Hilfskonvoi nach Schlesien
Warme Pelze gegen polnische Kälte

Albersloh -

Bereits zum 77. Mal organisiert der Albersloher Hans Pollok einen Hilfskonvoi nach Schlesien, um bedürftigen Menschen dort auf direktem Weg zu helfen. Im Gepäck hat er diesmal auch ausrangierte Pelzmäntel der Firma Mersmann, die den Menschen gegen die Kälte helfen sollen.

Mittwoch, 15.02.2017, 06:02 Uhr

Gegen die Kälte sollen die gespendeten Pelzmäntel helfen, die von Niklas Hövelmann, Hans Pollok und Tim Mersmann (v.li.) für den Hilfstransport nach Schlesien verstaut werden. Die grünen Punkte auf der Karte bezeichnen die Orte, die Hans Pollok ansteuert.
Gegen die Kälte sollen die gespendeten Pelzmäntel helfen, die von Niklas Hövelmann, Hans Pollok und Tim Mersmann (v.li.) für den Hilfstransport nach Schlesien verstaut werden. Die grünen Punkte auf der Karte bezeichnen die Orte, die Hans Pollok ansteuert. Foto: Christiane Husmann

Die Pelzmäntel, die ordentlich sortiert an Kleiderstangen hängen, sind modisch vielleicht nicht mehr der „letzte Schrei“ – ihre wärmende Funktion haben sie über die Jahre aber nicht verloren. Und die gebotene Wärme ist es auch, die die Mäntel für die Hilfsaktion von Hans Pollok so wichtig macht. Bereits zum 77. Mal organisiert der Albersloher einen Hilfskonvoi nach Schlesien , um bedürftigen Menschen dort auf direktem Weg zu helfen.

„Da ist es bestimmt noch einige Tacken kälter“, ist sich Tim Mersmann sicher. Der Geschäftsführer von „Mersmann-Design“ freut sich, dass die altgedienten Pelzmäntel einem guten Zweck zugeführt werden können. „Viele unserer Kunden spenden ihre gebrauchten Mäntel, wenn sie erfahren, dass sie damit helfen können“, erklärt der Kürschnermeister. Auch Pelze, die in Zahlung genommen werden, kommen der Hilfsaktion zugute. „Wir geben Hans Pollok die gerne als Spende mit. Da sind wir uns sicher, dass sie auch ankommen“, ist Tim Mersmann überzeugt.

Einige der Pelzmäntel, die zum Großteil aus Lammfell geschneidert wurden, sind sogar schon Jahrzehnte alt. „Die Mäntel sind ja eigentlich nicht kaputtzukriegen“, beschreibt der Geschäftsführer die Qualität der Textilien. Die Felle mit sehr gut wärmenden Eigenschaften seien meist von Merino-, Churra- oder Corderitos-Schafen. Aus dem wertvollen Nebenprodukt bei der Fleischproduktion entstünden Mäntel, die nahezu „unverwünstlich“ seien. „Das hat auch was mit Nachhaltigkeit zu tun“, findet Tim Mersmann. „So ein Mantel hält gut und gerne 50 Jahre.“ Ein solches Kleidungsstück werde nicht nach einer Saison weggehängt oder gar entsorgt.

In Oppeln, Glatz und Guttentag steuern Hans Pollok und seine Begleiter Altenheime, Krankenhäuser und andere Einrichtungen an, für die der Hilfskonvoi aus dem Münsterland ein Segen ist. „Ob Möbel, Lebensmittel oder Kleidung – es fehlt an allen Enden“, weiß der Helfer aus Albersloh, der sich sehr über die gespendeten Mäntel freut und sich beim Familienunternehmen Mersmann bedankt. Tim Mersmann seinerseits lobt den unermüdlichen Einsatz Polloks, der eigentlich nach dem 80. Transport aufhören will. Doch wer den vitalen Fahrlehrer kennt, weiß, dass das wohl nur eine Zahl vor der Verlängerung sein kann.

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