Bürger wollen sich in der Flüchtlingshilfe engagieren
Für ein gutes Miteinander

Albersloh -

„Wir wollen helfen“, lautet die eindeutige Botschaft der Menschen, die sich am Mittwochabend im Sozial-Zentrum (SZ) am Kirchplatz trafen. Viele Albersloher Bürger waren gekommen, um ihre Bereitschaft zur Flüchtlingshilfe zu zeigen und gemeinsam zu überlegen, wie diese am besten koordiniert und sinnvoll miteinander verknüpft werden kann.

Sonntag, 13.12.2015, 14:12 Uhr

Die Betreiber des SZ und Mitglieder des DAF (Deutsch-Ausländischer Freundeskreis) freuten sich über die große Resonanz, die sichtbar mache, dass es vielen Alberslohern ein wichtiges Anliegen ist, die Situation der Flüchtlinge vor Ort zu verbessern und ein gutes Miteinander zu fördern. Bevor sich die Bürger den Themen Patenschaften, Fahrdienste, Sachspenden oder Begegnungsmöglichkeiten widmeten, berichtete Daniel Schrick von seinen Erfahrungen mit den Flüchtlingen, die in der Sport- und Wersehalle in Albersloh untergebracht sind.

Als Sozialarbeiter des ASB ist er gemeinsam mit seiner Kollegin Eva Stuckenbrock mit der Betreuung der Flüchtlinge in Albersloh betraut. „Ich bin begeistert davon, wie das hier funktioniert“, lobte Schrick die Situation vor Ort. Im Hauruckverfahren sei die Halle umfunktioniert worden. Und trotzdem sei es gelungen, den Gästen ein Mindestmaß an Privatsphäre zu gewährleisten. „Manche müssen nach den Strapazen erst einmal Kraft schöpfen. Andere machen sich direkt daran, die deutsche Sprache zu lernen“, erklärte der Sozialarbeiter, der die Schritte „ankommen, integrieren und selbstständig werden“ in der Flüchtlingsarbeit als zielführend erklärte. Dabei sei die große Bereitschaft der Flüchtlinge, die deutsche Sprache zu lernen, ein wichtiger Schritt in Richtung Integration.

Für die Kinder der so genannten Kommunalflüchtlinge gelte Schulpflicht, und die VHS böte Sprachunterricht an, der bereits ehrgeizig wahrgenommen werde. Abschließend lobte er: „Albersloh ist total offen. Die Hilfsbereitschaft ist riesig. Man kann auf ein tolles Netzwerk zurückgreifen.“ Und von Sprachbarrieren solle man sich nicht abschrecken lassen. Es sei besser, sich am Anfang mit Händen und Füßen zu verständigen, als gar nicht. „Ich möchte Ihnen die Angst nehmen, die Flüchtlinge anzusprechen“, ermutigte Daniel Schrick.

Bereits an diesem Abend trugen sich viele Bürger in eine Liste ein, um ihre Hilfsbereitschaft in vielfältiger Weise anzubieten. Neben der Bereitstellung von Fahrdiensten und Patenschaften werden auch Sachspenden wie Regale, Tische und andere Möbel für die Unterkünfte oder auch Schulutensilien, wie Hefte, Stifte oder Schulrucksäcke, für die Flüchtlingskinder benötigt. „Man könnte ja gemeinsam mit den Flüchtlingen einige der benötigten Möbel bauen“, war einer der Vorschläge, der auf Gegenliebe stieß. Sicherlich sei das eine von vielen möglichen Aktionen, ein gutes Miteinander zu fördern und den Aufenthalt der Gäste integrativ zu gestalten.

Viele Vorschläge zu gemeinsamen Unternehmungen wurden gemacht, bei denen sich das SZ bereit erklärte, Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. So soll ab sofort das Sozial-Zentrum an jedem Dienstag ab 16 Uhr zum Ort der Begegnung werden.

Bei aller Euphorie sei es nicht angedacht, die Flüchtlinge mit Aktionismus zu überschütten. „Vielleicht glauben wir zu wissen, was die Flüchtlinge wollen. Doch vielleicht wollen die ganz was anderes“, gab Christiane Sommer zu bedenken. So sei es sicherlich wichtig, sich mit den Flüchtlingen zu treffen, um von deren Bedürfnissen zu erfahren. „Wenn man den Menschen über die erste Hürde hinweghilft, ist das schon ein riesen Schritt in die richtige Richtung“, glaubt Annette Dimmer-Deppe und möchte den Bürgern Mut machen: „Eigentlich kann man nichts falsch machen.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3683930?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F190%2F4852565%2F4852566%2F
Nachrichten-Ticker