Im Januar 1963 gründete Alfons Fredeweß in Sendenhorst seine Fahrschule
Mit dem Käfer durch den Eiswinter

Sendenhorst -

Zu Beginn ging es mit dem Käfer durch den eisigen und tief verschneiten Winter. Der Start der Fahrschule Fredeweß vor 50 Jahren war deshalb nicht unbedingt leicht. Bis heute hat sich in fünf Jahrzehnten viel geändert. Auch rechtlich, weil die EU viel mitbestimmt.

Freitag, 11.01.2013, 17:01 Uhr

Alfons Fredeweß und sein Sohn Frank (li.) blicken auf eine 50-jährige Fahrschulgeschichte in Sendenhorst zurück.
Alfons Fredeweß und sein Sohn Frank (li.) blicken auf eine 50-jährige Fahrschulgeschichte in Sendenhorst zurück. Foto: Josef Thesing

Der Winter war eisig und lang. Schnee und Eis herrschten von November bis in den März hinein. Es soll einer der härtesten Eiswinter überhaupt in Sendenhorst gewesen sein, erinnert sich Alfons Fredeweß . Und das machte den Start seiner Fahrschule am 15. Januar 1963 – also am kommenden Dienstag vor 50 Jahren – natürlich nicht leichter. „Richtung Hoetmar ging gar nichts. Und auch sonst blieben wir manchmal einfach stecken.“ Und da er seinen Schülern das Autofahren im VW-Käfer mit 35 PS beibrachte, machte die Sache bei den äußeren Bedingungen auch nicht leichter. Etwas besser ging das schon im zweiten Auto der Fahrschule, einem Ford 17 M.

Die „Kraftfahrschule“ – so hieß sie damals – hatte ihren Standort am Osttor. Für Wärme sorgte in diesen kalten Monaten ein Ölofen. Im Gebäude war zu Beginn auch für den Fahrlehrer immer mal wieder „büffeln“ angesagt, denn erst zwei Jahre zuvor waren in Deutschland die schriftlichen Prüfungen für Führerscheinbewerber eingeführt worden. Pflichtstunden gab es noch nicht. Und die meisten der Schüler waren nicht wie heute um die 18 Jahre alt, sondern zwischen 30 und 50 Jahren. In den meisten Sendenhorster Familien gab es kein Auto, und so mussten die jungen Menschen auch nicht die seinerzeit rund 250 Mark für den grauen „Lappen“ berappen.

Alfons Fredeweß ist 77 Jahre alt. Aber er bringt zumeist jungen Menschen immer noch das Fahren bei. „Alle vier Jahre ist für uns eine Nachschulung fällig“, erklärt er. Sein Unternehmen, seit vielen Jahren an der Kirchstraße beheimatet, hatte der Senior aber bereits im Jahr 1997 an seinen Sohn Frank übergeben.

Viel hat sich geändert in den vergangenen 50 Jahren für den Senior und später auch für den Junior. Vor 50 Jahren entschied einzig der Fahrlehrer über die Zahl der Fahrstunden. Autobahnfahrten waren für Führerscheinbewerber ausdrücklich untersagt, und die Prüfung dauerte fünf Minuten.

Heute ist alles bis ins Detail geregelt, und vieles werde von der EU mitbestimmt, wissen Vater und Sohn. „Die Änderungen kommen immer schneller“, sagt Frank Fredeweß. Und das habe zuweilen skurrile Züge. So sei im Dezember eine Änderung für die Fahrzeuge beschlossen worden, die bis zum 19. Januar umgesetzt werden müsse. Für ihn bedeutet das, einen anderen Anhänger mit anderen Maßen anschaffen zu müssen. „Den gibt es bei den Händlern aber noch gar nicht“, erklärt Frank Fredeweß. Apropos 19. Januar: Ab diesem Tag gibt es mal wieder neue „Fahrerlaubnisklassen“: vier „große“ von A bis D und insgesamt 13 Unterklassen.

Der Führerschein selbst, der ab dem 19. Januar erworben wird, ist 15 Jahre gültig. Dann muss er beim Straßenverkehrsamt – natürlich gegen Gebühr, aber ohne erneute Prüfung – gegen eine neue Karte eingetauscht werden.

Für alle, die jetzt schon einen „Lappen“ haben, werde das bis spätestens zum 19. Januar 2033 Pflicht. Ein bisschen Zeit bleibt also noch. Aber dann werde es auch die „erwischen“, die ihren Schein auf unseriöse Weise erworben hätten.

Für Senior Alfons Fredeweß gilt heute immer noch, was er damals zur Eröffnung seiner Fahrschule in Sendenhorst auf einen Werbezettel geschrieben hat. „Es wird mein Bemühen sein, allen Führerscheinbewerbern ein Höchstmaß an persönlicher Fahrtüchtigkeit zu vermitteln.“ Heute drückt er das allerdings in anderen Worten aus: Verkehrssicherheit, Selbstbewusstsein und Rücksichtnahme zu vermitteln, sei ihm wichtig.

Zum Jubiläum kündigt die Fahrschule für jeden fünften Schüler, der sich bis Ende März anmeldet, eine Überraschung an.

Zudem bietet sie am Samstag, 2. Februar, um 14 Uhr beim Autohaus Knubel einen kostenlosen Pannenkursus an. Anmeldungen hierfür sind in der Fahrschule möglich.

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