Serie: Straßen in der Innenstadt
Bunter Mix der Baustile

Sendenhorst -

Ein Mix an Baustilen prägt die Straße Ostgraben, an der es auch noch Fachwerkhäuser gibt. In den Gärten zur Promenade ist es ruhig, und auch sonst ist wenig Hektik zu bemerken. Eine Besonderheit ist der jüdische Friedhof zwischen dem Ostgraben und der Promenade.

Dienstag, 01.08.2017, 06:08 Uhr

Am Ostgraben stehen alle Häuser direkt an der gepflasterten Straße. Der Stilmix aus Fachwerk, weißem Putz, rotem Ziegel oder auch einer kompletten Begrünung ist facettenreich.
Am Ostgraben stehen alle Häuser direkt an der gepflasterten Straße. Der Stilmix aus Fachwerk, weißem Putz, rotem Ziegel oder auch einer kompletten Begrünung ist facettenreich. Foto: Josef Thesing

Es gibt selbst gemachten Honig. Und auf der anderen Straße hat ein „Offiziers-Club“ sein Domizil. Dort werden vermutlich wichtige Verhandlungen geführt. Den Eingang zum Ostgraben aus Richtung Oststraße ziert an der weißen Wand das Brezel der Bäckerei Drees, die es nicht mehr gibt. Ab hier gilt Tempo 20, und die Auto- und Radfahrer teilen sich die gepflasterte Straße, die vor einigen Jahren – wie auch die übrigen Gräben – komplett saniert worden war.

Den charakteristischen Grabenring um den Stadtkern gibt es schon sehr lange – vermutlich bereits irgendwann nach 1315, als Sendenhorst zum ersten Mal als Stadt erwähnt wurde. Irgendwann in diesem langen Zeitraum hat sich die historische städtebauliche Struktur mit Grabenring, Promenade und der ehemaligen Handelsstraße – heute Landesstraße 586 – herausgebildet. Das Besondere in Sendenhorst ist im Vergleich zu anderen Städten: Diese  Struktur ist im Wesentlichen bis heute erhalten, auch wenn   die Wälle irgendwann geschliffen wurden und die Stadt weit über den Kern hinaus gewachsen ist.

Eine Vollbegrünung zeichnet dieses Haus aus.

Eine Vollbegrünung zeichnet dieses Haus aus. Foto: Josef Thesing

Alle Häuser am Ostgraben stehen direkt an der Straße. Dahinter gibt es zum Teil Gärten, in denen Wäsche trocknet. Die Parzellen sind in den vergangenen Jahrzehnten kaum verändert worden, wie auch der größte Teil der Bebauung. Fachwerk, weißer Putz, traditionelle rote Ziegelhäuser und auch einige Gebäude neuen Datums wechseln sich locker ab. Aber besonders hervor stechen die Fachwerkhäuser, die einst das Bild der Stadt mit geprägt haben und von denen es am Ostgraben noch eine ganze Reihe gibt. Alle 33 Häuser am Ostgraben, der durch die Neustraße unterbrochen wird, sind bewohnt und gut in Schuss. Eine typische Bauweise gibt es nicht, aber der Ostgraben ist sicher Ortsbild-prägend.

Blich in den Ostgraben aus Richtung Neustraße,

Blich in den Ostgraben aus Richtung Neustraße, Foto: Josef Thesing

Es ist ruhig an diesem späten Nachmittag in den Ferien. Eine Ausnahme machen drei Hunde, die in den idyllischen Gärten und auf den Hofflächen mit Schuppen und Anbauten, die zwischen dem Ostgraben und der Promenade liegen, aufpassen.

Vielleicht auf den kleinen jüdischen Friedhof, der in diesem Quartier eine Besonderheit ist und der direkt an einige Gärten grenzt. Wenn Besucher die kleine Treppe auf den Wall mit den Gräben hinaufsteigen, machen sich die Hunde bemerkbar. Hier ist noch erlebbar, wie ein Wall hinter den „Gräben“ die Stadt in früheren Zeiten vor Eindringlingen geschützt hat. Kriegsunruhen, Überfälle und Plünderungen drängten die Bevölkerung in vergangenen Jahrhunderten von außerhalb der Stadt in die gesicherte Geborgenheit von Wall und Graben.

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