„Nahezu geräuschlos“
Interview mit Henning Rehbaum zur WLE-Reaktivierung

Münster/Albersloh -

Henning Rehbaum setzt sich für Personenzüge auf der WLE-Strecke ein. Im Interview sagt er, warum die Bahn wichtig ist. Rehbaum ist Mitglied im Landtagsausschuss für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr sowie Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in der Enquetekommission zur Finanzierung, Innovation und Nutzung des Öffentlichen Personenverkehrs in Nordrhein-Westfalen.

Montag, 27.03.2017, 14:00 Uhr aktualisiert: 27.03.2017, 18:14 Uhr
Sonderfahrten mit modernen Zügen auf der WLE-Strecke sind nichts Neues. Vor einiger Zeit hat es sie bereits gegeben, auch hier bei Albersloh.
Sonderfahrten mit modernen Zügen auf der WLE-Strecke sind nichts Neues. Vor einiger Zeit hat es sie bereits gegeben, auch hier bei Albersloh. Foto: Jürgen Brockamp

Der CDU-Landtagsabgeordnete Henning Rehbaum aus Albersloh hat den Vorschlag gemacht, einen modernen Zug auf der WLE-Strecke fahren zu lassen. So bekämen Anlieger eine Idee von der Belastung. Rehbaum ist Mitglied im Landtagsausschuss für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr sowie Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in der Enquetekommission zur Finanzierung, Innovation und Nutzung des Öffentlichen Personenverkehrs in NRW. Mit ihm sprach unser Redakteur Josef Thesing.

Herr Rehbaum, wie realistisch ist es, dass sich eine solche Aktion zeitnah durchführen lässt?

Henning Rehbaum: Das ist sehr realistisch. Auf der Strecke können auch in ihrem heutigen Zustand moderne Züge fahren. Bereits am Montag will der Zweckverband SPNV Münsterland (ZVM) darüber beraten. Dann könnte ein Zug einen Tag lang hin- und herfahren. Das ist das Beste, was man machen kann.

Was wollen Sie beweisen?

Rehbaum: Dass die Belastung für die Anlieger relativ gering ist. Schon jetzt. Dabei wird für die Zukunft das Gleisbett mit verschweißten Schienen ohne Fugen komplett neu aufgebaut. Die Züge haben verkoppelte Motoren und sind leiser als ein Bus. Auf die Dauer sind sicher auch Akku-Motoren interessant. Der technische Fortschritt führt dazu, dass die Züge nahezu geräuschlos sind.

Dennoch bleibt eine zusätzliche Belastung durch ein neues Verkehrsmittel . . .

Rehbaum: In der Stunde fahren zwei geräuscharme Züge. Nachts nicht. Auf der anderen Seite haben wir Straßen mit täglich Tausenden von Autos, die weniger werden könnten. Die Belastung durch die Züge ist relativ klein.

Wie wird die Reaktivierung der WLE im Land politisch gesehen?

Rehbaum: Der Vorteil ist unbestritten. Das sagt auch der Verkehrsminister. Wir haben in NRW stark wachsende Städte, zu denen auch Münster und das Umland mit Albersloh und Sendenhorst gehören. Für Münster und Sendenhorst ist das eine Riesenchance. Und es ist technisch machbar.

Dennoch braucht es Zubringerverkehre durch Busse oder Vergleichbares.

Rehbaum: Die stehen mit auf der Liste. Und die muss es ganz unabhängig vom Personenverkehr auf der WLE-Strecke künftig sowieso geben. Das ist eine Frage der Mobilität in den Stadtvierteln und Bauerschaften, in denen die Menschen immer älter werden. Wir müssen sie dort abholen. Und schon heute müssen die Menschen zu den Schnellbushaltestellen oder zum Bahnhof in Rinkerode fahren.

Was bedeutet das für den Flächenverbrauch, etwa in der Landwirtschaft?

Rehbaum: Es gibt dort gute Ansätze, zum Beispiel beim vorgesehenen Öko-Ausgleich. Es ist wichtig, möglichst wenig Fläche zu verbrauchen.

Eine ganze Reihe von Anliegern vor allem in Gremmendorf, aber auch in Wolbeck sind gegen die Bahn. Was sagen Sie denen?

Rehbaum: Man kann ihnen zum Beispiel sagen, dass in all den Bereichen, in denen Strecken reaktiviert wurden, die Menschen die Bahn heute nicht mehr hergeben wollen. Sie sind auf den Geschmack gekommen.

Ist die geplante Umgehungsstraße für Albersloh überflüssig, wenn die Bahn fährt?

Rehbaum: Nein, wir brauchen beides. Die WLE ist eine wichtige Ergänzung. Die Lkw fahren nicht auf der Schiene.

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