Stadt stellt Konzept vor
Der klassische Spielplatz ist passé

Sendenhorst -

Der Generationenwandel in Wohngebieten und geänderte Interessen von Kindern und Jugendlichen führen dazu, dass der klassische Spielplatz ausgedient hat. Wie die Zukunft aussehen könnte, zeigt die Stadt Sendenhorst. Sie schlägt Themenspielplätze“ und „Begegnungsräume“ vor.

Donnerstag, 06.07.2017, 14:07 Uhr

Die Teilnahme an der Veranstaltung für die Bürger war sehr übersichtlich. Dennoch wurde an den „Thementischen“ intensiv und konstruktiv diskutiert.
Die Teilnahme an der Veranstaltung für die Bürger war sehr übersichtlich. Dennoch wurde an den „Thementischen“ intensiv und konstruktiv diskutiert. Foto: Josef Thesing

Der klassische Spielplatz, der von allem etwas hat, aber keinen richtigen Schwerpunkt, ist passé. Drei Spielplätze, die sich an Eltern mit kleinen Kindern aus der unmittelbaren Nachbarschaft wenden – sogenannte „Quartiersspielplätze“ – soll es zwar auch künftig noch geben. Aber im Mittelpunkt werden „Aufenthaltsräume“ – mit und ohne Spielgeräten – stehen. Das ist der Kern der Bürgerveranstaltung, an der am Mittwochabend im Haus Siekmann neben Politik, Verwaltung und Fachleuten gerade mal eine Handvoll „Bürger“ teilnahmen.

Der Spielplatz an der Ostenpromenade soll zu einem naturnahen Begegnungsraum werden.

Der Spielplatz an der Ostenpromenade soll zu einem naturnahen Begegnungsraum werden. Foto: Tom Hagemann

Die Gründe, warum alte Spielplätze nicht mehr und neue zum Teil ungern genutzt werden, sind vielfältig. In älteren Wohngebieten fehlen schlicht die Kinder. Die Geräte sind zum Teil vergammelt, und der Sand ist verschmutzt oder von Gras durchwachsen. An den neueren fehlt es im Hochsommer vor allem an Schatten, wurde in der Diskussion am Mittwoch bemängelt. Zudem hat sich das Verhalten der Kinder generell verändert. „Ältere Kinder und Jugendliche sieht man im Stadtbild heute kaum noch“, erklärte Katja Usunov , Projektleiterin in der Stadtverwaltung. Das gelte aber nicht nur für Sendenhorst, sondern generell. Ganztagsschule und Internetnutzung sind bekannte Gründe dafür.

An den „Thementischen“ wurde intensiv diskutiert.

An den „Thementischen“ wurde intensiv diskutiert. Foto: Josef Thesing

Ein Spielplatz wie der an der Fußgängerzone werde deshalb gut genutzt, weil Begleitpersonen nebenan einen Kaffee trinken oder ein Eis holen könnten. Und sie könnten das städtische W-LAN nutzen, was für viele heutzutage eine Grundvoraussetzung sei. Das Gleiche gelte für den Bereich des Wasserspiels vor dem Rathaus.

Die Spielplätze, die erhalten bleiben, „sollen richtig gut werden“, erklärte Katja Usunov. Dass das viel Geld kostet, ist den Beteiligten bewusst. Dieses soll in den städtischen Haushalten 2018 bis 2022 bereitgestellt werden. Bei der Neu- oder Umgestaltung sei „Partizipation der Nutzer und Multiplikatoren“ das oberste Gebot. Dass diese sich offenbar aber nicht von selbst ergibt, hat das mangelnde Interesse am Mittwochabend gezeigt.

Die Rutsche am Westglindkamp ist verdreckt und wird kaum noch genutzt.

Die Rutsche am Westglindkamp ist verdreckt und wird kaum noch genutzt. Foto: Tom Hagemann

Mit den sogenannten „Generationenräumen“ betritt die Stadt Neuland, zumindest beim Thema „Spielplätze“, die in der Nähe zur Innenstadt gelegen sein müssten. Hierfür sollen spezielle Konzepte entwickelt werden.

Spielplätze, die in ihrer heutigen Funktion in nächster Zeit aufgegeben werden sollen, sollen nicht für alle Zeiten verloren sein. Sie sollen, Stand heute, nicht verkauft und in Bauland umgewidmet werden. Die Stadt will sie behalten und zunächst als kleine Parks umgestalten. Denn bei einem weiteren Generationswechsel in einem Wohngebiet müssten sie womöglich irgendwann ihre ursprüngliche Funktion zurückerhalten. 

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