Mein Beruf: Masseure und medizinische Bademeister
Die Hände sind das Handwerkszeug

Sendenhorst -

Die staatlich geprüften Masseure und medizinischen Bademeister im St.-Josef-Stift verstehen ihr „Handwerk“ und verfügen in Sachen Bäder, Elektrotherapie und Massage über großes Wissen und jahrzehntelange Erfahrung. Im Gesundheitswesen hat ihr Berufsstand allmählich Seltenheitswert. „Es gibt nur wenige Akutkliniken mit einer so großen Bäderabteilung“, meint Peter Müller, Leiter des Therapiezentrums.

Montag, 31.07.2017, 06:07 Uhr

In Sachen Massagen, Bäder und Elektrotherapie sind die Masseure und medizinischen Bademeister die Experten im Großteam des Therapiezentrums (v.li.): Vivian Offia, Doris Dörfler (liegend), Jutta Keller, Yves Becker, Regina Wekkerle, Christoph Neite, Werner Flaikow und Katharina Wolf (vorne). Im Bild fehlen: Roland Sperling, Vitali Paly und Anna Matecki.
In Sachen Massagen, Bäder und Elektrotherapie sind die Masseure und medizinischen Bademeister die Experten im Großteam des Therapiezentrums (v.li.): Vivian Offia, Doris Dörfler (liegend), Jutta Keller, Yves Becker, Regina Wekkerle, Christoph Neite, Werner Flaikow und Katharina Wolf (vorne). Im Bild fehlen: Roland Sperling, Vitali Paly und Anna Matecki. Foto: Bettina Goczol

Es kribbelt und zwickt. Es wärmt und duftet. Und manchmal tut es weh. Aber am Ende bringt es doch die ersehnte Schmerzlinderung: Die staatlich geprüften Masseure und medizinischen Bademeister im St.-Josef-Stift verstehen ihr „Handwerk“ und verfügen in Sachen Bäder, Elektrotherapie und Massage über großes Wissen und jahrzehntelange Erfahrung.

Dieser Schatz wird gehütet und innerhalb des Teams als kostbares Gut weitergegeben. Im Gesundheitswesen hat ihr Berufsstand allmählich Seltenheitswert. „Es gibt nur wenige Akutkliniken mit einer so großen Bäderabteilung“, meint Peter Müller , Leiter des Therapiezentrums.

Unter dem Dach des Therapiezentrums sind seit 2003 die Physiotherapie und die Bäderabteilung vereint. „Über kurze Dienstwege sprechen wir über Berufsgrenzen hinweg die Therapien ab. Das setzt die Qualität nach oben, die Patienten profitieren davon, und wir lernen sehr viel voneinander“, meint Müller. Während wissenschaftliche Erkenntnisse in den 1980-er Jahren der Krankengymnastik und aktiven Therapiemaßnahmen Aufwind gaben, hat das St.-Josef-Stift bei der Ausrichtung seines Therapieangebots stets Wert darauf gelegt, die Kompetenz der staatlich geprüften Masseure und medizinischen Bademeister im Haus zu halten. „Die Spezialisierung im medizinischen Leistungsspektrum des Stifts sollte sich auch in einem hohen Standard der Therapie widerspiegeln. Deshalb haben wir an der Balneotherapie immer festgehalten“, erklärt Müller.

Jutta Keller testet die Wassertemperatur des Bades.

Jutta Keller testet die Wassertemperatur des Bades. Foto: Bettina Goczol

So können sich die Physiotherapeuten schwerpunktmäßig auf die krankengymnastischen Therapien konzentrieren, während die Masseure und medizinischen Bademeister ihre Erfahrung und Kernkompetenzen einbringen.

Zwischen Hightech und Heublumenbad haftet ihrer Berufsgruppe noch etwas von der Heilkraft von Mutter Natur und der Heilkunst mit den Händen an. Denn neben dem Wissen um ätherische Badezusätze, Wärme und medizinisch wirksamen Strom, setzen sie beim Massieren auch die ursprüngliche Kraft und Energie der Hände ein.

Gleichwohl räumt Beate Keller vom Leitungsteam des Therapiezentrums, mit einem häufigen Missverständnis auf: „Eine medizinische Massage ist nicht mit Wellness gleichzusetzen. Wenn bestimmte Faszien und Triggerpunkte massiert werden, könnte man von der Bank springen. Danach wird es dann meist aber besser“, tröstet die Fachfrau.

Eine Besonderheit des Teams sind viele langjährige Mitarbeiter. So erinnert sich Roland Sperling noch an die Zeiten, als die Patienten in Holzzubern badeten, durch  Kneipp‘sche Wassertretbecken stapften, Blitzgüsse und aufsteigende Arm- und Fußbäder erhielten und mit zwickenden Augen Senfmehl-Brustwickel „ertrugen“.

Dazu gab es ganz im Stil der Zeit ein Ambiente in gelber Kacheloptik. Denn 1964 erhielt die Bäderabteilung ihr Domizil im Sockelgeschoss des neu errichteten Eingangsgebäudes. Unter der Empfangshalle gab es sogar ein zweites Bewegungsbad, das 2003 für das neue Therapiezentrum umgewandelt wurde. Zeitgleich wurden die verstreut liegenden Standorte der Physiotherapie – Gymnastikhalle im Park und im heutigen Konferenzzentrum – und ab 2010 auch die Ergotherapie – bis dahin im Sockelgeschoss des Südflügels angesiedelt – im Therapiezentrum zusammengefasst. Seit dieser Zeit wird in Sachen Therapie interdisziplinär und multiprofessionell zusammengearbeitet.

Die eigenen Hände sind für Vitali Paly bei der Massage das wichtigste Handwerkszeug.

Die eigenen Hände sind für Vitali Paly bei der Massage das wichtigste Handwerkszeug. Foto: Bettina Goczol

Diese berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit zum Wohle des Patienten schätzt auch Jutta Keller sehr. Sie ist die Dienstälteste im Team: „Ich bin 1979 ins Haus gekommen, habe mich morgens vorgestellt und mittags den Vertrag unterschrieben.“ Daraus wurden bislang 38 Jahre. Die Chemie stimmte offenbar. Und so nehmen es auch viele Patienten wahr. Doris Dörfler: „Die Patienten fühlen sich wohl, weil sie das besondere Flair und die Ausstrahlung wahrnehmen.“ Für manche sei es wie ein „Nachhausekommen“, weil viele vertraute Gesichter sie seit Jahrzehnten begleiten.

Das positive Feedback der Patienten motiviert auch Regina Wekkerle. „Der Beruf ist sehr abwechslungsreich: Elektrotherapie, Bäder und Massage.“ Und: „Wir haben Zeit für unsere Patienten. Sie schätzen das sehr“, meint Christoph  Neite. Yves Becker ergänzt: „Wir behandeln hier ein großes Spektrum, was nicht üblich ist: ambulante und stationäre Patienten mit verschiedenen Krankheitsbildern, junge und alte Patienten bis hin zu den Leistungssportlern.“

Dabei genießt die Mannschaft großes Vertrauen, das die Leitung in deren Kompetenz und Erfahrung setzt. Denn das und Routine bedeuten nicht Stillstand: „Wir fahren nicht auf alten eingefahrenen Gleisen. Die Sinnhaftigkeit von Therapien wird immer wieder kritisch hinterfragt und fachlich diskutiert“, so Peter Müller.

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