Registrierung als Blutstammzellenspender
Ein Mundabstrich reicht aus

Sendenhorst -

Die Organisatoren der Aktion zur Registrierung als Blutstammzellenspender auf dem Parkplatz der Veka AG freuten sich am Montagmorgen, dass die Mitarbeiter und die Sendenhorster seinem Aufruf so zahlreich folgen. Mit einem Abstrich von der Mundschleimhaut war (fast) alles erledigt.

Montag, 15.05.2017, 14:05 Uhr

Die Mitarbeiterin der Westdeutschen Spender-Zentrale klärte die Veka-Mitarbeiter über das auf, was bei der Registrierung passiert.
Die Mitarbeiterin der Westdeutschen Spender-Zentrale klärte die Veka-Mitarbeiter über das auf, was bei der Registrierung passiert. Foto: Anke Weiland

„In der ersten Stunde habe ich 30 Personen gezählt“, blickt Raphael Fleischer zufrieden zum Zelt der Westdeutschen Spender-Zentrale (WSZE). „Wenn das so weitergeht, ist das eine gute Quote“. Der Initiator der Aktion zur Registrierung als Blutstammzellenspender auf dem Parkplatz der Veka AG freut sich am Montagmorgen, dass seine Kollegen und die Sendenhorster seinem Aufruf so zahlreich folgen.

„Meine Freundin ist inzwischen auf dem Weg der Besserung“, erzählt er erleichtert. Durch ihre Leukämie-Erkrankung ist er auf die Idee dieser Typisierungsaktion gekommen. Sie hatte Glück: Für sie wurde in der Zwischenzeit ein passender Stammzellen-Spender gefunden. Doch pro Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie Leukämie. Je mehr Menschen sich registrieren lassen, desto höher ist die Chance, einen passenden Stammzellen-Spender zu finden, heißt es bei der WSZE.

Abgeben, registrieren – und fertig.

Abgeben, registrieren – und fertig. Foto: Anke Weiland

„Viele meiner Freunde sind bereits registriert. Ich habe in dieser Beziehung immer etwas ‚gepennt‘ – bis meine Freundin krank wurde“, gibt Fleischer offen zu.

Mit Hilfe des Veka-Gesundheitszirkels, der sich um die Organisation gekümmert hatte „und sofort bereit war, die Idee umzusetzen“, will er nun anderen helfen.

Am Montag stehen drei Mitarbeiter der WSZE bereit, um den Besuchern bei der Registrierung zu helfen. Das geht eigentlich ganz unkompliziert: Zuerst muss die Einverständniserklärung unterschrieben werden. Dann nimmt der Besucher selbst einen Abstrich seiner Mundschleimhaut, der dann mit einem Barcode anonymisiert wird.

Die Initiatoren und Organisatoren freuten sich über die große Teilnahme.

Die Initiatoren und Organisatoren freuten sich über die große Teilnahme. Foto: Anke Weiland

Das reicht zur Registrierung und Weiterleitung an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland schon aus. Erst wenn es eine Übereinstimmung mit einem Erkrankten gibt, wird eine Blutprobe angefordert, um die Gewebemerkmale genauer zu überprüfen. Die Mitarbeiter der WSZE beantworten die zahlreichen Fragen und klären auf. Was im Übrigen ganz wichtig ist, meint Barbara Oermann. Die Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit bei Veka betreut die Aktion vor Ort und ist sich sicher: „Aufklärungsarbeit ist vonnöten.“ Denn: „Viele denken bei Stammzellen aus dem Knochenmark sofort an den Rücken. Doch das Knochenmark wird aus dem Becken entnommen.“ Zudem sei mittlerweile eine Entnahme von Stammzellen aus dem peripheren Blut üblich.

Auch ein Team des WDR hat die Aktion auf den Plan gerufen, das das Treiben auf dem Parkplatz filmt. Immer wieder trudeln Veka-Mitarbeiter ein, und auch zahlreiche Sendenhorster finden den Weg zur Registrierung. „Oft geht so etwas ja an einem vorbei“, meint Andrea Suermann. „Als ich den Aufruf in der Zeitung gelesen habe, war ich traurig, dass ich die Altersgrenze zur Registrierung um ein paar Jahre überschritten habe. Dann habe ich mir gedacht, ich fahre einfach hin und gucke, ob es doch noch geht.“

Und es ging. „Eigentlich haben wir die Grenze bei 40 Jahren, weil dann die potenziellen Spender oft selbst gesundheitlich nicht mehr so gut drauf sind“, meinen die Mitarbeiter. Das sei jedoch keine starre Grenze, und so freut sich Andrea Suermann: „Damit kann man vielleicht noch Leben retten.“

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