Probleme bei Arthrose und Arthritis
Auch an der Schulter ist Gelenkersatz möglich

Sendenhorst -

Wenn das Schultergelenk durch Verschleiß oder rheumatisch bedingte Entzündungen gestört sei, könnten konservative Behandlungsmöglichkeiten oder gelenkerhaltende Operationen den Patienten Aufschub geben. Bei sehr starker Zerstörung sei aber eine Versorgung mit einem künstlichen Gelenk möglich. Das war das Thema der Patientenakademie im St.-Josef-Stift.

Sonntag, 14.05.2017, 17:05 Uhr

Die Chefärzte Dr. Frank Horst (l.) und Dr. Ludwig Bause erläuterten bei der Patientenakademie die Möglichkeiten des künstlichen Gelenkersatzes an der Schulter bei Arthrose und Arthritis.
Die Chefärzte Dr. Frank Horst (l.) und Dr. Ludwig Bause erläuterten bei der Patientenakademie die Möglichkeiten des künstlichen Gelenkersatzes an der Schulter bei Arthrose und Arthritis.

„Das Schultergelenk ist ein kleines Wunderwerk der Natur“, heißt es im Bericht des St.-Josef-Stifts. Dieses Kugelgelenk besitze die größte Beweglichkeit um die drei Körperachsen und funktioniere durch das perfekte Zusammenspiel von Muskeln und Sehnen.

Wenn dieses System durch Verschleiß oder rheumatisch bedingte Entzündungen gestört sei, könnten konservative Behandlungsmöglichkeiten oder gelenkerhaltende Operationen den Patienten Aufschub geben. Bei sehr starker Zerstörung sei aber eine Versorgung mit einem künstlichen Gelenk möglich. Das war das Thema der Patientenakademie im Stift.

„Rheuma verursacht eine Entzündung der Gelenkinnenhaut, die die Sehnen und Gelenkknorpel und langfristig auch Knochen zerstört“, erklärte Dr. Ludwig Bause, Chefarzt der Klinik für Rheumaorthopädie. Arthrose sei dagegen nicht entzündlich und bedeute vor allem den Verschleiß des Gelenkknorpels, erläuterte Frank Horst , Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Traumatologie.

Das Gelenk versuche, sich gegen den Verschleiß durch eine Art natürliche Versteifung zu schützen. Betroffene verspürten eine zunehmende Unbeweglichkeit, nachlassende Muskelkraft und Schmerzen, die auch in Nacken oder Rücken ausstrahlen können. „Viele Patienten haben Probleme, den Arm zu heben, um eine Tasse in den Schrank zu stellen oder sich die Haare zu kämmen“, so Horst

Bereits 1980 sei die erste Schulterprothese entwickelt worden. In den 1990-er Jahren habe das St.-Josef-Stift zu den ersten Krankenhäusern bundesweit gehört, die Patienten mit modernen Prothesen versorgt hätten. Zur Verfügung stünden heute verschiedene Implantattypen wie Hemiprothese, Kappenprothese, Vollprothese und inverse Prothese. Die Auswahl richte sich danach, wie stark die Zerstörung oder der Verschleiß schon fortgeschritten ist. Die Befestigungsart hänge davon ab, wie stabil die Knochenstruktur des Patienten ist. Die grundsätzlich positive Nachricht laute: „Auch für Rheumatiker gibt es heutzutage gute Versorgungsmöglichkeiten, die es erlauben, ein Implantat bei Bedarf auch zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal auszutauschen.“ In jedem Fall liege die Entscheidung für künstlichen Gelenkersatz aber immer beim Patienten. Dr. Horst: „Sie entscheiden und bestimmen den Zeitpunkt.“

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