Die Albersloher Künstlerin Christiane Husmann malt für den „Ostergarten“ ein Bild zum Nachdenken
Der Kicker und die Märtyrerin

Albersloh -

Wenn Fußballstar Christoph Metzelder gemeinsam mit Edith Stein und Mutter Teresa auf einem Gemälde verewigt wird, dann muss das einen besonderen Grund heben. Diesen werden die Besucher des Sendenhorster „Ostergartens“ erfahren, für den die Albersloher Künstlerin Christiane Husmann das Bild malt.

Montag, 25.02.2013, 10:02 Uhr

Die Künstlerin Christiane Husmann malt für den „Ostergarten“ ein Bild mit Dietrich Bonhoeffer, Edith Stein, Mutter Teresa, Christoph Metzelder und Ruth Pfau (v.li.).
Die Künstlerin Christiane Husmann malt für den „Ostergarten“ ein Bild mit Dietrich Bonhoeffer, Edith Stein, Mutter Teresa, Christoph Metzelder und Ruth Pfau (v.li.). Foto: Josef Thesing

Rechts oben scheint Christoph Metzelder den Betrachter anzublicken. Links daneben ist Edith Stein in ihrer seinerzeit typischen Ordenskleidung zu sehen. Zwischen beiden liegen Jahrzehnte. Der Fußballer von Schalke 04 wurde 1980 in Haltern geboren, die Ordensfrau, die 1942 im KZ Auschwitz-Birkenau gemeinsam mit ihrer Schwester Rosa in der Gaskammer ermordet wurde, erblickte 1891 in Breslau das Licht der Welt.

Und beide verbindet ganz sicher nicht ein vergleichbares Leben. Edith Stein, jüngstes von elf Kindern jüdischer Eltern, war eine anerkannte Philosophin, dann Nonne, und wurde Märtyrerin der katholischen Kirche . Papst Johannes Paul II. sprach sie am 11. Oktober 1998 heilig.

Christoph Metzelder begann seine Karriere als Profifußballer bei Preußen Münster, wechselte zu Dortmund, Real Madrid und Schalke und war acht Jahre lang Nationalspieler.

Und doch sind beide gewissermaßen gleichberechtigt auf einem großen Bild zu sehen, dass die Albersloher Künstlerin Christiane Husmann derzeit für den Sendenhorster „ Ostergarten “ malt.

Noch drei weitere Personen finden auf der Fläche von 2,20 mal 2,60 Metern Platz. Da ist Dietrich Bonhoeffer, der evangelische Theologe, der am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt war, und 1945 im KZ hingerichtet wurde. Neben ihm ist das charakteristische Gesicht der Ordensschwester, Missionarin und Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa zu sehen. Die fünfte im Bunde ist Ruth Pfau, katholische Ordensschwester und Lepraärztin in Pakistan.

Warum aber Metzelder, der Fußballer? „Die Kombination ist interessant“, sagt Christiane Husmann. Und: „Das Bild soll zum Nachdenken anregen.“ Aber Metzelder und Mutter Theresa auf einem Bild für den „Ostergarten“? Die Künstlerin kennt den Grund. „Christoph Metzelder unterhält eine Stiftung, die sich um Kinder und Jugendliche kümmert, denen es in dieser Gesellschaft nicht so gut geht“, sagt sie. Das Bild, das sie ohne Bezahlung im Auftrag der „Ostergarten“-Initiatorin Eva-Maria Jansen malt, soll Personen zeigen, die sich im Sinne Jesu eingesetzt haben oder noch engagieren. Und da stelle Metzelder den Bezug zur Gegenwart dar.

Das Motiv wurde der Künstlerin vorgegeben. Die Umsetzung gestaltete sich bis dato nicht unbedingt immer ganz einfach. Zunächst musste die von Walter Kofoth gestiftete schwere Platte über die Garage durch ein großes Fenster ins kleine Malzimmer geschleppt werden. Das Treppenhaus war zu schmal.

Dann galt es, etwa im Fall von Edith Stein, kleine Bilder in Schwarz-Weiß den Farben der heutigen Zeit anzupassen und die fünf Menschen alle so aussehen zu lassen, als blickten sie Gemeinsam zur gleichen Zeit auf die Betrachter. „Das in Einklang zu bringen, ist nicht so ganz einfach“, meint Christiane Husmann.

Aber gleichwohl eine reizvolle Aufgabe, beschäftigt sich die Künstlerin auf ihren Bildern nahezu ausschließlich mit Menschen, auch wenn die zuweilen stark überzeichnet dargestellt werden – was bei diesem Auftrag ausdrücklich nicht erwünscht ist. „Es ist eine Herausforderung, eine solche Aufgabe in ein Bild umzusetzen“, meint Christiane Husmann.

Die Albersloherin hat die dicke Platte grundiert und mit Acryl-Lack hergerichtet. Die fünf Personen wurden nach der Skizzierung in Öl gemalt – fertig sind sie noch nicht.

Wie das Bild in der Vollendung aussieht, soll an dieser Stelle ausdrücklich eine Überraschung für die „Ostergarten“-Besucher bleiben.

Ob Christoph Metzelder auch vorbeikommt, ist nicht bekannt. Aber er hat im Vorfeld zugestimmt, in Zusammenhang mit seiner Stiftung zu den fünf Personen zu gehören, an deren Gesichtszügen Christiane Husmann noch einige Tage feilen wird.

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