Spielplätze in der Stadt – heute: „Platten Bree“
Grüne Oase ohne Besucher

Sendenhorst -

Der Spielplatz „Platten Bree“ ist ganz im Norden der Stadt gelegen, am Ende der Kantstraße und über einen Geh- und Radweg zu erreichen. Die Bebauung ist dort zu Ende, vom Hügel blickt man durch dicht gewachsene Bäume und Sträucher auf ein Getreidefeld. Eine grüne Oase am Rande der Stadt – und eine mit beträchtlichen Ausmaßen. 5500 Quadratmeter nimmt das Gelände ein, wovon allein der „Hügel“ 2500 Quadratmeter umfasst.

Dienstag, 25.07.2017, 06:07 Uhr

Vom Hügel führt eine Rutsche ins Tal. Doch diese ist zu alt, zu schmal und zudem ziemlich verbeult. Deshalb dürfte sie heute kaum noch genutzt werden. Die Stadtverwaltung bezeichnet sie als „abgängig“.
Vom Hügel führt eine Rutsche ins Tal. Doch diese ist zu alt, zu schmal und zudem ziemlich verbeult. Deshalb dürfte sie heute kaum noch genutzt werden. Die Stadtverwaltung bezeichnet sie als „abgängig“. Foto: Josef Thesing

15 Uhr, Spielplatzzeit. Zumal Ferien sind, es nicht zu warm ist und es auch nicht regnet. Bestes Wetter also für die Schaukel oder den Bolzplatz.

Doch hier ist niemand. Der Spielplatz „Platten Bree“ ist ganz im Norden der Stadt gelegen, am Ende der Kantstraße und über einen Geh- und Radweg zu erreichen. Die Bebauung ist dort zu Ende, vom Hügel blickt man durch dicht gewachsene Bäume und Sträucher auf ein Getreidefeld. Eine grüne Oase am Rande der Stadt – und eine mit beträchtlichen Ausmaßen. 5500 Quadratmeter nimmt das Gelände ein, wovon allein der „Hügel“ 2500 Quadratmeter umfasst. Frühere Kindergenerationen hatten bestimmt ihre Freude am „Rodelberg“. Aber an diesem Nachmittag mitten in der ersten Sommerferienwoche macht das Gelände den Eindruck, als sei es schon länger nicht mehr von größeren Kindergruppen besucht wurden. Davon könnten auch die Spuren im Sand unter den Spielgeräten zeugen.

Dieses Gerät ist noch gut in Schuss.

Dieses Gerät ist noch gut in Schuss. Foto: Josef Thesing

Der Spielplatz „Platten Bree“ ist sicher nicht nur wegen seiner Lage und seiner Größe ein besonderer. Sondern vor allem auch wegen seiner Hügellandschaft und dem durch Heckenteile abgetrennten Bolzplatz, dessen Tore allerdings Netze vertragen könnten und dessen Rasen   ein Schnitt guttun würde, damit der Ball auch ordentlich rollen kann.

Der Spielplatz hat einen Bolzplatz. An den Toren fehlen Netze.

Der Spielplatz hat einen Bolzplatz. An den Toren fehlen Netze. Foto: Josef Thesing

Überhaupt ist die Anlage ein wenig in die Jahre gekommen. Vom Hügel führt eine (zu) schmale Metallrutsche ins „Tal“, doch diese ist völlig verbeult. „Abgängig“ konstatiert auch die Stadt in ihrem „Spielraumentwicklungskonzept 2022“. Die Rutsche muss oder kann weg. Die Doppelschaukel funktioniert noch, sei aber „nicht erhaltenswert“, heißt es in der Spielplatz-Analyse. 

Wegen der vielen Brennnesseln auf dem Hügel könnte auch mal eine Sense zum Einsatz kommen. Dort oben wuchern sie an vielen Stellen, und der Maschendrahtzaun, mit dem das Gelände einst eingefriedet worden war, ist eingerissen.

Diese „Bank“ verdient ihren Namen nicht.

Diese „Bank“ verdient ihren Namen nicht. Foto: Josef Thesing

Dieser Spielplatz hat ein grundlegendes Problem, das er mit vielen anderen teilt: Die Aufenthaltsqualität für Begleitpersonen der Kinder – egal, ob Babysitter, Eltern oder  Oma und Opa – ist sehr bescheiden, wenn nicht gleich null. Die „Bänke“ verdienen den Namen nicht und sind vergammelt. Vor allem ältere Leute dürften es sich auf dem „halben Baum“ in Bodennähe, der mächtig vor sich hinrottet, kaum gemütlich machen wollen.

Hier ging es für Kinder mal mit Begeisterung ins Tal.

Hier ging es für Kinder mal mit Begeisterung ins Tal. Foto: Josef Thesing

Ausreichend Schatten, vor allem ein Problem neuerer Spielplätze, ist durch die Bäume am Rand gewährleistet. Doch gemütliche Bänke sind dort Fehlanzeige. Und frei zugängliches W-Lan gibt es (natürlich) nicht. Dafür aber viel Grün und gute Luft.

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