Schützen proklamieren ihren neuen König
Fröhlich, freundlich und friedlich

Albersloh -

Nun ist es auch gewissermaßen offiziell. Die Albersloher Schützen haben ihren neuen König Hermann Stephan proklamiert. Wieder war fast das ganze Dorf auf den Beinen.

Montag, 04.07.2016, 16:07 Uhr

Im voll besetzten Schützenfestzelt feierten die Bürgerschützen mit einigen Damen beim Frühschoppen die Proklamation des neuen Königs. Da schmeckte nicht nur das spendierte Bier, sondern auch ein Süppchen.
Im voll besetzten Schützenfestzelt feierten die Bürgerschützen mit einigen Damen beim Frühschoppen die Proklamation des neuen Königs. Da schmeckte nicht nur das spendierte Bier, sondern auch ein Süppchen. Foto: Christiane Husmann

Ob auf der Wiemhove beim Antreten, ob im Busch beim Schießen oder während der Königsproklamation im Zelt: Wenn in Albersloh Schützenfest gefeiert wird, ist fast das ganze Dorf auf den Beinen und feiert gemeinsam mit bester Laune. So auch beim Frühschoppen am Montagmorgen, zu dem sich wieder viele Schützenbrüder eingefunden hatten.

Nach dem Antreten vor der Ludgerus-Kirche, dem ein Festgottesdienst vorangegangen war, marschierten der alte König Karl-Heinz Druffel und sein Nachfolger Hermann Stephan zum Zelt, das sich schnell mit Schützenbrüdern füllte, die der Königsproklamation beiwohnen wollten. Unter ihnen viele Ehrengäste, die vom Vorsitzenden der Albersloher Bürgerschützen, Udo Borgmann , begrüßt wurden, der den Straßenschmuck im Dorf lobte.

„Reise nach Jerusamem.

„Reise nach Jerusamem. Foto: Christiane Husmann

Die Männer und Frauen ließen sich zum Frühschoppen nicht nur das traditionelle Töttchen, sondern auch das erste spendierte Morgenbier schmecken.

Nach dem freiwilligen Dienstende von Hubert Deventer, der der Schützenkompanie über Jahre beim Antreten den notwendigen Gehorsam eingeimpft hatte, hatte in diesem Jahr Hauptfeldwebel Wolfgang Franke dieses Amt übernommen. „Lieber Wolfgang, ich meine das ist dir sehr gut gelungen“, lobte der Vorsitzende den Spieß, der mit seinem „Büchlein“ unter den Schützenbrüdern saß und sich Notizen machte.

Mit Blick auf den Vortag freute sich Borgmann darüber, dass wieder viele Menschen den Weg in Telges Busch gefunden hatten, um zu verfolgen, wie Hermann Stephan um 20.02 Uhr mit dem 228. Schuss den Vogel von der Stange geholt hatte. Und auch beim Antreten waren die Bürgerschützen stark vertreten. Stolze 270, statt, wie berichtet, 170 Mann, plus elf „Sandschaufelschützen“ hatten sich den autoritären Einweisungen des Hauptfeldwebels gestellt.

Der Pater, der neue und der alte König.

Der Pater, der neue und der alte König. Foto: Christiane Husmann

Mit Musik des Kolping-Blasorchesters in Stimmung gebracht, wollten die Schützenbrüder nun ihren neuen König Hermann Stephan ehren – allerdings nicht, ohne sich bei ihrem scheidenden König Karl-Heinz Druffel zu bedanken. „In deinen Adern fließt aufgrund deiner Leidenschaft für Motorräder, neben reichlich Albersloher Blut noch ,Benzin. Aber auch mit noch so viel Benzin im Blut gilt auch für dich, dass nun deine schöne Zeit als König von Albersloh abgelaufen ist“, resümierte Udo Borgmann und verabschiedete mit allen Schützenbrüdern den scheidenden König mit einem dreifachen „Horrido!“.

Pater Babu, der die Königsproklamation in Vertretung des noch genesenden Pfarrer Wilhelm Buddenkotte übernahm, fand viele passende Worte: „Bürgerschützenfest in Albersloh finde ich schön und lebendig, weil es ein Dorffest ist. Alle Menschen feiern mit. So erleben wir es nur in Albersloh.“ Die Menschen hier seien fröhlich, freundlich und friedlich. Pater Babu stimmte das Albersloher Heimatlied an, bei dem alle kräftig mitsangen. Der Geistliche erzählte auch von einem indischen Fest namens „Onam“, das ebenfalls an eine Königszeit erinnert. Und wieder stimmte Pater Babu ein Lied an – diesmal auf Indisch. Nach bewunderndem Applaus der Bürgerschützen machte sich der Pater an die Königsproklamation.

Auch Hampelmannkönigin Verena Walkowski musste die Kette an ihre Nachfolgerin Kathrin Röckmann abtreten. Gewürdigt wurde auch die Zielgenauigkeit der Scharfschützen, die den Vorgel im Vorfeld mächtig gerupft und ihn seiner Insignien entledigt hatten.

Die Reihe der Ehrungen riss noch lange nicht ab. Dabei wurden nicht nur die über 80 Jahre alten Schützenbrüder geehrt, sondern auch Werner Bruns, Josef Buhne, Josef Große Perdekamp, Josef Pälmke und Paul Roerkohl, die nun schon seit 50 Jahren dem Verein die Treue halten.

Nach einem unterhaltsamen Frühschoppen formierten sich die Musikzüge und begleiteten den neuen König zur Wiemhove, wo die Kinder der Kita St. Ludgerus mit vielen Zuschauern warteten. Dort durfte nicht nur der neue König, sondern auch zehn Männer seines Gefolges ihr Geschick bei der „Reise nach Jerusalem“ unter Beweis stellen. Behände pflanzten sich die großen Männer auf die kleinen Stühle, die sich von Mal zu Mal minimieren sollten. Den letzten Platz ergatterte dann auch der neue König, der sich über einen Orden freuen durfte.

In der Folge marschierten die Schützenbrüder zum Kriegerehrenmal, wo Christian Lütke Harmann den Gefallenen der beiden Weltkriege gedachte. Danach durfte sich Ortsvorsteher Sebastian Sievers über einen Besuch mit Präsentation des Fahnenschlags freuen.

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