Hobby-Autorin Gabi Rüther
„Schreiben ist wie Yoga“

Sendenhorst -

Die Hobbyautorin Gabi Rüther arbeitet an ihrem sechsten Fantasy-Roman. Ein bisschen Geld verdient sie mit dem Schreiben auch. Zur Autorin ist sie geworden, weil sie selbst schon immer viel gelesen hat. „Schreiben ist wie Yoga“, meint die Sendenhorsterin.

Samstag, 08.07.2017, 06:07 Uhr

Der Arbeitsplatz von Gabi Rüther ist strukturiert und aufgeräumt. Das Cover ihres nächsten Buches „Magische Gezeiten – Der Verrat“ ist fast fertig.
Der Arbeitsplatz von Gabi Rüther ist strukturiert und aufgeräumt. Das Cover ihres nächsten Buches „Magische Gezeiten – Der Verrat“ ist fast fertig. Foto: Anke Weiland

„Doch, ich bin durch das Schreiben schon entspannter geworden“, meint Gabi Rüther nach kurzem Nachdenken. „Früher habe ich auf dem Weg von der Arbeit nach Hause darüber nachgedacht, was ich noch alles erledigen muss. Jetzt gehen mir Szenen meines Buches durch den Kopf.“ Eigentlich eher durch Zufall ist die Sendenhorsterin zum Schreiben gekommen. „Ich habe immer schon gerne und schnell gelesen“, schmunzelt Rüther. Und zwar alles – außer Horrorgeschichten, betont sie.

Als sie das Genre „Fantasy Romance“ für sich entdeckte, wurde es ihrem Ehemann Georg, der im Übrigen auch gerne liest, vor etwa sieben Jahren dann doch zu viel. „Denn ich muss zum Lesen immer ein Buch in der Hand haben – das wurde dann auf Dauer doch ein bisschen teuer. Georg meinte nach einer kurzen Lektüre der Romane kurzerhand: ‚Das kannst du selbst besser.‘ Also habe ich es versucht“, beschreibt die Hobbyautorin ihre Anfänge. Zunächst schrieb sie nur für sich selbst. Doch als die ersten beiden „Bücher“ fertig waren, war sie doch neugierig, was ihre Freundinnen dazu sagen. „Die fanden es gut. Dann habe ich auch Fremde nach ihrer Meinung gefragt, unter anderem eine professionelle Lektorin, einfach um ein objektives Urteil zu bekommen.“

Doch mit einem großen Verlag wurde es nichts, beschreibt sie. „Denn Geld ausgeben wollte ich dafür nicht. Das Schreiben war ja nur ein Hobby und sollte es bleiben. Dann las ich vom Autorenwettbewerb des Aschendorff-Verlags. Da war ich leider zu spät dran, aber das hat mich auf die Idee gebracht, mich bei , Amazon Storyteller‘ zu bewerben“, so Rüther. „Und das hat geklappt.“ Mittlerweile hat die Sendenhorsterin über diese Plattform fünf Bücher herausgebracht und geschätzte 5000 Exemplare verkauft. „Von den Verkäufen bekomme ich einen prozentualen Anteil“, erklärt sie. „Das ist nicht sehr viel, aber für einen Urlaub reicht es inzwischen.“ Und Ehemann Georg ist froh, dass sie jetzt statt Geld für weitere Bücher                  auszugeben, mit ihren eigenen Büchern sogar etwas verdient. Er liest ihre Romane – nicht so allerdings der 19-jährige Sohn. „Der möchte die erotischen Fantasien seiner Mutter nicht lesen“, lacht Rüther.

Ihre romantischen Geschichten handeln von Hexen, Elfen und Magiern – der perfekte Ausgleich zum Job in einer Lohnbuchhaltung? „Ja, das Schreiben ist wie Yoga für mich. Da bin ich        tiefenentspannt, das macht mich zufrieden.“ Beim Schreiben, dass sie übrigens gerne im Urlaub macht, oder wenn Sohn und Ehemann Fußball oder Serien gucken, hat sie keinen Stress und keinen Zeitdruck. Ideen kommen ihr aus dem Alltäglichen, wenn sie in den Garten schaut, oder der Mond durch die Wolken leuchtet. „Magie ist auch hier, man muss nur richtig hingucken.“ Auch in Natur-Dokumentationen findet die Autorin Inspiration.

Und sie ist davon überzeugt, nur mit einem Lektoren-Team könne man so ein Vorhaben selbst umsetzen. „Meins besteht aus Arbeitskollegen, meinem Stammtisch, der Doppelkopfrunde und einer guten Freundin, die alle sehr kritisch lesen und mir ehrlich Feedback geben“, beschreibt sie. So hätte sie ihr letztes Buch noch einmal komplett überarbeiten müssen, weil es „total verrissen“ wurde. „Meine Freundin meinte, das könne ich besser.“ Hilfe bekommt sie auch von einem Arbeitskollegen, der nebenbei modelt und fotografiert. „Schöne Cover merkt man auch im Verkauf“, schmunzelt sie.

Ihr nächstes Buch ist bereits in Arbeit, diesmal lässt sie in den Gräben von Sendenhorst ihre Fantasie spielen. Und auch eine Lesung mit Musik wie im Mai in der „Titanic“ soll im nächsten Jahr wieder stattfinden. „Mit so vielen Gästen hatte ich nicht gerechnet. Ich war richtig geflasht“, freut sich Gabi Rüther über das Interesse der Sendenhorster.

 

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