Der neue Landschaftsplan
„Wir haben gelernt“

Sendenhorst/Albersloh -

Der Kreis Warendorf hat den Entwurf des neuen Landschaftsplans vorgestellt. Betroffen sind vor allem die Landwirte.

Donnerstag, 07.04.2016, 06:04 Uhr

Volles Haus: Heinz-Jürgen Müller stellt den zahlreichen Teilnehmern – unter ihnen viele Landwirte – den Entwurf des Landschaftsplans vor.
Volles Haus: Heinz-Jürgen Müller stellt den zahlreichen Teilnehmern – unter ihnen viele Landwirte – den Entwurf des Landschaftsplans vor. Foto: Josef Thesing

Die Tenne des Hauses Siekmann ist voll, dabei hat die Veranstaltung noch gar nicht begonnen. Die Gäste drücken sich die Nasen an den aufgehängten Karten platt. Diese hängen im Halbdunkel, weshalb ohne das Licht der Smartphones nicht viel zu sehen ist. Letzteres erzeugt bei dem einen oder anderen dann auch gleich hämische Kommentare. „Damit die Bauern nicht so genau gucken können“, sagt einer.

Fast jeder sucht seinen Hof und seine Flächen. „Das da ist bei Dir!“, ist jemand bei der Suche nach „schutzwürdigen Biotopen“ zumindest schon mal beim Nachbarn fündig geworden. Klar ist, wer bei der Aufstellung des neuen Landschaftsplanes zuallererst betroffen ist: die Landwirte. Und deshalb sind sie in großer Zahl zur Informationsveranstaltung am Dienstagabend in Sendenhorst – und am Mittwoch in Albersloh – gekommen, bei der der Vorentwurf des neuen Landschaftsplans vorgestellt wird. „Betroffen sind die Land- und Forstwirte“, redet Heinz-Jürgen Müller , Leiter des Amtes für Planung und Naturschutz des Kreises Warendorf , auch nicht lange um den heißen Brei herum. „Zunächst gibt es immer große Vorbehalte: Sie denken an ihre Flächen und in Generationen“, sagt Müller. Und: „Landwirtschaftliche Flächen sind nun mal nicht vermehrbar“, bringt er Verständnis für die Vorbehalte der Bauern auf. Gleichwohl sei der Landschaftsplan nun mal „kein Landwirtschaftsplan“, fügt er an.

Aus Sicht des Kreises ist die Umsetzung der Festsetzungskarte – die der Kern des Landschaftsplanes und für jedermann bindend ist – eine Frage vor allem des guten Miteinanders. „Wir haben gelernt“, sagt Müller. „Wir werden miteinander ins Gespräch kommen“, verspricht auch Friedrich Gnerlich, Umwelt- und Baudezernent des Kreises. Und zwar mit jedem, der es wünscht auf dessen Hof – und das, wenn nötig, auch mehrmals in den kommenden eineinhalb Jahren. Denn so viel Zeit werde beiden Seiten gegeben, um Übereinstimmung erzielen zu können. Der Landschaftsplan soll im Jahr 2018 endgültig beschlossen werden – und dann mindestens 15 Jahre Bestand haben.

„Wir wollen das miteinander machen“, betont auch Heinz-Jürgen Müller. „Ich möchte dabei einfach um ihr Vertrauen bitten.“ „Berechtigte wirtschaftliche Belange“ würden nicht vernachlässigt. Dabei sei auch klar, dass Kreis und Bauern nicht immer einer Meinung sein würden. Weil das so sei, gebe es den „Vertragsnaturschutz“ für Vorhaben in der Landschaft. „Beide müssen unterschreiben, damit der wirksam werden kann“, sagt Müller. Und deshalb müsse eben geredet und verhandelt werden. Ein Beispiel: Der Kreis vereinbart mit einem Bauern die Anlage eines Feuchtbiotopes auf einer landwirtschaftlichen Fläche, legt es an – und bezahlt es auch. Gleichwohl bleibt die Fläche im Besitz des Bauern.

Partner des Kreises ist neben den Landwirten die Stadt. Der neue Landschaftsplan orientiert sich deshalb auch am Regional- und Flächennutzungsplan sowie an der Bauleitplanung. Siedlungsgebiete und Flächen für die Umgehungsstraßen und für Windenergie sind herausgenommen beziehungsweise berücksichtigt.

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