Optimierung der Busverbindungen
Unterwegs im eigenen Takt

Sendenhorst/Albersloh -

Können die bestehenden Busverbindungen optimiert und dem Stadtbussystem in Münster besser angepasst werden? Im Moment nicht, meint die RVM, die den Busverkehr in Sendenhorst betreibt. Denn betroffen sind zwei voneinander unabhängig agierende Bussysteme, die in ihrem eigenen Bereich eng aufeinander abgestimmt sind.

Donnerstag, 16.03.2017, 13:03 Uhr

Mit dem Bus nach Münster zu fahren, geht direkt und ist unproblematisch. Das Hiltruper Krankenhaus ist aber nur über Umwege oder mit zweimaligem Umsteigen zu erreichen.
Mit dem Bus nach Münster zu fahren, geht direkt und ist unproblematisch. Das Hiltruper Krankenhaus ist aber nur über Umwege oder mit zweimaligem Umsteigen zu erreichen. Foto: -jot-

Am Ende waren beide etwas pampig. Auf der einen Seite Christiane Seitz-Dahlkamp, Sprecherin der SPD-Fraktion, weil die Dinge nicht so liefen, wie sich die SPD das gewünscht hatte. Und auf der anderen Heinrich Möller, Verkehrsmanager der RVM, weil er möglichen Veränderungen mit Blick auf das Große und Ganze – derzeit – eine nahezu generelle Absage erteilte, was im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt eben nicht jeden zufrieden stellte.

Im Kern ging es um „ Optimierungen “ der Busverbindungen nach Hiltrup zum dortigen Krankenhaus und um eine bessere Busanbindung der Sendenhorster und Albersloher an die Bahnhöfe in Ahlen, Drensteinfurt und Rinkerode. Da im Kreis Warendorf derzeit der neue Nahverkehrsplan erarbeitet wird, sieht die SPD im Rat der Stadt derzeit Möglichkeiten, zu Verbesserungen durch Veränderungen zu kommen – zum Beispiel durch eine Anbindung der neuen Linie 18, die zwischen Wolbeck und Hiltrup verkehrt.

Doch so einfach ist das eben nicht, machte Heiner Möller deutlich. Denn betroffen sind zwei voneinander unabhängig agierende Bussysteme, die in ihrem eigenen Bereich eng aufeinander abgestimmt sind: das der Stadtwerke in Münster und das der Regionalverkehr Münsterland (RVM) im Kreis Warendorf. Das mache den Wunsch der SPD, dass sich die RVM Buslinien in Münster „anpassen“ solle, unmöglich. „Wenn etwa der Takt oder die Zeiten der Schnellbuslinie S 30 geändert würden, hätte das Nachteile für den gesamten Kreis Warendorf“, erklärte Möllers.

Vieles müsse geändert werden, weil die Zeiten aller RVM-Busse im Kreis aufeinander abgestimmt seien. Und nicht nur das: Angebunden sei der Takt auch an die Fernzugverbindungen an den Bahnhöfen. Und bezogen auf den Busverkehr in Münster fügte er an: „Wir können nur Wünsche äußern, mehr nicht.“ Und das habe die RVM „selbstverständlich getan“.

Diese Sichtweise sei „sehr konservativ“, meinte hingegen Christiane Seitz-Dahlkamp. Sie forderte, dass die RVM die Gespräche mit den Stadtwerken in Münster intensiviere.

Rein sachlich gesehen sei das, was der ÖPNV bislang aus Sendenhorst über Albersloh zum Hiltruper Krankenhaus anbiete, „Behelf“, räumte Heiner Möller ein. „Es gibt kein schlüssiges Konzept“, das beide Bussysteme ineinander verzahne, so der Verkehrsplaner. Ein Beispiel: Wer mit dem S 30 nach Münster fahre, kann an der Haltestelle „Pommernstraße“ in die Linie 6 der Stadtwerke umsteigen und muss zum Krankenhaus in Hiltrup noch einmal in die Linie 9 umsteigen. Fahrzeit: zwischen 52 und 55 Minuten. Vom Hauptbahnhof in Münster, der vom Schnell- und Regiobus angefahren wird, geht es mit der Linie 9 direkt zum Hiltruper Krankenhaus. Doch da, hat Möllers für die Nutzung des Regiobusses 32 in Albersloh errechnet, sind Reisende bis zu eineinhalb Stunden unterwegs. „In heutigen Zeiten eine Zumutung“, attestierte Andrea Lütteke-Dahlinghaus (BfA) dieser möglichen Verbindung.

Die neue Linie 18 in Wolbeck und Hiltrup stelle aber auch keine Lösung für Krankenhausbesucher oder -patienten da. Erstens gebe es keinen sinnvollen Haltepunkt mit vertretbar kurzen Wegen an der Hiltruper Kreuzung, so Heiner Möller. Und zweitens: „Die Linie 18 fährt gar nicht zum Krankenhaus.“

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