Schauspielerin Sanam Afrashteh berichtet über ihre Rolle im Film „Kaddisch für einen Freund“
Und noch heute kommen ihr die Tränen

Sendenhorst -

Nach dem Film „Kaddisch für einen Freund“ erzählte die Schauspielerin Sanam Afrashteh dem Publikum über ihre Arbeit. Sie hatte die Rolle der Mutter gespielt.

Montag, 11.03.2013, 10:03 Uhr

Sanam Afrashteh diskutiert mit VHS-Leiter Rudolf Blauth über ihre Arbeit.
Sanam Afrashteh diskutiert mit VHS-Leiter Rudolf Blauth über ihre Arbeit. Foto: Xenia Bondarzew

Ein 14- jähriger muslimischer Junge spricht das aramäische Totengebet für einen Juden, dessen Wohnung er vor einiger Zeit verwüstet und dann wieder renoviert hatte. Das ist eine Szene des Films, der am Freitagabend im Rahmen der „Woche der Brüderlichkeit“ im Haus Siekmann gezeigt wurde: „Kaddisch für einen Freund“.

Das Besondere: Die VHS hatte als Mitveranstalter die Schauspielerin Sanam Afrashteh eingeladen, die nicht nur die Rolle der Mutter in dem preisgekrönten deutschen Spielfilm ausfüllt, sondern, wie sich im Laufe des Abends zeigte, auch „Yasemin“ aus der Kindersendung „Löwenzahn“ gespielt und ihre Stimme sogar einer Figur im amerikanischen Western „Django“ geliehen hatte.

Der Film über eine Flüchtlingsfamilie aus dem Libanon und einen alten jüdischen Kriegsveteran und deren Umgang miteinander fügte sich gut in das Thema der „Woche der Brüderlichkeit ein“: „jüdisches Leben in Deutschland heute“.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung, die die deutsch-persische Schauspielerin und der Leiter der VHS Ahlen, Rudolf Blauth , sehr lebhaft gestalteten, stand der alltägliche Umgang verschiedener Nationalitäten miteinander.

Sanam Afrasteh erzählte, dass sie von Anfang an begeistert von ihrer Rolle als „stille Frauenfigur“ gewesen sei. Nachdem sie den Film bereits über 20 Mal gesehen habe, kämen ihr bei einigen Szenen immer noch wieder die Tränen.

Die Feindschaft zwischen Islam und Judentum scheine auf den ersten Blick auch heute noch präsent zu sein, wurde in dem Gespräch deutlich. Erst mit einem intensiveren Blick hinter die Kulissen werde deutlich, dass dem nicht so sei.

Für sie als muslimische Schauspielerin sei es nie ein Problem gewesen, in einem Film der jüdischen Filmszene mitzuspielen, erklärte sie. Und derlei Vorwürfe seien ihr auch nie gemacht worden.

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