Marode Wirtschaftswege
86 Jahre Arbeit

Sendenhorst/Albersloh -

Viele Wirtschaftswege in der Stadt sind in einem schlechten bis sehr schlechten Zustand, auch wenn einige von ihnen nach einer Prioritätenliste Jahr für Jahr geflickt werden. Würden die kleinen, besonders schlechten Straßen im bisherigen Umfang weiter unterhalten, würde es Jahrzehnte dauern, bis alles gemacht ist.

Dienstag, 25.04.2017, 05:04 Uhr

Viele Wirtschaftswege sind schlecht, wie hier zum Beispiel in der Bauerschaft Sunger. Dieser Weg gehört nicht einmal zu den schlechtesten. Die Stadt will das Problem künftig mit einem neuen Konzept angehen.
Viele Wirtschaftswege sind schlecht, wie hier zum Beispiel in der Bauerschaft Sunger. Dieser Weg gehört nicht einmal zu den schlechtesten. Die Stadt will das Problem künftig mit einem neuen Konzept angehen. Foto: Josef Thesing

Die Wirtschaftswege gammeln der Stadt unter dem Hintern, pardon, unter den Rädern, weg. Obwohl einzelne Wirtschaftswege seit Jahren gemäß einer Dringlichkeitsliste repariert und teilweise saniert werden, verschlechtert sich der Zustand der kleinen Straßen und Wege im Außenbereich kontinuierlich.

Und das offenbar drastisch. „Die Straßenzustandsbewertung aus dem März hat ergeben, dass sich der Zustand der Wirtschaftswege gegenüber 2015 deutlich verschlechtert hat“, heißt es im Bericht für die heutige Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt.

Diese Aussage mögen Politik, Verwaltung und die Nutzer noch als gegeben hinnehmen – in der Hoffnung, dass die schlimmsten Löcher demnächst wieder geflickt werden. Eine andere Bewertung der Verwaltung sollte aber aufhorchen lassen, weil sie deutlich macht, dass dem Grundübel mit Flicken kaum beizukommen ist und dass das bislang Jahr für Jahr investierte Geld in die Reparaturen schon länger nicht mehr ausreicht. Wenn die Unterhaltung der Wege im gleichen Umfang wie in den vergangenen Jahren fortgeführt würde, würde „eine Sanierung aller als ,schlecht’ und ,sehr schlecht’ beurteilten Asphaltdecken rund 86 Jahre dauern“, heißt es im Bericht der Verwaltung.

Allein die Sanierung der in diesem Jahr als „schlecht“ oder „sehr schlecht“ beurteilten Gemeindeverbindungsstraßen würde – wenn sie in gleichem Umfang wie in der Vergangenheit geflickt würden – 46 Jahre in Anspruch nehmen.

 

Fest steht laut Verwaltung, dass die bislang von den Bauhofmitarbeitern durchgeführten Reparaturen „nicht ausreichen, um den zunehmenden Verfall der Straßen und Wege im Außenbereich aufzuhalten“.

Um das „Verfallsdatum“ der Straßen nachhaltig zu verlängern, müsste also neben viel Manpower sicher ein stattlicher Millionenbetrag investiert werden. Doch der ist nicht da – und die Fahrzeuge und Maschinen, mit denen die Landwirte die Wege befahren, dürften in den kommenden Jahren sicher nicht leichter und kleiner werden.

Doch das Geld ist nicht da, und die Manpower des Bauhofs hat ebenfalls ihre Grenzen. Und so sollen 2017 70 000 Euro investiert werden, wovon unter anderem die Straße zwischen der Landesstraße 850 und dem Haus Sunger Nr. 6 profitieren soll. Auf einer Länge von 900 Metern soll eine neue Decke aufgebracht werden. „Verstärkte Unterhaltung“ wird das genannt.

Doch weil das nur der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein ist, hat die Stadtverwaltung ein neues Wirtschaftswegekonzept beauftragt. Das sei „dringend geboten“ – weil es so wie bisher wohl nicht weitergeht.

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