Wiederaufbau der Raiffeisen-Genossenschaft
Politiker müssen Interessen abwägen

Sendenhorst -

Noch wird nichts entschieden in Sachen Raiffeisen-Wiederaufbau, weil es bislang lediglich eine Bauvoranfrage an den Kreis Warendorf gibt. Doch die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt werden sind grundsätzlich mit der Frage beschäftigen, ob es am Standort Telgter Straße überhaupt noch Gewerbe geben soll.

Freitag, 11.10.2013, 13:10 Uhr

Die Raiffeisen-Genossenschaft möchte nach dem Großbrand einen Teil der Gebäude am bisherigen Stadtort wieder aufbauen und hat eine entsprechenden Bauvoranfrage an den Kreis Warendorf gestellt. Gegen diese Pläne hat sich bei Anliegern Widerstand formiert, die eine entsprechende Initiative gegründet haben. Am kommenden Dienstag nun wird sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt ab 18 Uhr mit beiden Anliegen im Sitzungssaal des Bürgerhauses beschäftigen. Dabei soll es laut Verwaltungsvorlage nicht um Entscheidungen gehen. Sondern darum, wie die Stadt grundsätzlich mit diesem Thema umgeht.

Denn nach „heutigen städtebaulichen Grundsätzen“ stelle die Festsetzung eines Gewerbegebiets inmitten eines allgemeinen Wohngebietes einen „städtebaulichen Missstand“ dar, heißt es in der Vorlage. Das beziehe sich sowohl auf die geordnete Stadtentwicklung, gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse als auch auf die Sicherheit der Bevölkerung.

Gleichwohl gelte das Areal rechtlich bislang als Gewerbegebiet. Wenn der Kreis die Pläne der Genossenschaft absegne, müsse die Stadt mit Blick auf den Bebauungsplan im Rahmen des „gemeindlichen Einvernehmens“ ihre Zustimmung erteilen – auch wenn der Bestandsschutz durch den Großbrand erloschen sei. „Enge Grenzen“ würden aber die immissionsschutzrechtlichen Bestimmungen setzen.

Die Politik befindet sich nun ein wenig in der Zwickmühle. Denn sie hat die Belastungen der Bürger durch einen Wiederaufbau – Betrieb und Lieferverkehr – mit den Interessen der Landwirte und der Genossenschaft „auch in Hinsicht auf eine eventuelle Standortschließung“ abzuwägen, heißt es in der Vorlage. Dabei gehe es auch um die Bedeutung der Genossenschaft „als Teil der örtlichen Wirtschaft und als Arbeitgeber“.

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