Bürgerentscheid: Kein Ausbau der Windkraft im Südosten
Ratsmehrheit wird ausgebremst

Sendenhorst -

Die Bürger haben entschieden: Im südöstlichen Stadtgebiet wird es in den kommenden zwei Jahren keine weitere Vorrangzone für Windenergie geben. Knapp 4000 Stimmberechtigte – eine Mehrheit von 54,63 Prozent – stimmten beim Bürgerentscheid gegen den Ratsbeschluss, eine solche Zone durch einen Teilflächennutzungsplan einzurichten.

Montag, 23.09.2013, 00:09 Uhr

„Das jetzt auszuhalten, ist das Schwierigste an der ganzen Geschichte“, meinte Maria Wiggers gestern Abend gegen 19.45 Uhr im Mehrzweckraum der Westtorhalle. Soeben war mit der Präsentation der Ergebnisse des Bürgerentscheids zum weiteren Ausbau der Windkraft im südöstlichen Stadtgebiet begonnen worden. Im ersten Albersloher Stimmbezirk hatte sich eine Mehrheit für die Ausweisung der Konzentrationszone ausgesprochen.

Gut eineinhalb Stunden später wich die ganze Anspannung aus dem Gesicht der Mitinitiatorin des Bürgerbegehrens und ihrer zahlreich anwesenden Mitstreiter. Sektkorken knallten, Menschen jubelten und fielen sich in die Arme. Knapp 4000 Sendenhorster – 54,63 Prozent der Stimmberechtigten – machten ihr Kreuzchen bei „Ja“, was gleichbedeutend war mit einer Stimmabgabe gegen die Ausweisung der Vorrangzone für Windenergie, wie sie die Ratsmehrheit von CDU , SPD und BfA im Mai beschlossen hatte. „Wir sind einfach nur froh“, erklärte Maria Wiggers.

Zwei Jahre lang kann nun für das betreffende Gebiet kein vorhabenbezogener Teilflächennutzungsplan für die Windenergie aufgestellt werden. Die Stimmbeteiligung betrug 68,58 Prozent.

Das Ergebnis des Bürgerentscheides wurde naturgemäß von den Beteiligten unterschiedlich bewertet. Lange Gesichter gab es vor allem bei der „Weißer Berg GbR“ und deren Unterstützer, die im sogenannten „Suchraum 0“ einen Bürgerwindpark errichtet wollten. Den wird es dort nun in den kommenden zwei Jahren nicht geben.

Während CDU-Fraktionschef Ludger Breul die Sache sportlich nahm – „Die Wähler haben gesprochen. Damit ist die Diskussion beendet“ –, sah SPD-Sprecherin Christiane Seitz-Dahlkamp „eine vertane Chance und zwei Jahre Stillstand“. So drastisch sah es Bürgermeister Berthold Streffing nicht: „Wir als Verwaltung respektieren und akzeptieren das Ergebnis“. Für die FDP, für die der Wahlabend sicher insgesamt nicht leicht war, zeigte sich Max Linnemann-Bonse bezogen auf den Bürgerentscheid zufrieden: „Wir haben die Bürgermeinung erkannt.“ 

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