Sendenhorst
Gänsehaut und Betroffenheit im „Ostergarten“

Freitag, 29.04.2011, 14:04 Uhr

sendenhorst - Der „ Ostergarten “ in der Realschule hat am morgigen Sonntag zum letzten Mal geöffnet. Nach der erfolgreichen Premiere vor zwei Jahren wurde er dieses Mal von Eva-Maria Jansen und Margret Wilpert nach dem Matthäus-Evangelium gestaltet.

Und wieder schlägt die Begeisterung der Besucher Wellen. Sie sind erstaunt, berührt, ergriffen. Gerade, weil der „Ostergarten“ keine Ausstellung im üblichen Sinn ist. Nur durch eine Führung kann er mit allen Sinnen erlebt werden. „Viele Besucher konnten sich unter einem ,Ostergarten´ erstmal nicht viel vorstellen“, hat Margret Wilpert erfahren.

Beim Betreten des „Ostergartens“ empfängt die Besucher leise Musik. Er befindet sich mit Jesus und seinen Jüngern auf dem Weg nach Jerusalem und kann die Geschehnisse, die sich vor fast 2000 Jahren zugetragen haben, hautnah miterleben.

Zwei Helferinnen begleiten die Gäste durch die liebevoll gestalteten Räume des „Ostergartens“. Vom Einzug in Jerusalem, der mit Egli-Figuren nachgestellt ist, geht es durch das Stadttor weiter in Richtung Ölberg. Dort machen die Besucher auch das erste Mal Bekanntschaft mit Judas, der im Mittelpunkt des Geschehens steht.

Judas spricht mit dem Hohen Rat. Die 30 Silbermünzen, um die hier verhandelt wird, stehen als Symbol für seinen Verrat. Durch den Erhalt einer Silbermünze sind die Besucher plötzlich nicht mehr nur bloße Betrachter, sondern ein Teil des Geschehens.

Auch das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern am Passahfest feierte, wird durch den Verzehr von Matzen und Traubensaft lebendig. Der schwere, beklemmende Weg, den Jesus als Verfolgter geht, verursacht Gänsehaut und Betroffenheit . Die eindrucksvolle Gestaltung mit Installationen und Fotos aus der heutigen Zeit zeigen, dass es Verrat und Verfolgung Unschuldiger auch heute noch gibt.

Bei der Kreuzigungsszene geht es auch um die Schuldfrage. Die Stimme von Judas meldet sich zu Wort: „Jeder wusste, wo Jesus sich aufhält und wer er war. Es war kein Verrat. Jesus war damit einverstanden, es war Gottes Wille.“ Dem Begräbnis folgt der Gang ins helle Licht des Gartens der Auferstehung.

Mit einer gewissen Erleichterung tritt der Besucher in die strahlende Ostersonne, von fröhlichem Vogelgezwitscher empfangen. „Der Tod ist nicht das Ende“, wird die Osterbotschaft zum Ende der Führung verkündet. Der sich angrenzende Raum der Stille lädt die Besucher noch zum Verweilen und Reflektieren ein.

Durch die Erklärungen der Helferinnen, meditative Musik, Textstellen aus dem Evangelium und die Einblendung der atmosphärischen Stimme von Ben Becker, der einzelne Szenen spricht, werden alle Sinne der Besucher angesprochen. Die künstlerische Gestaltung, zeigt durch viele Parallelen mit der heutigen Zeit, dass die Osterbotschaft immer noch aktuell ist.

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