Ein Fachmann für Felle
Mit Otto, Kurt und Tim

Albersloh -

Mit 15 Jahren begann Joachim Säll seine Ausbildung im Modehaus Mersmann, das 1949 von Otto Mersmann und seiner Frau Elfriede – „Friedl“ genannt – in Albersloh aufgebaut worden war. Heute, nach mittlerweile 45 Arbeitsjahren, ist der Kürschnermeister immer noch im Unternehmen tätig.

Freitag, 23.12.2016, 06:12 Uhr

Viel Lob finden Claudia und Kurt Mersmann (2.u.5.v.li.) für ihre langjährigen Mitarbeiter Maria Schulte-Bisping, Beate Smolka, Niklas Hövelmann und Joachim Säll (v.li.). Auf dem Foto fehlt Heinz Roskosch. In den 1970-er Jahren entstand auf dem Balkon des Textilgeschäfts Mersmann ein Foto, das die Kürschner Achim Säll, Kurt Mersmann, Heinz-Jürgen Badura, Hans-Dieter Kofort und Heinz Holtkamp (v.li.) zeigt.
Viel Lob finden Claudia und Kurt Mersmann (2.u.5.v.li.) für ihre langjährigen Mitarbeiter Maria Schulte-Bisping, Beate Smolka, Niklas Hövelmann und Joachim Säll (v.li.). Auf dem Foto fehlt Heinz Roskosch. In den 1970-er Jahren entstand auf dem Balkon des Textilgeschäfts Mersmann ein Foto, das die Kürschner Achim Säll, Kurt Mersmann, Heinz-Jürgen Badura, Hans-Dieter Kofort und Heinz Holtkamp (v.li.) zeigt. Foto: Christiane Husmann

Mit gerade mal 15 Jahren begann Joachim Säll seine Ausbildung im Modehaus Mersmann, das 1949 von Otto Mersmann und seiner Frau Elfriede – „Friedl“ genannt – in Albersloh aufgebaut worden war. Heute, nach mittlerweile 45 Arbeitsjahren , ist der Kürschnermeister bei „Mersmann Design“ nicht mehr wegzudenken.

Über die Jahre hat er sich nicht nur bei den Kunden, sondern auch bei seinen Chefs einen Namen gemacht. „Drei Generationen hast du geschafft: Otto, Kurt und Tim – Hut ab“, zollt ihm Kurt Mersmann, der 2012 den Chefsessel für seinen Sohn Tim geräumt hatte, Respekt. „Du bist mit mir und dann mit Tim auf vielen Messen weltweit gewesen. Wir haben immer super zusammengearbeitet“, lobt Kurt Mersmann. Die Attribute, die er für seinen Mitarbeiter findet, fallen durchweg positiv aus: „Einsatz- und leistungsbereit, kameradschaftlich, zuverlässig, engagiert und loyal.“ Deshalb sind Kurt Mersmann und sein Team erleichtert: „Glücklicherweise bleibst du uns noch lange erhalten.“

Gerne erzählt Kurt Mersmann von der Zeit, in der er und Achim Säll zu Kürschnermeistern ausgebildet wurden. „In den 1970-er Jahren haben wir fast ausschließlich Felle auf Kragen genäht“, erinnert er sich. „Für die ,DOB’, das steht für Damenoberbekleidung, wurden Mäntel mit Rotfuchs, Nutria oder Bisam besetzt.“ Insgesamt seien es wohl zehn bis 15 Jahre gewesen, in denen die beiden Arbeitskollegen Fellbesatz und Accessoires gefertigt haben. Heute würden ganze Mäntel und Jacken aus Leder, Lammfell und Pelz nachgefragt.

Und wo kommen die her?, fragen sich immer wieder Menschen. „60 bis 70 Prozent der Felle sind Nebenprodukte aus der Fleischindustrie. Und auch aus der Jagdhege beziehen wir unsere Felle“, erzählt Kurt Mersmann.

Ein eher geringer Teil komme von skandinavischen Farmen. „Wir legen großen Wert auf Nachhaltigkeit“, betont der Kürschnermeister mit Blick auf den Parkakragen der Besucherin, der mit einem Kunstfell verziert ist. „Den kann man nur bedingt recyceln. Ein echtes Fell dagegen wird häufig wiederverarbeitet und hält abgesehen davon auch viel länger“, erklärt der Fan von Naturmaterialien. „Wir versuchen, bei der Produktion nach Möglichkeit auf Kunstmaterialien komplett zu verzichten“, betont er.

Auf die Frage, ob trotz immer milderer Temperaturen Pelze noch nachgefragt werden, antwortet Kurt Mersmann sofort: „Wir haben uns dem Klimawandel angepasst – unter anderem mit federleichten Jacken und Mänteln“. Das Geschäft scheint zu laufen – egal welches Wetter. Und der Familienbetrieb Mersmann will sich auch in weiteren Generationen allen Gegebenheiten anpassen – vielleicht sogar bis zur nächsten Eiszeit.

Claudia und Kurt Mersmann freuen sich, dass die Mitarbeiter, die bei Mersmann anfangen, dem Familienbetrieb in der Regel bis zur Rente treu bleiben. So auch Heinz Roskosch, der vor 25 Jahren aus Polen nach Münster kam, nach Arbeit fragte und diese bei Mersmann bekam. „Er hat immer perfekt, fehlerfrei und in einer sehr hohen Geschwindigkeit gearbeitet“, weiß der Seniorchef, der sich freut: „Wir sind sehr froh, dass er uns als verdienter Rentner aushilfsweise weiter unterstützt.“

Ungern lässt das Modeteam Maria Schulte-Bisping in ihren wohlverdienten Ruhestand ziehen. „Ich habe sie 2003 von einem Hiltruper Modegeschäft regelrecht abgeworben“, erzählt Claudia Mersmann. Man könnte auch zurückgeworben sagen, denn die Albersloherin hatte bereits von 1971 bis 1980 mit „Friedl“ Mersmann am Kirchplatz Textilen verkauft. „Wir haben Maria als sehr motivierte und engagierte Mitarbeiterin geschätzt, die auch bei den Kunden sehr beliebt war“, lobt Claudia Mersmann, die sich mit Kurt und Tim Mersmann bei ihrem eingespielten Team für die vielen Jahre guter Zusammenarbeit bedanken möchte.

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