Nur „Söhne“, keine „Töchter der Stadt“: Wen Wikipedia aus Sendenhorst für bekannt hält
Einer wurde mit dem BVB Deutscher Meister

Sendenhorst/Albersloh -

Bei Wikipedia gibt es für viele Orte die Rubrik „Töchter und Söhne der Stadt“. Bei „Töchtern“ ist in Sendenhorst Fehlanzeige, aber die freie Internet-Enzyklopädie hält einige „Söhne“ für bekannt oder prominent. Einer ist sogar mit dem BVB Deutscher Meister geworden. Das ist allerdings lange her.

Donnerstag, 17.01.2013, 10:01 Uhr

Springreiter-Bundestrainer Otto Becker ist einer der „Söhne der Stadt“.
Springreiter-Bundestrainer Otto Becker ist einer der „Söhne der Stadt“. Foto: Peter Leßmann

Frauen spielen keine Rolle, wenn es um bekannte „Söhne und Töchter“ der Stadt Sendenhorst geht. Zumindest nicht in der „freien Internet-Enzyklopädie“ Wikipedia . Dort wird einiges über Sendenhorst erzählt, und eben auch über „Söhne und Töchter“ der Stadt.

Da ist zum Bernhard Wessel , am 20. August 1936 in Sendenhorst geboren. Und der hat zwischen 1961 und 1969 87 Bundesligaspiele für Borussia Dortmund bestritten. Mit Dortmund erreichte er auch seinen größten Erfolg, als er am 29. Juni 1963 gegen den 1. FC Köln im Finale um die Deutsche Fußballmeisterschaft bei den siegreichen Dortmundern zwischen den Pfosten stand. Zwei Jahre später hatte Bernhard Wessel wesentlichen Anteil am Dortmunder DFB-Pokalsieg 1965, obwohl er im Finale nicht spielte. Er hütete zuvor in jeder Runde das Tor und wurde im Finale gegen Alemannia Aachen von Hans Tilkowski vertreten. Mit Borussia Dortmund gewann er zudem den Europapokal der Pokalsieger 1965/66, stand aber dabei nur beim 3:0-Sieg im Achtelfinalhinspiel gegen ZSKA Sofie im Tor.

In den ersten drei Bundesligajahren mit Borussia Dortmund stand er im Schatten des Nationaltorwarts Hans Tilkowski und spielte nur gelegentlich. Nachdem Tilkowski zu Eintracht Frankfurt gewechselt war, kam Bernhard Wessel in den letzten zwei Jahren seiner Karriere häufiger zum Einsatz.

Und wer ist sonst noch ein bekannter Sendenhorster? Der jüngste, über den aber gleichwohl das meiste geschrieben wurde, ist wohl Alexander Klaws. Er war Gewinner der ersten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“, und singt heute im Musical.

Otto Becker dürften zumindest die meisten Albersloher und Reitsportinteressierten kennen. Der am 3. Dezember 1958 in Großostheim geborene Sportler ist Cheftrainer der deutschen Springreiter. Becker, der den Beruf des Winzers erlernt hat, war jahrelang einer der zuverlässigsten deutschen Springreiter. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewann er mit der Mannschaft die Goldmedaille, bei den Spielen 2004 in Athen die Bronzemedaille im Mannschaftsspringreiten. Sein größter Einzelerfolg war der Gewinn des Weltcup-Finales in Leipzig 2002, heißt es bei Wikipedia.

Christoph Butterwegge, ebenfalls erwähnt, dürfte da schon weniger bekannt sein. Er wurde 1951 in Albersloh geboren und ist Politikwissenschaftler. Seit dem 1. April 2011 ist Butterwegge geschäftsführender Direktor des Instituts für Vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln.

Viel weiter zurück liegt die Zeit von August Panning. Er wurde 1857 in Sendenhorst geboren und starb am 7. Februar 1922 in Werl. Er war Bürgermeister der Stadt Werl. In seine Amtszeit fiel die Eröffnung der bekannten Werler Strafanstalt.

Weitere „Söhne und Töchter der Stadt“ sind Ludger Wößmann, am 1. Juli 1973 in Sendenhorst geboren, der heute als Volkswirtschaftler und Bildungsökonom arbeitet, sowie Jochen Wolfram, 1966 in Sendenhorst geboren, der als Segler gemeinsam mit Alexander Hagen an den Olympischen Spielen in Athen teilgenommen hat.

Sein ganzes Leben hat der Künstler und Ehrenbürger Bernhard Kleinhans bis zu seinem Tod im Jahr 2004 in Sendenhorst verbracht.

Das gilt nicht für Josef Spithöver, den Stifter des St.-Josef-Stifts. Nach seiner Wanderschaft ließ er sich in Rom nieder und gründete eine Buchhandlung. Spithöver wurde wohlhabend. Auf seinem Grundstück steht heute der römische Hauptbahnhof.

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