Kleingartenverein „Zur Rose“ erhält Förderung für Projekt mit syrischen Familien
Integration im Grünen

Sendenhorst -

Im Kleingartenverein „Zur Rose“ sind auch zwei Flüchtlingsfamilien aus Syrien aktiv. Hierfür hat der Verein das Projekt „Integration von syrischen Flüchtlingsfamilien im Integrationsgarten“ ausgearbeitet. Das hat hohe Anerkennung gefunden: Bundesminister Christian Schmidt hat den Verein ausgezeichnet.

Donnerstag, 06.07.2017, 06:07 Uhr

Ein gelungenes Projekt, das weiter geführt werden soll, waren sich Kleingärtner, Vorstand, Politiker und die Flüchtlingsfamilien einig.Die Urkunde (kl. Foto.) wurde von Bundesminister Christian Schmidt in Berlin überreicht.
Ein gelungenes Projekt, das weiter geführt werden soll, waren sich Kleingärtner, Vorstand, Politiker und die Flüchtlingsfamilien einig.Die Urkunde (kl. Foto.) wurde von Bundesminister Christian Schmidt in Berlin überreicht. Foto: Anke Weiland

„Integration hat bei uns im Kleingarten immer schon eine große Rolle gespielt“, beschrieb Hubert Klar . „1955 kamen Vertriebene aus Ostpreußen und Schlesien, etwa 20 Jahre später die Spätaussiedler. Und heute sind es die Flüchtlinge aus Syrien“, so der zweite Vorsitzende des Kleingartenvereins „Zur Rose“ weiter. Um zwei dieser Flüchtlingsfamilien bei der Integration zu unterstützen, hat der Kleingartenverein das Projekt „Integration von syrischen Flüchtlingsfamilien im Integrationsgarten“ ausgearbeitet.

Die Idee sei von Bernhard Daldrup gekommen, der die Fördermaßnahmen des Bundes an den Verein herangetragen hatte. „Wir haben sofort gemerkt, dass das auch wirksam für unseren Kleingarten ist“, so Klar. Der Kleingartenverein hat daraufhin Fördermittel für den Ankauf von zwei frei werdenden Gartenparzellen über das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter dem Motto „500 Landinitiativen“ beantragt und auch erhalten.

Die Syrer Achmad Alhakem, seine Ehefrau Wafaa Alotman und ihre drei Kinder sind seit zwei Jahren in Deutschland. Sie bewirtschaften seit einiger Zeit eine Parzelle im Kleingarten und bauen dort unter anderem Salat, Erbsen, Bohnen, Tomaten und Peperoni an. Auch Mustafa Najjar, der die zweite Parzelle bewirtschaftet, stammt mit seiner Familie aus den Kriegsgebieten nahe Aleppo. Beide Familien sind anerkannte Flüchtlinge und besuchen den regelmäßigen Deutschunterricht im Haus Siekmann.

„Wir sind stolz, dass sie im wahrsten Sinn des Wortes ‚aufblühen‘“, berichtete Klar über die Entwicklung. Es gebe doch viele Berührungspunkte beim Gärtnern. Ein erster syrischer Grillnachmittag hätte aber auch die unterschiedliche Kultur deutlich gemacht. „Sie grillen auch anders“, schmunzelte der zweite Vorsitzende. Die Verständigung, zunächst nur mit Händen und Füßen, werde zusehends besser.

Während einer Feierstunde der „Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung“ in Berlin wurde der Vorstand in der vergangenen Woche für seine Idee und das Engagement mit einer Urkunde aus den Händen von Bundesminister Christian Schmidt geehrt. „Wir waren der einzige Kleingartenverein von zehn Vereinen“, fügte Klar nicht ohne Stolz an.

Das Projekt soll weitergeführt werden. „Wir haben Spaß daran“, so Klar. Bei den verschiedenen Vereinsveranstaltungen und Feiern könne man sich überdies noch näher kennenlernen.

Bernhard Daldrup dankte dem Vorstand für die Umsetzung des Projekts: „Das zeigt, dass Kleingärten Integrationspunkte sind.“ Das sah auch Annette Watermann-Krass so, die aber auch weitere wichtige Bedeutungen für den Verein sah. „Der Kleingarten gehört zu unserer ‚grünen‘ Stadt“ – zum einen als Ausgleichsmaßnahme und zum anderen, „damit die Kinder lernen, wie unsere Lebensmittel produziert werden“. Rolf Rosendahl, Bezirksvorstandsvorsitzender der Kleingärtner des Kreises Warendorf, dankte den Politikern für die Unterstützung.

Und Bürgermeister Berthold Streffing erinnerte daran, dass Gemeinschaft und Integration schon früher wichtig gewesen seien. Zum Beispiel beim Gewinn der „Silbernen Plakette 2005“ des Wettbewerbs „Kleingarten in Nordrhein Westfalen“. „Das war ‚Silber‘, 2017 nenne ich ‚Gold‘“, meinte der erste Vorsitzende Helmut Jarosch zur gerade erhaltenen Urkunde. „Ich bin sehr froh, dass die Familien zu uns gehören und wir sie integrieren. Lernen können beide Seiten voneinander.“

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