Reaktivierung der WLE-Strecke
Wohngebiet mit eigenem Bahnhof

Sendenhorst/Albersloh -

Neue Haltepunkte, weniger Bahnübergänge, teileweise zwei Gleise und vieles mehr: David Mehlich vom zuständigen Planungsbüro stellte im Ausschuss für Stadtentwicklung das vor, was bislang für die Wiedereinführung des Personenverkehrs auf der WLE-Strecke geplant ist. Und das ist gewaltig.

Freitag, 25.09.2015, 01:09 Uhr

So könnte es werden: Im modernen Zug fahren die Sendenhorster und Albersloher nach Münster. Foto: Christiane Husmann
So könnte es werden: Im modernen Zug fahren die Sendenhorster und Albersloher nach Münster. Foto: Christiane Husmann

Nein, an der Albersloher Ludgerusstraße werden die Tassen nicht aus dem Schrank fallen, wenn der Zug am Garten vorbeifährt. „Der Personenverkehr ist viel leiser als der heutige Güterverkehr“, versprach Stephan Feldewert, Abteilungsleiter Bautechnik bei der Westfälischen Landes-Eisenbahn. Aktiver Lärmschutz, ergänzte David Mehlich von der „Schüßler-Plan-Ingenieurgesellschaft“ aus Köln, sei deshalb auch nicht notwendig.

Passiver Schallschutz sei allerdings in 47 Fällen entlang der Strecke zwischen dem Gleis 21 im Hauptbahnhof in Münster und dem Ende der Strecke der Westfälischen Landes-Eisenbahn an der Sendenhorster Ladestraße eingeplant. Das bedeutet, dass die Häuser an der Ludgerusstraße, die unmittelbar an der Zuglinie liegen, wohl mit neuen Fenstern ausgestattet werden müssten.

David Mehlich stellte am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung das vor, was bislang für die Wiedereinführung des Personenverkehrs auf der WLE-Strecke geplant ist. Und das ist nicht nur gewaltig. Es interessierte auch so viele Sendenhorster und Albersloher, dass die Zahl der Stühle im Kommunalforum nicht ausreichte. Manche Hoffnung wird sich dabei wohl im Laufe des Abends zerschlagen haben, denn die Frage im Publikum „Bekommst Du auch einen eigenen Bahnhof?“ ist eindeutig mit „nein“ zu beantworten.

Bahnhöfe gibt es eh nicht mehr, sie werden durch 120 Meter lange, hochmoderne Haltepunkte ersetzt, falls das Vorhaben umgesetzt wird, was letztlich „nur“ eine Frage des Geldes sein wird. Einen solchen Haltepunkt würden die künftigen Bewohner des geplanten großen Wohngebietes am Kohkamp in Albersloh erhalten. Von dort geht es dann zunächst mit 100 Stundenkilometern bis nach Wolbeck und von dort mit Tempo 80 über Angelmodde, Gremmendorf, Loddenheide und Halle Münsterland zum Hauptbahnhof in Münster. Und das im 20-Minuten-Takt (Stadtgebiet Münster) beziehungsweise 20/40-Minuten-Takt (Sendenhorst und Albersloh).

Damit die Züge so schnell fahren können, wird rund die Hälfte der heute 52 Bahnübergänge verschwinden. Die ungesicherten, die bleiben, werden ausgebaut und erhalten Schranken.

Für die Landwirte werden sogenannte Bahnseitenwege angelegt, über die sie künftig ihre Felder erreichen können. Mit vielen Bauern sei darüber bereits geredet worden, erklärte David Mehlich. Mit einigen aber auch noch nicht. Aber das werde folgen, weil man den Konsens mit allen Betroffenen wolle.

Der künftig höheren Geschwindigkeit ist auch die teilweise notwendige Verlegung der Gleise geschuldet, die aber nicht wesentlich vom derzeitigen Streckenverlauf abweicht. Zudem wird in einigen Bereichen für dass Passieren des Gegenverkehrs ein zweites Gleis angelegt. Auch am natürlich barrierefreien Haltepunkt in Sendenhorst, wo die Fahrt in einem sogenannten Stumpfgleis endet.

Die in Zukunft zwei Mal täglich vorgesehenen Güterzüge können dann vorbeifahren. „Sicherheit ist das Wichtigste“, erklärte Stephan Feldewert. Und deshalb wird zum Beispiel auch der heutige Bahnübergang am Rohrlandweg verschwinden.

Bleibt die Frage nach dem „Wann?“. Die ist heute nicht zu beantworten. Aber für den Bau eines Haltepunktes etwa haben die Planer sechs Monate Bauzeit kalkuliert.

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