Khansa Delo Kli und ihre Familie haben ihre Ausweise erhalten
Die Flucht ist zu Ende

Sendenhorst -

Die Flucht aus Syrien ist nun auch offiziell zu Ende. Khansa Delo Kli und ihre Familie haben ihre Aufenthaltserlaubnis und ihren Reiseausweise erhalten.

Freitag, 18.09.2015, 14:09 Uhr

Ein Freudentag im Büro der Warendorfer Ausländerbehörde: Die Sendenhorsterin Khansa Delo Kli hält ihre neuen Papiere in der Hand. Mit dabei Michael Thomas, Leiter der Ausländerbehörde, die Sachbearbeiterin und Enkelin Niros, die auch dort als Dolmetscherin fungierte.
Ein Freudentag im Büro der Warendorfer Ausländerbehörde: Die Sendenhorsterin Khansa Delo Kli hält ihre neuen Papiere in der Hand. Mit dabei Michael Thomas, Leiter der Ausländerbehörde, die Sachbearbeiterin und Enkelin Niros, die auch dort als Dolmetscherin fungierte. Foto: Josef Brühl

Die 13- jährige Niros aus Syrien , die mit ihrer Familie in Sendenhorst lebt, kennen die WN-Leser seit dem vergangenen Wochenende. Die Realschülerin war beim Kochen der Flüchtlingsfrauen im Sozial-Zentrum mit dabei und fungierte nicht nur dort als Dolmetscherin. Sondern nun auch im Büro der Ausländerbehörde des Kreises Warendorf.

Dorthin war sie mit ihrer Oma Khansa Delo Kli gefahren, dem ältesten Flüchtling aus Syrien in Sendenhorst, um auch offiziell die Flucht der Familie zu beenden. Khansa Delo Kli erhielt mit ihren sechs Familienmitgliedern, zu denen auch Niros gehört, am Mittwoch in der Ausländerbehörde im Kreishaus ihre Aufenthaltserlaubnis und ihren Reiseausweis. Der Ausweis , auch Konventionspass genannt, ist ein Pass, der auf Grundlage der Genfer Flüchtlingskonvention bei Flüchtlingen den deutschen Personalausweis und europäischen Reisepass ersetzt. Begleitet wurde die Familie auch von Josef Brühl, der bei der Arbeiterwohlfahrt für Flüchtlingssozialarbeit zuständig ist.

Khansa Delo Kli hatte im Mai in Sendenhorst ihren 80. Geburtstag gefeiert, wozu ihr auch der stellvertretende Bürgermeister Martin Mühlenhöver gratuliert hatte.

Im Juni 2014 war die lange Flucht vor der Al-Nusra- Front für Khansa Delo Kli und ihre Schwiegertochter mit deren vier Kindern in Sendenhorst zu Ende gegangen, berichtet Josef Brühl. Ihr Sohn, der Ehemann und Familienvater, war auf der Flucht von der Familie getrennt worden und hatte Sendenhorst erst sechs Wochen später erreicht. Tags darauf habe auch er beim Bundesamt in Bielefeld Asyl beantragt. Auf der Treppe des Gebäudes hätten sich der Sozialarbeiter der Stadt und der Dolmetscher auf dem Weg zu ihrer Anhörung als „Ihre letzten Schlepper“ bezeichnet. Auf die Frage, wie die Lage der Familie heute in Syrien wäre, habe der Asyl-Entscheider diese Antwort erhalten: „Wir wären alle sofort tot – oder würden langsam verhungern.“

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