Schnadegang an der Grenze zwischen Sendenhorst, Drensteinfurt und Ahlen
Bürgermeister „aufgetitscht“

Sendenhorst/Drensteinfurt/Ahlen -

Auch in Sendenhorst gibt es ein „Drei-Länder-Eck“. Davon überzeugten sich die Teilnehmer des Schnadeganges, zu dem der Heimatverein Sendenhorst in diesem Jahr eingeladen hatte.

Dienstag, 11.07.2017, 14:07 Uhr

Die Bürgermeister Berthold Streffing (2.v.l.) und Carsten Grawunder (2.v.r.) und Ahlens ehemaliger Bürgermeister Herbert Faust (r.) machten im Beisein von Bernhard Daldrup (MdB) (l.) und Christian Hölscher, Vorsitzender des Sendenhorster Heimatvereins, auf traditionelle Art Bekanntschaft mit dem neuen Grenzstein.
Die Bürgermeister Berthold Streffing (2.v.l.) und Carsten Grawunder (2.v.r.) und Ahlens ehemaliger Bürgermeister Herbert Faust (r.) machten im Beisein von Bernhard Daldrup (MdB) (l.) und Christian Hölscher, Vorsitzender des Sendenhorster Heimatvereins, auf traditionelle Art Bekanntschaft mit dem neuen Grenzstein.

Auch in Sendenhorst gibt es ein „Drei-Länder-Eck“. Davon überzeugten sich die Teilnehmer des Schnadeganges, zu dem der Heimatverein Sendenhorst in diesem Jahr eingeladen hatte: auf den Hof Herte ins sogenannte „Wilde Eck“ in der Bauerschaft Bracht, kurz vor der Grenze zu Drensteinfurt und Ahlen. Etwa 150 Personen aus allen drei Städten und darüber hinaus waren der Einladung gefolgt. Der Heimatverein Drensteinfurt kam mit großer Abordnung ebenso wie und die beiden Heimatvereine aus Ahlen und Sendenhorst. Außerdem waren die beiden Stämme der Sendenhorster Pfadfinder mit von der Partie, um zusammen die gemeinsamen Grenzen zu erkunden, so wie es seit dem Mittelalter in Westfalen Tradition ist.

Zwischen 1815 und 1975 waren die Schnadegänge allerdings durch die Preußen verboten. In Sendenhorst sind Schnadjagden für 1736 und 1765 belegt (wie Schnadegänge, jedoch als „Jagd“), der letzte Schnadegang an der Stelle des „Drei-Länder-Ecks“ fand 1976 statt, wusste der Vorsitzende des Heimatvereins Sendenhorst, Christian Hölscher zu berichten. So sei es mal wieder an der Zeit gewesen, die Grenzen zu kontrollieren und sich mit den Nachbarn auszutauschen und natürlich im Anschluss auf dem Hof Herte zu feiern.

Viele Teilnehmer des Schnadeganges von 1976 erinnerten sich noch gut an damals und wussten viele Details zu berichten. Dazu gehörten zum Beispiel der Gastgeber Adolf Herte, Stadtdirektor a.D. Heinrich Wiegard, der ehemalige Bürgermeister Werner Dufhues und noch viele mehr.

Bevor es zum „Drei-Länder-Eck“ ging, führte der Zug bei bestem Schnadegang-Wetter erst an das Wegkreuz Herte, um dort Interessantes über dessen Geschichte zu erfahren, etwa dass der Künstler den Korpus von Ennigerloh aus zu Fuß bis zur Wegkreuzung getragen hatte.

Nach dem Gebet ging es dann rund einen Kilometer in Richtung des Hof Renvert, wo schon der neue Grenzstein kurz vor der Brücke über den Ahrenhorster Bach zu sehen war. Natürlich noch verhüllt.

Die drei Bäume, die 1976 beim Schnadegang neben der Brücke gepflanzt worden waren, spendeten herrlichen Schatten. Genau auf der Brücke ist das „Drei-Länder-Eck“ zu finden. Somit musste erst noch die Grenze Ahlen-Drensteinfurt erkundet werden.

Nachdem auch dies erledigt war, bliesen die Jagdhornbläser zum Sammeln, und der Stein wurde vom Heimatsvereinsvorsitzenden Christian Hölscher enthüllt. Wie bei einem traditionellen Schnadegang üblich, wurden dann die Gemeindevertreter „gepoahläst“, ihnen wurden quasi die Grenzen genau aufgezeigt, indem sie auf den Grenzstein „aufgetitscht“ wurden. Die beiden Bürgermeister Berthold Streffing (Sendenhorst) und Carsten Grawunder (Drensteinfurt) ließen die Prozedur jedoch klaglos über sich ergehen, ebenso wie der ehemalige Bürgermeister Herbert Faust als Repräsentant der Stadt Ahlen. Und „‘n Klaoren“ gab es dann natürlich auch.

Auf dem Weg zurück zum Hof spielte der Spielmannszug der SG. Und zusammen mit der großen Abordnung der St.-Martinus-Schützen kam so etwas wie „Schützenfeststimmung“ auf.

Auf dem Hof bliesen die Jagdhornbläser zum Essen, und somit waren die Kaffee- und-Kuchen-Tafel und das Grillbüfett eröffnet. Manches kühle Getränk und auch das eine oder andere „Sendenhorster Water“ gab es natürlich dazu. Der Spielmannszug spielte auf, und auch die Jagdhornbläser kamen noch einmal zum Zuge.

Nach Dankesworten aller Beteiligten gab Bürgermeister Berthold Streffing für eine Idee des Heimatverein grünes Licht: Zusammen mit Drensteinfurt und Ahlen stiftet Sendenhorst für die schattige Stelle am Stein zusätzlich eine Bank. Diese soll dann auch schnellst möglich eingeweiht werden, um neue und alte Freundschaften zu pflegen.

Am Ende des Nachmittags gab es noch ein Ständchen der Nachbarschaft des „Wilden Ecks“, die sang: Der „Wilde Eck“, der bleibt bestehn!!“ Und so endete ein rundherum schöner Tag mit vielen Eindrücken.

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