Kirchengemeinde unterstützt in Afrika den Kauf von Tanks
Damit das Wasser nicht versickert

Sendenhorst -

Die Kirchengemeinde St. Martinus und Ludgerus unterstützt den Kauf von Tanks in Tansania, damit das Brunnenwasser gespeichert werden kann. Die große Trockenheit der Jahre 2015 und 2016 hatte bereits einige Verzögerungen beim Aufbau des Ausbildungszentrums für benachteiligte Jugendliche verursacht. Die Bananenplantage ist eingegangen, und das Farmgelände war so trocken, dass es kein Grünfutter für die Ziegen und Kühe mehr gab.

Mittwoch, 19.07.2017, 06:07 Uhr

Das Wasser ist nur kurze Zeit nutzbar. Dann ist es in der heißen Sonne verdunstet.
Das Wasser ist nur kurze Zeit nutzbar. Dann ist es in der heißen Sonne verdunstet.

Kaum sind die Probleme vom letzten Arbeitseinsatz im CAM-Projekt (Cor Ardens Mlandizi) des Spiritaner-Paters Peter Kilasara in Tansania, das der Sendenhorster Bernd Schäpers betreut, behoben, ergeben sich neue. Die jungen Handwerker, die unter Anleitung des Sendenhorsters Andreas Linnemann im Februar eine Metallwerkstatt in dem Ausbildungszentrum für benachteiligte Jugendliche einrichten wollten, warteten – wie seinerzeit berichtet – vergeblich auf die Freigabe des Containers mit den gespendeten Maschinen. Trotzdem konnten sie die Zeit für sinnvolle Arbeiten nutzen. Inzwischen ist der Container in Mlandizi beim CAM-Projekt angekommen, jedoch leidet das Vorankommen nun unter neuen Problemen.

Die große Trockenheit der Jahre 2015 und 2016 hatte bereits einige Verzögerungen beim Aufbau des Ausbildungszentrums für benachteiligte Jugendliche in Tansania verursacht. Die Bananenplantage der dazu gehörenden Farm ist eingegangen, und das Farmgelände war so trocken, dass es kein Grünfutter für die Ziegen und Kühe mehr gab, berichtet Bernd Schäpers.

Der Brunnen sprudelt, aber das Wasser konnte bislang nicht gespeichert werden.

Der Brunnen sprudelt, aber das Wasser konnte bislang nicht gespeichert werden.

Daher entschlossen sich die Verantwortlichen im März, einen zweiten Brunnen zu bohren. Das neue Bohrloch ist 200 Meter tief und fördert Wasser hervorragender Trinkwasserqualität. Und das quasi völlig selbstständig, denn es handelt sich um einen artesischen Brunnen, eine Wasserquelle, die unter natürlichem Druck steht. Das Wasser tritt also ununterbrochen von allein an die Oberfläche.

„Leider lässt sich der Wasserstrom nicht regulieren oder begrenzen, ohne dass die Qualität des Tiefenwassers in den oberen Erdschichten verunreinigt würde“, erklärt Schäpers.

Was einerseits ein Segen sei, verursache andererseits neue Probleme: Es werden dringend Vorratsbehälter und Leitungen benötigt, um das Wasser sinnvoll auf der Farm zu verwenden und zu Nachbarn zu leiten. Geplant ist eine 600 Kubikmeter-Zisterne, deren Kosten kurzfristig jedoch kaum zu finanzieren seien.

Vertreter der Gemeinde übergaben Andreas Linnemann (re.) den Scheck.

Vertreter der Gemeinde übergaben Andreas Linnemann (re.) den Scheck.

Als preiswertere Zwischenlösung biete sich der Kauf von zehn Kunststofftanks für je zehn Kubikmeter an. Inzwischen angelegte Maisfelder, die auf diese Weise bewässert werden können, helfen mit, dem aktuellen Versorgungsengpass an Grundnahrungsmitteln im Osten Afrikas entgegenzuwirken.

Andreas Linnemann und seine Frau Doris machten dieses Problem in Sendenhorst bekannt und fanden Unterstützung im Pfarreirat der Kirchengemeinde St. Martinus und Ludgerus. Aus dem Erlös des Gemeindefestes am 11. Juni spendete die Kirchengemeinde 1000 Euro zur Unterstützung des CAM-Projekts. „Wasser ist besonders in Afrika ein dringend benötigtes Gut, das nicht ungenutzt im Sand versickern sollte“, freut sich Bernd Schäpers über die Spende der Gemeinde.

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