„Belastete“ Straßennamen werden diskutiert
„Belastete“ Straßennamen werden diskutiert

Mittwoch, 16.11.2011, 18:11 Uhr

Sendenhorst - Seit einiger Zeit wird auch in Sendenhorst - wie in vielen weiteren Städten im Land - über mögliche Umbenennungen von Straßen diskutiert, deren Namen als „belastet“ gelten. In Sendenhorst sind davon im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus die „ Karl-Wagenfeld-Straße “ und die „Carl-Diem-Straße“ betroffen. Der Stadtrat hatte deshalb vor einiger Zeit beschlossen, eine öffentliche Informationsveranstaltung zu diesem Thema durchzuführen.

Die Bürgerversammlung findet am Mittwoch, 30. November, um 19 Uhr im Saal des Bürgerhauses statt. Der Historiker Professor Dr. Hans-Ulrich Thamer , langjähriger Inhaber des „Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte“ an der Universität Münster , wird einen Fachvortrag zur Namensgebung von Straßen halten, teilt Bürgermeister Berthold-Streffing mit. Gemeinsam mit den Anwohnern der Karl-Wagenfeld-Straße und der Carl-Diem-Straße lädt er alle Bürger zu dieser Veranstaltung ein.

Im Anschluss an den Info-Abend werden der zuständige Fachausschuss und der Rat der Stadt gemeinsam mit den Anwohnern der Straßen den weiteren Umgang mit den Namen diskutieren und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen, erklärt der Bürgermeister das weitere Vorgehen. Denkbar seien unter anderem die Beibehaltung des Straßennamens , ergänzende Informationen zur Person durch eine Zusatzbeschilderung oder auch eine Umbenennung der Straßen.

Die Benennung von Straßen erfolge „naturgemäß aus der jeweiligen zeitgeistlichen Einstellung“, schreibt Berthold Streffing in seiner Einladung. So seien vom späten Mittelalter bis in die heutige Zeit Straßen und Wege nach unterschiedlichen, der jeweiligen Zeit entsprechenden Vorgaben, benannt worden.

Zu Beginn der Straßenbenennung in der Stadt wurden topografische Namen wie „Ahlener Damm“, „Telgter Straße“ und „Kirchstraße“ vergeben. Auch von historischen Flurnamen abgeleitete Namen wurden genutzt. Später kamen Ehrungen von Personen wie „Lorenbeckstraße“ hinzu.

Die Karl-Wagenfeld-Straße hat ihren Namen am 28. Mai 1954 durch einen Ratsbeschluss erhalten. Die gleiche Benennung für die Verlängerung der Straße bis zum früheren Wasserturm erfolgte ebenfalls im Rat am 12. Oktober 1967. Die Kommunalpolitiker entschieden sich zudem am 30. Oktober 1980 für den Namen „Carl-Diem-Straße“.

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