Fahnengarde: Mädels mit Pfiff
Zum Abkühlen geht’s in den Pool

Albersloh -

Seit ihrer Gründung vor gut 43 Jahren trägt die Fahnengarde dazu bei, dass der Schützenverein nicht mehr nur von uniformierten Mannsbildern dominiert wird, sondern auch einen Frauenanteil hat. Am Sonntag, 16. Oktober, informiert die Garde auf dem Hof der Familie Fry über ihre Aktivitäten.

Montag, 10.10.2016, 06:10 Uhr

Die weibliche Fahnengarde bei „der Arbeit“ beim Schützenfest und beim traditionellen Winterkränzchen (unten). Die Mädels feiern gerne und sind stets gut gelaunt.
Die weibliche Fahnengarde bei „der Arbeit“ beim Schützenfest und beim traditionellen Winterkränzchen (unten). Die Mädels feiern gerne und sind stets gut gelaunt. Foto: -cri-

Die jungen Frauen der Fahnengarde des Bürgerschützenvereins sind immer ein Hingucker. Wenn sie in fescher Uniform auf dem Schützenfest die Fahnen schlagen, bietet sich den Zuschauern alljährlich ein schönes Bild.

Seit ihrer Erstgründung vor gut 43 Jahren trägt die Fahnengarde dazu bei, dass der Schützenverein nicht mehr nur von uniformierten Mannsbildern dominiert wird, sondern auch einen beachtlichen Frauenanteil hat, mit dem der Traditionsverein punkten kann.

Ob beim Schützenfest oder beim Winterkränzchen: Seit Jahren wird dem amtierenden Königspaar mit dem Fahnenschlag gehuldigt. Da müssen jeder Schritt und Armschlag sitzen. Tut er es meist auch, denn die jungen Damen treffen sich etwa sechs bis acht Wochen vor den Auftritten, um zu üben. Damit die Choreographie sitzt, werden sie von Trainerin Andrea Hörnemann angeleitet. Die Albersloherin gehört seit vielen Jahren zur Fahnengarde, hat allerdings inzwischen in der Truppe statt eines Rocks die Hosen an. Als „alter Hase“ weiß sie, dass die weibliche Garde traditionell nicht nur während, sondern auch vor und nach ihren Auftritten viel Spaß hat.

Die Fahnengarde ist auch beim Winterfest im Einsatz – humorvoll wie immer.

Die Fahnengarde ist auch beim Winterfest im Einsatz – humorvoll wie immer. Foto: Christiane Husmann

Schon in den 1980-er Jahren marschierten die Mädels – unter ihnen Andrea Hörnemann – am Schützenfestmontag mit ihren Fahnen durchs Dorf. „Ob bei Leifeld, Rüschenschmidt oder Bitter: Überall gab’s eine Stärkung“, erinnert  sich die Albersloherin. Auch bei Meier sei man immer herzlich willkommen geheißen worden. In einem etwas höher gelegenen Zimmer habe man sich über der Fleischerei gerne das eine oder andere Kaltgetränk gegönnt. „Einmal hat man uns da eingeschlossen, und wir mussten durchs Fenster steigen, um pünktlich zum nächsten Termin zu erscheinen“, weiß die ehemalige Fahnenschlägerin und erinnert sich: „Wie zufällig standen die Jungs von der Ehrengarde unter dem Fluchtfenster und halfen uns Mädels beim Ausstieg.“ Ob die vermeidlichen „Gentlemen“ beim Verriegeln der Tür ihre Finger im Spiel hatten, muss eine Mutmaßung bleiben.

Ein Foto der Garde aus längst vergangener Zeit.

Ein Foto der Garde aus längst vergangener Zeit.

„Zum Abkühlen besuchten wir beim Schützenfest immer  eine Familie mit Schwimmbad im Keller“, weiß Andrea Hörnemann noch genau. „Da ging’s mit voller     Montur ins Wasser.“ Diese Tradition hat sich bis heute hartnäckig gehalten. Damit bei dem Zeremoniell alles reibungslos läuft, hat die Ehrengarde sogar das Amt eines „Poolbeauftragten“ ins Leben gerufen und ein aufblasbares großes Planschbecken angeschafft. „Bei einem Schützenfest stieß der damalige Poolbeauftragte Sebastian ,Seekuh’ Jeiler auf ein Leck im fast leeren Pool“, erzählt die Albersloherin. Aus gegebenem Anlass habe sich netterweise eine kleine Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr auf den Weg gemacht, um das große Planschbecken mit Wasser zu füllen.

Damals wie heute haben die Gardistinnen viel Spaß. Und das nicht nur beim Schützenfest, weiß auch Luisa Pape , die sich ebenfalls für die Fahnengarde und dessen Nachwuchs stark macht. „Im Sommer hatten wir sehr viele Anfragen von jungen Mädels, die bei uns mitmachen wollen“, freut sich Luisa Pape.

Deshalb findet am Sonntag, 16. Oktober, auf dem Hof der Familie Fry ein Treffen für alle Interessierten statt. „Wichtig ist, dass die Mädels bis zum nächsten Schützenfest 16 Jahre alt sein müssen, um mitmachen zu können“ informiert Luisa Pape, die sich freut, dass die Garde keine Nachwuchssorgen haben muss.

Vorab zählt sie auf, welche festen Termine für die Fahnengarde im Jahreskalender stehen: „Das sind der Volkstrauertag, das Winterkränzchen am zweiten Wochenende im Januar, zwei Wochen vor dem Schützenfest Üben mit der Ehrengarde, eine Woche vor dem Schützenfest Üben mit dem Schützenverein und natürlich das Fest selbst am ersten Juliwochenende.“ Einen besonderen Termin fügt sie noch an. Nämlich den Vatertag, an dem die Mädels wieder einmal beweisen, dass man kein Mann sein muss, um prima feiern zu können.

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