Erster Integrationskursus
Sprache, Politik und Kultur

Sendenhorst -

500 Unterrichtsstunden haben sie in ihrer „Klasse“ verbracht, die im Kommunalforum eingerichtet war. Am Ende stand der „Deutsch-Test für Zuwanderer“, und sechs der Männer und Frauen haben diesen mit Auszeichnung bestanden.

Samstag, 13.05.2017, 06:05 Uhr

Geschafft: Von der Stadt, der VHS und von den Lehrern wurden den Teilnehmern des Integrationskurses die Urkunden übergeben. Freude und Stolz waren bei allen Beteiligten groß.
Geschafft: Von der Stadt, der VHS und von den Lehrern wurden den Teilnehmern des Integrationskurses die Urkunden übergeben. Freude und Stolz waren bei allen Beteiligten groß. Foto: Josef Thesing

500 Unterrichtsstunden haben sie in ihrer „Klasse“ verbracht, die im Kommunalforum eingerichtet war. Los ging es immer morgens um 8.30 Uhr, und die meisten waren auch stets pünktlich, versicherten die beiden Lehrer Wolfgang Schmeken und Bernd Michel . Deren Aufgabe war sicher nicht immer einfach, kamen ihre 14 Schüler doch überwiegend aus Syrien, wo die deutsche Sprache nun mal nicht so verbreitet ist.

Am Ende stand der „Deutsch-Test für Zuwanderer“, und sechs der Männer und Frauen haben diesen mit Auszeichnung bestanden. „Das ist ein guter Wert, da die Prüfung sehr anspruchsvoll ist“, attestierte Bürgermeister Berthold Streffing bei der Übergabe im „Klassenzimmer“. Die übrigen Schüler schlossen eine Note niedriger ab – und könnten 300 Stunden nachlegen, die ebenfalls vom Bundesamt für Migration finanziert und von der VHS durchgeführt werden.

500 Stunden Deutsch waren aber nicht alles. Nach der letzten Spracheinheit wurden weitere 100 Stunden draufgesattelt, in denen sich die Schüler dem Land widmeten, in dem sie nun leben: Deutschland. Und da ging es unter anderem um Politik, Gesellschaft und Kultur – und so, wurde am Rande der „Zeugnisausgabe“ gemutmaßt, dürfte sich mancher der zehn Männer und vier Frauen vielleicht besser in der neuen Heimat auskennen als Einheimischische, die sich nicht für die Politik, Gesellschaft und Kultur in ihrem Land interessieren.

Bernd Michel und Wolfgang Schmeken sind ehemalige Lehrer, die trotzdem für diesen besonderen Unterricht eigens eine Zulassung des Bundesamtes für Migration erhalten mussten. Gestartet wurde im August des vergangenen Jahres.

Der Bürgermeister freute sich besonders darüber, dass alle bei der Stange geblieben waren und „tolle Prüfungen“ abgelegt hatten. „Es ist schön, dass sie in Sendenhorst und Deutschland angekommen sind. Fühlen sie sich hier wohl“, erklärte er.

Und so gab es viele strahlende Gesichter. Und natürlich gutes Deutsch. „Ich weiß nicht, wie ich ihnen allen dafür danken kann“, erklärte ein junger Syrer.

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