Sendenhorst
Bei Werkzeugmechanikern ist Präzisionsarbeit gefragt

Sendenhorst - Wenige Bruchteile von einem Millimeter an Abweichung sind schon zu viel. Denn der angehende Werkzeugmechaniker für Stanztechnik, Lukas Schmitz, muss absolute Maßarbeit während seiner Ausbildung bei der Veka-AG abliefern...

Sonntag, 16.08.2009, 08:08 Uhr

Sendenhorst - Wenige Bruchteile von einem Millimeter an Abweichung sind schon zu viel. Denn der angehende Werkzeugmechaniker für Stanztechnik , Lukas Schmitz , muss absolute Maßarbeit während seiner Ausbildung bei der Veka-AG abliefern. Keine leichte Aufgabe: Für seinen Beruf braucht der 17-Jährige Sendenhorster nicht nur technisches Fachwissen, um die Maschinen richtig bedienen zu können, sondern auch handwerkliches Geschick und ein gutes Auge.

„Bei uns kommt es auf Präzision an. Oft geht es nur um tausendstel Millimeter “, stellt Jochen Kaldewei , Werkstattleiter und Ausbilder, klar.

Die Jobaussichten sind gut: Fachleute in diesem Bereich werden gesucht. Auch die Nachfrage an Wergzeugmechanikern ist groß, da dieser Beruf, den die Veka AG neben anderen bei der Berufsinformationsmesse am 28. August in der Westtorhalle vorstellt. Hohe Präzision wird erwartet, und Werkzeugmechaniker müssen komplexe Zeichnungen lesen und verstehen können.

Genau das war für Lukas Schmitz der Grund, warum er sich im vergangenen Jahr nach Ende seiner Schulzeit an der Realschule ganz bewusst für diesen Ausbildungsberuf entschieden hat: „Die Ausbildung zum Werkzeugmechaniker macht riesigen Spaß, weil der Beruf abwechslungsreich und interessant ist. Außerdem ist die Teamarbeit ein wichtiger Bestandteil“, berichtet der Auszubildende, der sich auch deshalb für den Beruf entschieden hat, weil er während seiner Schulzeit ein Praktikum bei Veka gemacht hat und zwei Verwandte ebenfalls dort arbeiten, die ihm den Beruf nahe brachten. „Während meines Praktikums erhielt ich schnell einen guten Eindruck in die Arbeitsprozesse. Ich war sofort begeistert“, erzählt er weiter. Nachdem er sich vor einem Jahr beworben hatte, hatte er die Hürden Einstellungstest, Vorstellungsgespräch und die viermonatige Probezeit erfolgreich genommen. Ein gutes Jahr später ist Lukas Schmitz ins zweite Lehrjahr gestartet und ist sich nun sicher, dass er den „goldrichtigen“ Beruf, sogar seinen „Traumberuf“, gefunden hat.

Wenn Lukas heute an den großen Maschinen die speziell konstruierten Werkzeuge baut, dann ist er an seinem Arbeitsplatz umgeben von viel Mechanik, viel Technik und Maschinen die ganz schön kompliziert aussehen - und das sind sie auch. Er arbeitet im so genannten „Herzstück“ der Veka AG, im Werkzeugbau. Dort, wo mit Hilfe komplexer Systeme die Werkzeuge für die großen Produktionsmaschinen bei Veka produziert werden.

Doch als Werkzeugmechaniker montiert Lukas Schmitz keine Zangen. Wenn der 17-Jährige die Arbeit erklärt, dann meint er keine Hämmer oder Schraubenschlüssel. Eher denkt er an speziell angefertigte Extrusions- oder Stanzwerkzeuge, die dann später in den Produktionsmaschinen für Kunststoffprofile für Fenster und Türen zum Einsatz kommen. Solche Werkzeuge bauen zu können, darauf zielt Lukas Ausbildung zum Werkzeugmechaniker ab. Mit klassischen Werkzeugen im Koffer hat das also wenig zu tun.

„Im ersten Lehrjahr lernen die Azubis Grundlagen der Verarbeitung wie das Feilen, Fräsen oder Schleifen“, erklärt Ausbilder Jochen Kaldewei. „Die Produktion wird in diesem Bereich immer automatisierter - man muss daher auch Maschinen bedienen und einstellen können“. So müssten Werkzeugmechaniker etwa den CNC-Maschinen-Code (Computer-Numeric-Control) programmieren können, aber auch fünf weitere Programmiersprachen beherrschen.

Während der Produktion muss Azubi Lukas Schmitz die Ergebnisse mit speziellen Messgeräten kontrollieren. Heute werde von den Metallbauern außerdem ein hohes Maß an Teamfähigkeit verlangt, weil sie beim Überprüfen der Maschinen die gesamte Produktion im Auge haben müssen. Aufgabe ist es darüber hinaus, Maschinen zu warten und zu reparieren - dazu muss er die Geräte wie seine Westentasche kennen.

Wer bei Veka Werkzeugmechaniker für Stanztechnik werden will, sollte mindestens einen guten Hauptschulabschluss haben.

Was braucht man sonst? „Neben der Lust und Liebe zum Handwerk, gutes räumliches Vorstellungsvermögen, gute Feinmotorik und gute Kenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie. Ganz wichtig ist aber auch Verantwortungsbewusstsein“, sagt Jochen Kaldewei.

Die Lehre zum Werkzeugmechaniker dauert dreieinhalb Jahre und wird bei Veka als duale Ausbildung im Unternehmen plus Berufsschule angeboten. An der Berufsschule Beckum lernen die Azubis theoretisches Fachwissen zum Beispiel in Technologie, Pneumatik, Betriebs- und Wirtschaftslehre oder auch die Eigenschaften der Metalle. Für Lukas Schmitz heißt der Schlüssel zum Aufstieg in leitenden Funktionen Weiterbildung. Nach entsprechender Berufspraxis kann er sich zum Feinwerkmechanikermeister, Industriemeister, Werkzeugbautechniker oder zum technischen Fachwirt weiterbilden.

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