Ortsumgehung Wolbeck
Die Kröten können kommen

Wolbeck/Albersloh -

Beim Bau der Ortsumgehung Wolbeck wird ein hoher Aufwand für die Natur betrieben. So sind jetzt die Tunnel für die Kröten fertig.

Mittwoch, 09.04.2014, 15:04 Uhr

Brücken, Trassen, Kreisverkehre – die Wolbecker Ortsumgehung macht große Fortschritte. Aber auch im Kleinen tut sich etwas: So wurden in den vergangenen Tagen sieben massive Kröten-Tunnel unter der künftigen Fahrbahn fertig gestellt. Diese Amphibien-Durchlässe sollen dazu dienen, „dass die Tiere den Bereich gefahrlos kreuzen können“, erläutert Helmut Lewe vom Landesbetrieb Straßenbau NRW .

Notwendig wurden die Amphibienschutzmaßnahmen, da die Tiere zu bestimmten Zeiten zwischen zwei Teichen hin- und herwandern, zwischen denen die Umgehungsstraße künftig eine große Gefahr darstellt.

Die Tunnel befinden sich im Streckenbereich der Zumbuschstraße zwischen dem Holzlagerplatz und der ehemaligen Gaststätte „Forstblick“. Dort ist die Trasse für die Ortsumgehung fast fertiggestellt. Ein Wirtschaftsweg für Radfahrer und Fußgänger wird künftig parallel dazu an der Straße entlanglaufen. Die Tunnel führen an sieben Stellen jeweils „in einem Rutsch“ unter Umgehungsstraße und Wirtschaftsweg hindurch.

Die Durchlässe sind im wesentlichen fertiggestellt, müssen jedoch noch an eine Amphibien-Leitwand angeschlossen werden. Lewe: „Diese wird als festes Element in den Straßendamm eingebaut, soll die Tiere von der Fahrbahn abhalten und an der Böschung entlang bis zu den Tunneldurchlässen leiten.“

Und welchen Zweck haben die rund einen Meter hohen Betonschächte, die zwischen der Fahrbahn der Ortsumgehung und dem Wirtschaftsweg liegen? „Durch diese mit Gittern geschützten „Fenster“ sollen Licht und Wärme einfallen“, erläutert Lewe. „In den sehr langen Tunneln könnten Dunkelheit und Kälte die Amphibien ansonsten irritieren und dazu bringen, ihre Wanderung unter der Erde einfach abzubrechen“, fügt der Gartenbauingenieur hinzu.

Bis Tunnel und Leitwände komplett fertiggestellt sind, wird es noch einige Tage dauern. Was wird bis dahin mit den Kröten, die bei der milden Witterung sicher bald ihre Wanderung begonnen haben? Die können ruhig kommen: „Zurzeit rollt noch kein Verkehr über die Trasse“, erklärt Lewe. Außerdem halte vorerst noch ein provisorischer Krötenzaun, der am Wald entlangführt, die Tiere ab. Sobald die neue Anlage fertig ist, werde das Provisorium abgebaut.

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