Bürgerschützen haben einen neuen König
Manfred Greiwe regiert im Dorf

Albersloh -

Manfred Greiwe ist neuer König in Albersloh. Gemeinsam mit Birgit Wahlert regiert er die Bürgerschützen.

Sonntag, 01.07.2012, 20:07 Uhr

Bürgerschützen haben einen neuen König : Manfred Greiwe regiert im Dorf
Nach dem Königsschuss ließ sich Manfred Greiwe von den Schützenbrüdern in Telges Busch ausgiebig feiern. Im Arm hat er „seine“ Königin Birgit Wahlert. Foto: Christiane Husmann

Weil die Italiener statt der Deutschen gestern Abend das WM-Finale bestritten, hatten es die Bürgerschützen nicht ganz so eilig wie ursprünglich von den Fußballfans unter ihnen erhofft. Gleichwohl ging es an der Vogelstange kräftig zu Sache. Und um 19.35 Uhr stand der neue Albersloher Regent fest: Manfred Greiwe ist der neue König im Dorf. Mit dem 215. Schuss holte er den Vogel von der Stange. Zur Königin erkor er Birgit Wahlert .

Und auch sonst hatte der Fußball rein optisch den Schützen Platz gemacht. Anstelle der Farben Schwarz, Rot und Gold herrschen derzeit im Dorf Grün und Weiß vor. Albersloh hat sich mächtig in Schale geschmissen. Es ist Schützenfest.

Pünktlich um 14 Uhr trafen sich die Bürgerschützen auf der Wiemhove, um sich zum Antreten zu formieren. Diszipliniert folgten sie den Anweisungen ihres Hauptfeldwebels Hubert Deventer . Mit den durchdringenden Worten „Schützenkompanie stillgestanden!“ ließ er die Männer stramm stehen. Autoritär und mit strengem Blick inspizierte der Uniformierte die gut gelaunten Schützen. Insbesondere bei der Bekleidung hatte er seine klaren Vorstellungen, die zuweilen ein wenig von denen der einfachen Schützen abwichen.

Als „vorbildlich“ bezeichnete er den Schützenvorstand, der nach vorne zitiert wurde. „Der Vorstand steht wie eine Eins“, freute sich Deventer. Danach widmete er sich einem Mysterium. Die beiden „Dorfmenschen“ vom Teckelschlaut seien einer Figur beraubt worden. Dort säße nur noch eine Frau mit Buch. Man hege den Verdacht, dass Elisabeth Röckmann das männliche Pendant entführt habe.

Neugierig, welche Dorfregionen sich am Schützenfest beteiligten, rief er sie einzeln auf: Rummler, Sunger, Alst, West II und viele andere Bauerschaften meldeten sich folgsam zu Wort. „Was ist mit der Minderheit Mühlenfurt, die gerne von sich reden macht?“ Dem Sticheln folgte verschmitztes Lachen.

Beim Durchzählen konnten 232 Schützen ermittelt werden. Oberst Theo Hohenhorst zeigte sich angesichts der zahlreich angetretenen Schützenbrüder zufrieden und freute sich, unter den Schützenfestgästen auch Bürgermeister Berthold Streffing, Ortsvorsteher Ludger Breul, Pfarrer Wilhelm Buddenkotte und Pater Babu begrüßen zu können. Besonders herzlich hieß er die zahlreichen Besucher auf der Wiemhove willkommen: „Was wären wir ohne die Zuschauer?“, fragte er in die Runde und forderte ein dreifaches „Horri do!“

Nach den unerlässlichen Einweisungen der Obersten machten sich die Schützenbrüder in Begleitung der beiden Musikzüge und der Garden auf den Weg, um das noch amtierenden Königspaar, Jörg Sidon und Ina Druffel, abzuholen. Das Noch-Königspaar begrüßte die Schützengesellschaft und freute sich über eine Vorführung der Fahnengarde.

Nach einem kurzen Aufenthalt nahm das Königspaar gemeinsam mit Bürgermeister Berthold Streffing und Pfarrer Wilhelm Buddenkotte in der geschmückten Kutsche Platz, die sie zum Telges Busch brachte.

Am Nachmittag füllte sich bei gutem Wetter der Schützenbusch, und zahlreiche Gäste verfolgten die Schießkünste der Königsanwärter. Dabei genossen sie auch in diesem Jahr ein Rahmenprogramm mit Musik, Spiel und Kulinarischem. Der Frauenchor verwöhnte mit Kaffee und Kuchen.

Nachdem der Vogel von vielen Schüssen mächtig gerupft worden war – Martin Wieczorek, Michael Wickensack und Carstens Manz hatten Apfel, Krone und Zepter ergattert –, gelang es Manfred Greiwe dann, das Federvieh aus seiner misslichen Lage zu erlösen. Er setzte sich in einem spannenden Ringen gegen seine Mitbewerber Ralf Stötzel und Martin Wieczorek durch.

Großer Jubel war dem neuen König gewiss. Mit der gebotenen Eile machte sich die Schützengemeinde dann kurz auf den Weg nach Hause, um sich für das Fest im Zelt hübsch zu machen.

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