Geld fließt immer nur in bestimmte Kreise, so dass man schon von einer ,mafiösen Verteilung sprechen muss. Die Bevölkerung muss allein zusehen, wie sie zurecht kommt. Nur internationale Hilfswerke kümmern sich um die Menschen in Armut“, berichtete Pater Schmidt.

Die „Weißen Väter“ helfen im medizinischen wie im schulischen Bereich, denn überall herrsche Korruption, so dass kein Geld bei der Bevölkerung ankomme. „Man braucht einen Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit ohne Gewalt“, erklärte Pater Schmidt und betonte besonders, dass nichts ohne direkte Beteiligung der Bevölkerung gehe, Entwicklungshilfe müsse nach dem Motto angeboten werden: „Nichts ohne sie für sie tun, denn das ist gegen sie.“ Im nächsten Jahr will der Geistliche aber nach 40 Jahren harter Arbeit aus gesundheitlichen Gründen aufhören, im Kongo zu arbeiten. Dann wird er als Kaplan in Lippborg tätig sein.

Den zweiten Betrag aus dem Erlös der Altkleidersammlung nahm Margot Meyer stellvertretend für den Förderverein des Projekts „Monika Kindergarten und Elementary School“ in Ikot Ekpene, Nigeria entgegen. Dabei handelt es sich um eine private Schuleinrichtung, die sich um die Erziehung im Kindergarten sowie um die schulische und berufliche Ausbildung in Ikot Ekpene bemühen. Um allen Kindern eine solche Ausbildung zu geben, fehlt es aber an Lehrern und Materialien. „Die Kinder brauchen derzeit nichts Nötigeres als eine gute Erziehung und Ausbildung. Darum bitten wir um eine großzügige Unterstützung der Aktion“, heißt es in einer Mitteilung des Fördervereins.

Viele Jahre war das Dorf Usaka von der Zivilisation abgeschnitten. Ein Krieg herrschte zwischen ihm und einem anderen Dorf, in den viele Jugendliche verwickelt waren, wobei es durch Waffen und Gewalt Verletzte und Tote gab. Die Kinder gingen bald auch nicht mehr zur Schule.

Dann gründete die Erzieherin und Sozialpädagogin Monika Essien aus Bocholt ein Kindergarten-/ Grundschulprojekt. Zurzeit kann die Schule 162 Schüler unterrichten. „Nur durch Bildung kann sich die jetzige vernachlässigte, verrohte Kultur in positive, progressive Entwicklung umwandeln“, schreibt Monika Essien. Ein Teil des Schulprojektes wurde von der „Essien Foundation“ finanziert. Und diese bittet um weitere Unterstützung, zu der die Kolpingfamilie Sendenhorst jetzt mit 750 Euro beitrug, worüber sich Margot Meyer sehr freute.

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