Erinnerungsarbeit und Erhalt der Synagoge in Drensteinfurt
Kleinhans-Plakette geht an das Ehepaar Omland

Sendenhorst/Drensteinfurt -

Dr. Sabine und Dr. Kurt Omland sind in Sendenhorst mit der Bernhard-Kleinhans-Plakette ausgezeichnet worden. Der Verein „Woche der Brüderlichkeit“ würdigt damit die Erinnerungsarbeit und den Erhalt der Synagoge in Drensteinfurt.

Montag, 06.03.2017, 17:03 Uhr

Sie freuten sich über die Ehrung: Laudator Pastor Walter Gröne, Franz-Ludwig Blömker, Prof. Dr. Herbert Ulonska, Dr. Sabine Omland, Gerd Wilpert, Dr. Kurt Omland, Gerhard Bachteler, Dr. Monika Friedrich und Mechthild Brockschmidt-Gerhardt (v. li.).
Sie freuten sich über die Ehrung: Laudator Pastor Walter Gröne, Franz-Ludwig Blömker, Prof. Dr. Herbert Ulonska, Dr. Sabine Omland, Gerd Wilpert, Dr. Kurt Omland, Gerhard Bachteler, Dr. Monika Friedrich und Mechthild Brockschmidt-Gerhardt (v. li.). Foto: Anke Weiland

Für seine ehrenamtlichen Bemühungen zum Erhalt der Synagoge in Drensteinfurt erhielt das Ehepaar Dr. Sabine und Dr. Kurt Omland aus Drensteinfurt am Sonntag im Rahmen der Eröffnung der „Woche der Brüderlichkeit“ die Bernhard-Kleinhans-Plakette. „Seit 33 Jahren haben sie sich die Erhaltung und Nutzung der Synagoge zum Ziel gemacht“, begründete Pastor Walter Gröne die Entscheidung in seiner Laudatio.

Durch seine Arbeit als evangelischer Gemeindepfarrer in Drensteinfurt begegnete er im Jahr 1972 zum ersten Mal dem Lehrerehepaar, das sich bereits damals im Gemeindeleben, zum Beispiel bei der Gestaltung von Gottesdiensten, aktiv engagierte. Als Gröne dann von der unbeschädigten Synagoge erfuhr und den Gedanken hatte, diese renovieren und unter Denkmalschutz stellen zu lassen, musste gleichzeitig auch über eine Nutzung nachgedacht werden, führte der ehemalige Pastor aus.

Das Ehepaar Omland entwickelte gemeinsam mit Mitgliedern des Gesprächskreises, aus dem später der Verein zur Erhaltung und Nutzung der Synagoge wurde, ein Nutzungskonzept. „Hier wurde auch intensive Forschungsarbeit geleistet“, so Gröne.

Denn es gab kaum Aufzeichnungen über das jüdische Leben in Drensteinfurt. Über ihre Ergebnisse veröffentlichte Sabine Omland 1997 ein Werk zur Geschichte der Juden in Drensteinfurt, auch über die Stadtgrenzen hinaus in Sendenhorst .

Ihre Dissertation gebe Antwort auf die Fragen,                     warum sich der Nationalsozialismus so weit verbreiten konnte und  warum das Gedankengut immer noch in den Köpfen schlummert, fuhr Gröne fort. „Die Synagoge ist ein Lernort geworden.“ Schüler lernten, welche Folgen Diffamierung und Ausgrenzung haben könnten. Aus dem Denkmal Synagoge sei ein zukunftsweisendes Mahnmal geworden, an dem das Ehepaar mitgewirkt habe.

Dr. Sabine Omland nahm gemeinsam mit ihrem Ehemann Kurt die Plakette „fast überwältigt“ entgegen. Sie besteht aus einer Menora, die aus der Werkstatt von Bernhard Kleinhans stammt und einer dazugehörigen Plakette, die sein Sohn Basilius Kleinhans symbolhaft dazu gestaltet hat.

In ihrer Danksagung hob Omland ihrerseits die Verdienste Grönes zum Erhalt der Synagoge heraus. Und eine Verbindung zu Sendenhorst konnte sie ebenfalls herstellen: Nicht nur, dass die Drensteinfurter und Sendenhorster Juden eine Gemeinschaft waren: Es sei auch einer Sendenhorster Jüdin zu verdanken, dass die Synagoge überhaupt gebaut worden war.

Der heutige Schwerpunkt des Synagogenvereins sei die Zusammenarbeit mit Schulen, Bildungseinrichtungen und Kulturvereinen. „Leider ist unsere Arbeit nicht mehr nur als Vermittlung von Kenntnissen wichtig, sondern hat auch Bezugspunkte zu aktuellem Zeitgeschehen“, blickte sie in Richtung Flüchtlingspolitik und Weltgeschehen.

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