Pfarrgemeinde St. Martinus und Ludgerus
Komplizierte Akustik in den Kirchen

Sendenhorst/Albersloh -

Bislang hat der Kirchenvorstand von einer Umrüstung der Lautsprecheranlage auf moderne Technik, von der auch Träger von Hörgeräten profitieren, Abstand genommen. Diese kostenträchtige Entscheidung soll mit dem Innenanstrich und der Innenrenovierung der Kirchen verbunden werden.

Donnerstag, 23.03.2017, 15:03 Uhr

Gottesdienstbesucher, die Hörgeräte tragen, können in der Pfarrkirche St. Martin im Bereich zwischen den Säulen der Mutter Anna (re.) und der Heiligen Klara (l.) von einer Induktionsschleife profitieren.
Gottesdienstbesucher, die Hörgeräte tragen, können in der Pfarrkirche St. Martin im Bereich zwischen den Säulen der Mutter Anna (re.) und der Heiligen Klara (l.) von einer Induktionsschleife profitieren. Foto: Annette Metz

In der Pfarrkirche St. Martin gibt es seit vielen Jahren im vorderen Bereich des nördlichen also linken Mittelschiffs zwischen den Säulen mit der Mutter Anna und der nächsten Säule mit der Heiligen Klara unter den Kirchenbänken eine Induktionsschleife, die in den Boden eingelassen ist. Diese Induktionsschleife soll eine Hilfe sein für alle Gottesdienstbesucher, die auf ein Hörgerät angewiesen sind. Wenn der Träger eines Hörgerätes in diesem Bereich Platz nimmt, kann er das Hörgerät während einer Lesung oder während der Predigt auf T (wie Telefon) umstellen und bekommt das, was am Ambo oder an einer anderen Stelle über das Mikrofon gesprochen wird, nicht durch die Lautsprecher, sondern über die Induktionsschleife übermittelt.

Ob es in der St.-Ludgeruskirche auch solch eine Induktionsschleife gibt, sei nicht bekannt, teilt die Pfarrgemeinde mit. Im Rahmen der für 2018 geplanten Innenrenovierung der beiden Kirchen werde sicherlich aber auch ein Blick auf den Bereich der Elektrik, der Beleuchtung und der Akustik geworfen. Gerade bei der Akustik gebe es nach Auskunft von Fachfirmen, die Kirchen beschallen, seit ein paar Jahren einen Entwicklungssprung, bei dem die in den heimischen Kirchen vorhandene analoge Technik auf eine digitale Übertragung verändert werde, teilt die Gemeindeleitung mit. Diese Umstellung sei allerdings mit beträchtlichen Investitionskosten für die jeweilige Kirche verbunden. Deshalb hat der Kirchenvorstand bislang noch von einer Umrüstung der Lautsprecheranlage Abstand genommen, um die Entscheidung über diesen Punkt mit dem Innenanstrich und der Innenrenovierung der Kirchen zu verbinden.

„Insgesamt hat man es allerdings in beiden Kirchen mit großen Räumen zu tun. Die Hallenkirchen, in denen es in früheren Zeiten viele Dinge gab, die den Schall geschluckt und den Nachhall in Grenzen gehalten haben, wurden in vielen Gemeinden in den 1960-er Jahren von solchen Dingen ,befreit‘“, wird in der Mitteilung erklärt. Dazu gehörten beispielsweise Holz unter den Kirchenbänken, die Nebenaltäre und andere Dinge, die aus den Kirchen verschwanden. Damit hat sich auch die akustische Ausgangssituation deutlich verändert. Hinzu komme, dass auch die Zahlen der Gottesdienstbesucher seither stark gesunken seien. Somit habe sich auch durch die leerer gewordene Kirche die Akustik verändert.

Einige Kirchen seien zu teuren technischen Lösungen übergegangen, bei denen die Gottesdienstbesucher vor jeder Messe über eine Videoanlage erfasst werden und ein Computer in der Sakristei berechnet, wie die Lautsprecheranlage für die jeweilige Messe ausgesteuert werden muss. „Technisch sind viele Dinge in diesem Bereich inzwischen möglich, aber sie müssen auch bezahlbar bleiben. Und der Nutzen muss in einer Relation zum Erfolg stehen“, heißt es in der Mitteilung abschließend.

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