Eier und Kugeln von nebenan
Berufungsverhandlung im Nachbarschaftsstreit

Sendenhorst/Münster -

Es ging heftig zur Sache bei den ehemaligen Nachbarn. Eier und sogar Luftgewehrkugeln sollen neben deftigen Beschimpfungen geflogen sein. Vom Amtsgericht war ein Urteil gesprochen worden. Doch der Verurteilte ging in Berufung. Nun hat das Landgericht das Wort.

Dienstag, 31.01.2017, 14:01 Uhr

 
  Foto: dpa

„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn . . .“, heißt eine alte Weisheit. Dieser viel zitierte Spruch kann durchaus für das Zusammenleben zweier ehemaliger Sendenhorster Nachbarn zutreffen: Vom ersten Tag an soll es Schwierigkeiten zwischen dem unmittelbaren Nachbarn des heute 28-Jährigen Mieters eines Grundstücks gegeben haben. Durch das Abspielen lauter Musik und durch Rauchentwicklung aus einem von dem jungen Mann hochgemauerten und „baufälligen“ Kamin, fühlte sich der Nachbar belästigt. Den Zwist in einem Gespräch beizulegen, scheiterte.

Der Mann heizte nach Angaben der Geschädigten weiter. Seinen Kamin musste er später zurückbauen. Auch weitere Begebenheiten förderten nicht gerade das gedeihliche Zusammenleben. So flogen auch Eier gegen das Haus auf dem Nachbargrundstück. Während die Hauseigentümer die Hinterlassenschaft säuberten, beleidigte der 28-Jährige die Geschädigte sinngemäß mit den Worten: „Du Hure, putzt du auch schön.“ Das Ganze nahm an Heftigkeit zu, als der 44-jährige Ehemann der Geschädigten auf seinem Grundstück von einer Luftgewehrkugel mit einem Streifschuss am Rücken getroffen wurde, die eine ärztliche Versorgung notwendig machte. Zehn Tage nach dem Vorfall fand der 44-Jährige in einem Zimmer beim Staubsaugen ein Projektil , was vermutlich zuvor seiner Ehefrau gelten sollte.

Gefährliche Körperverletzung – wobei es in einem Fall bei einem Versuch blieb – und Beleidigung hatte das Amtsgericht in den Taten des 28 Jahre alten Angeklagten gesehen und ihn zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt worden war.

Weil das Urteil vom Angeklagten angefochten worden war, steht er nun vor dem Landgericht – und blieb einstweilen stumm. In einer vom Verteidiger abgegebenen Erklärung hieß es zum Auftakt, dass sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen äußern werde. Daher musste erneut in die Beweisaufnahme eingestiegen werden. Am ersten Verhandlungstag gab es fünf Zeugenaussagen, die nach Meinung des Gerichts nicht für ein Urteil ausreichten. Weitere Zeugen sollen am 20. Februar gehört werden. Dann wird auch ein Urteil erwartet.

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