Norbert Gatzen feiert heute seinen 90. Geburtstag
Deutschland per Rad kennengelernt

Sendenhorst -

Sein Beruf war für ihn gleichzeitig Berufung. Das steht für den ehemaligen Schulleiter der Realschule St. Martin, Norbert Gatzen, fest, wenn er an seinem heutigen 90. Geburtstag zurückblickt.

Mittwoch, 08.02.2017, 06:02 Uhr

Norbert Gatzen feiert heute seinen 90. Geburtstag.
Norbert Gatzen feiert heute seinen 90. Geburtstag. Foto: Anke Weiland

Sein Beruf war für ihn gleichzeitig Berufung – der ehemalige Schulleiter der Realschule St. Martin , Norbert Gatzen , feiert heute seinen 90. Geburtstag. „Ich habe meinen Beruf immer gerne ausgeübt, egal ob als Lehrer oder als Schulleiter“, betont er. Und er erinnert sich gerne zurück an die Zeiten, die für ihn auch voller Herausforderungen waren.

Geboren ist Gatzen in Altlünen, dort ging er auch zur Volksschule. „Ich war drei Tage zuvor 16 Jahre alt geworden, da wurde ich gemeinsam mit meinen Klassenkameraden zum Wehrdienst eingezogen“, holte ihn im Jahr 1943 der Zweite Weltkrieg ein. Als „Luftwaffenhelfer“ hatte der Jugendliche nach einer kurzen Ausbildung die gleiche Funktion wie die anderen Soldaten auch. „Die Kriegserlebnisse haben mich geprägt. Sie lassen einen nicht los“, erinnert er sich auch an diese dunklen Zeiten seiner Jugend. Nach zweieinhalb Jahren kam er schließlich in amerikanische Gefangenschaft nach Remagen.

Im Jahr 1946 machte Gatzen nach einem einjährigen „Förderlehrgang“ das Abitur und begann ein Studium in Deutsch, Englisch und Geografie. Mit dem Lehramtsstudium trat er in die Fußstapfen seines Vaters, der Volksschullehrer gewesen war. Das Wenige, was die Familie gespart hatte, wurde nach dem Krieg für Lebensmittel aufgebraucht, so musste der Student in den Semesterferien arbeiten gehen. Nicht nur, um seine Studium zu finanzieren – er hatte immer schon den Ehrgeiz, nach England zu gehen. Studiert hat er dann in Köln, Münster und im britischen York. „Man lernt eine Fremdsprache am besten, wenn man in dem Land ist“, ist er auch heute noch überzeugt.

1953 trat Gatzen dann seine erste Stelle an einem Internat in Diestedde an. Bereits nach einem Jahr wechselte er zu einer privaten Realschule nach Bad Laasphe. Dort wurde er mit 30 Jahren stellvertretender Schulleiter. Über einen Kollegen kam er schließlich, im Jahr 1964, nach Sendenhorst.

Dort suchte Stadtdirektor Heinrich Esser jemanden zum Aufbau einer neue Schule. „Das war einerseits schwierig“, gab es doch zahlreiche Hürden zu nehmen, „andererseits aber auch schön, denn ich konnte meine Wünsche von der Pädagogik mit einfließen lassen“, erzählt Gatzen rückblickend auf die Herausforderung, auf die er sich eingelassen hatte.

Mit Erfolg, die Realschule St. Martin – damals noch am Teigelkamp – wuchs schnell, 1969 wurde der Neubau „Auf der Geist“ eröffnet, damals war die Schule zweizügig. „Wir hatten erst Sorge, dass es so bleibt.“ Doch die erwies sich als unbegründet. Bereits beim Einzug in das Gebäude war die Schule zu klein. Mit zwei Containern wurde Abhilfe geschaffen. „Damit hatten wir nicht gerechnet“, meint der ehemalige Leiter. „Doch wir haben sehr bald gespürt, dass die Schule angenommen wird.“

Die Schule hat einen großen Teil seines Lebens ausgefüllt. Doch Norbert Gatzen ist auch ein Familienmensch. 1955 heiratete er seine Frau Alice, mit der er zwei Söhne hat. In Sendenhorst wurde die Familie sesshaft und baute ein Haus. „Höhepunkt des Jahres waren immer die Ferien mit den drei Enkeln“, erzählt der Senior. In seiner Freizeit sei er zudem gerne und viel geradelt, nach der Pensionierung öfter auch größere Touren. „So habe ich Deutschland erst richtig kennengelernt.“

Als begeisterter Briefmarkensammler pflegt er Kontakte nicht nur in Europa. Ehrenamtlich war Gatzen viele Jahre im Team des St.-Elisabeth-Stifts tätig, das sich um die Unterhaltung der Senioren kümmerte. In der Pfarrkirche traf man ihn oft als Lektor an. Mittlerweile lässt er es aus gesundheitlichen Gründen langsamer angehen – und kann im Alltag immer auf die Hilfe seiner guten Nachbarschaft zählen: „Ohne sie ginge nichts mehr.“

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