Bürgerbegehren zum Ausbau der Windkraft
2218 Bürger stimmen in Sendenhorst dagegen

Sendenhorst -

Das Bürgerbegehren in Sendenhorst gegen den weiteren Ausbau der Windkraft war erfolgreich. Am Montagmorgen übergaben die Initiatoren dem Bürgermeister Listen mit 2218 Unterschriften von Sendenhorster Bürgern, die sich gegen eine weitere Konzentrationszone aussprechen. Weniger als 1000 wären notwendig gewesen.

Montag, 05.08.2013, 15:08 Uhr

Die Stimmung ist gelöst im vollen, kleinen Sitzungssaal des Rathauses. Und das auf beiden Seiten. Das Fernsehen ist da. Und auch das Radio. Es istderTag für die Verantwortlichen der Initiative „Pro Landschaft“. Und auch Bürgermeister Berthold Streffing , der die Listen entgegennimmt, ist guter Dinge, auch wenn sich das Bürgerbegehren gegen einen von der Stadtverwaltung vorbereiteten Ratsbeschluss richtet. „Ich bin da ein absoluter Demokrat“, sagt der Rathauschef.

Beeindruckt ist er dennoch ein wenig. „Ich denke, sie werden genügend Unterschriften haben“, sagt er in Richtung der Vertretungsberechtigten Carmen Steinhoff, Anneliese Schulze Horstrup und Professor Dr. Erich Schürmann , die den „harten Kern ihrer Helfer mitgebracht haben.

Mit dieser Vermutung hat Berthold Streffing Recht. 2218 Sendenhorster haben unterschrieben, dass sie dagegen sind, dass laut Ratsbeschluss eine weitere Konzentrationszone für Windenergie ausgewiesen wird. 970, hat der Bürgermeister, errechnet, wären notwendig gewesen. Fünf Mitarbeiter werden nun im Rathaus prüfen, ob alle Unterschriften gültig sind. Doppelte werden herausgefiltert.

Reichen wird es allemal, war sich gestern bereits der Bürgermeister sicher. Und so gibt es am 22. September das erste Bürgerbegehren in Sendenhorst – rechtliches Neuland für alle Beteiligten.

Dass es formale Probleme geben könnte, glaubt Streffing nicht. „Sie haben das vorbildlich gelöst“, bescheinigt er den Initiatoren. Und die danken im gleichen Atemzug der Stadt für die bürokratische Begleitung.

Die Politik könnte ihre Meinung nochmals ändern. Dass sie das tun wird, erwartet Streffing nach den jüngsten Äußerungen der Fraktionsvorsitzenden in den WN nicht. „Ich rechne am 15. August nicht mit einer anderen Entscheidung“, sagt er. Und dann hofft er, „dass alle am 22. September ihre Stimme abgeben“. Nicht nur für die Bundestagswahl, sondern auch für den Bürgerentscheid. „Wir haben diesen Termin gang bewusst gewählt“, erklärt er.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens nutzen die Anwesenheit von Fernsehen, Radio und Presse, um sich bei den zahlrechen Helfen für deren Engagement zu bedanken. „Ohne sie hätten wir das nicht geschafft“, sagt Erich Schürmann. Anneliese Schulze Horstrup fügt an: „Wir sind ganz stolz auf unsere Bürger.“

Streffing, der – wie Erich Schürmann humorvoll bemerkt – nicht unterschrieben hat, quittiert schließlich den Empfang der Unterschriftenlisten. In der Ratssitzung in der kommenden Woche werde deren formale Gültigkeit abgesegnet. Daran habe er kaum Zweifel. Und dann kommt der Bürgerentscheid. Vorher werde es ein offizielles Schreiben an alle Haushalte geben, in dem alle Positionen noch einmal dargestellt werden. „Es ist gut, dass das Land die Hürden für ein Bürgerbegehren niedriger gesetzt hat“, sagt der Bürgermeister in die Fernsehkamera. Und irgendwie scheint es so, dass er sich heimlich auch ein wenig auf die erste Abstimmung dieser Art in Sendenhorst freut. „Wir sind alle gespannt.“  

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