Ulrike Woelky und Klaus Elfring helfen Flüchtlingsfamilie
Momente, die man nie vergisst

Albersloh -

Ulrike Woelky hat gemeinsam mit ihrem Ehemann Klaus Elfring die Patenschaft für eine syrische Flüchtlingsfamilie übernommen, die in der Albersloher Notunterkunft lebt. Gemeinsam mit den Mitarbeitern des ASB ist dem Paar nun eine besondere Familienzusammenführung gelungen.

Donnerstag, 31.12.2015, 14:12 Uhr

Familienzusammenführung in Albersloh: Sie alle hoffen darauf, dass Familie Allu auch in Zukunft zusammen bleiben kann: Daniel Schrick vom ASB, Klaus Elfring, Tarik Allu, Ulrike Woelky, Abeer Allu, Ahmad Shammout, (oben, v. li.) sowie die Kinder Sidra, Sulaiman und Mohamed Allu.
Familienzusammenführung in Albersloh: Sie alle hoffen darauf, dass Familie Allu auch in Zukunft zusammen bleiben kann: Daniel Schrick vom ASB, Klaus Elfring, Tarik Allu, Ulrike Woelky, Abeer Allu, Ahmad Shammout, (oben, v. li.) sowie die Kinder Sidra, Sulaiman und Mohamed Allu. Foto: Christiane Husmann

„Es gibt Momente im Leben, die vergisst man nicht“, sagt Ulrike Woelky, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Klaus Elfring die Patenschaft für eine syrische Flüchtlingsfamilie übernommen hat. Die beiden Albersloher haben sich auf die Fahne geschrieben: „Da, wo wir können, wollen wir helfen.“ Und dass sie das können, erleben sie aktuell.

Vor neun Monaten machte sich die fünfköpfige Familie Allu mit Vater Tarik, Mutter Abeer und den Kindern Mohamed, Sidra und Sulaiman auf die Flucht vor dem Krieg in Syrien. Während die Mutter mit den Kindern in Albersloh Unterkunft fand, landete Vater Tarik, der zeitversetzt und kriegsverletzt fliehen musste, im Bundesland Bayern.

Die mit der Betreuung der in Albersloh lebenden Flüchtlinge beauftragte Sozialarbeiterin des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), Eva Stuckenbrock, setzte sich mit den ehrenamtlichen Paten Ulrike Woelky und Klaus Elfring dafür ein, dass Vater Tarik für 14 Tage das Bundesland Bayern verlassen darf, um seine Familie nach der langen Trennung wieder in die Arme schließen zu können. Die Paten Elfring und Woelky erklärten sich sofort bereit, Tarik Allu aus Bayern abzuholen. Doch das war nicht nötig: Die Reise konnte per Bahn angetreten werden. Die Albersloher Eheleute machten sich flugs auf den Weg zum Bahnhof in Münster, um den Familienvater in Empfang zu nehmen.

„Wir haben alle geweint“, beschreibt Ulrike Woelky den emotionalen Moment, als sich die Familie nach neun Monaten, die von Angst und Entbehrungen geprägt gewesen waren, das erste Mal wieder in den Armen liegt. „Sowas vergisst man nicht, wenn man hautnah mit dem Schicksal der Menschen konfrontiert wird“, sagt die Albersloherin, die sich nun mit ihrem Mann sowie mit Eva Stuckenbrock und weiteren Helfern weitestmöglich dafür einsetzen will, dass Tarik Allu auch in Zukunft bei seiner Familie in Albersloh bleiben kann. „Aktuell ist Tarik Allu nicht reisefähig“, erklärt Eva Stuckenbrock.

Der Syrer hat Granatsplitter im Bauch. Ein Sendenhorster Arzt hat attestiert, dass Tarik Allu in den nächsten Tagen nicht zurückreisen kann. „Wir wollen nun einen Eilantrag auf Familienzusammenführung stellen“, sagt Eva Stuckenbrock, die sich mit vielen bürokratischen Hürden konfrontiert sieht.

Die Paten Klaus Elfring und Ulrike Woelky sind froh, aktiv helfen zu können. „Beim Übersetzen steht uns Ahmad Shammout zur Seite“, stellt Ulrike Woelky den jungen Mann aus Syrien vor, der für die sprachliche Verständigung zwischen den Eheleuten und der Familie sorgt. „Wir wollen darauf hoffen und dafür kämpfen, dass die Familienzusammenführung Erfolg haben wird“, erklären die beiden Paten, die sich weiter gemeinsam mit anderen Helfern für das Wohl der Flüchtlinge einsetzen wollen.

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