Boulen an der Promenade
„Helga ist raus“

Sendenhorst -

Jeden Mittwochnachmittag treffen sich acht bis zwölf eingefleischte Senioren-Hobbybouler bei halbwegs akzeptablem Wetter an der Boulebahn, die seit vielen Jahren wunderschön im Schatten der Bäume an der Westenpromenade gelegen ist. Dabei sind zum Beispiel auch ein Spieler mit Handicap und ein Gast aus Alverskirchen.

Mittwoch, 16.08.2017, 10:08 Uhr

Auf der Boulebahn an der Westenpromenade wird ausgezählt. Jeden Mittwoch treffen sich hier Hobbyspieler, um zwei entspannte Stunden miteinander zu verbringen.
Auf der Boulebahn an der Westenpromenade wird ausgezählt. Jeden Mittwoch treffen sich hier Hobbyspieler, um zwei entspannte Stunden miteinander zu verbringen. Foto: Josef Thesing

Sie heißen Helga, Adolf, Josef, Walter und Christian. Nachnamen gibt es hier nicht. Die sieben Männer und eine Frau sind per „Du“, auch wenn sie sich zum Teil noch gar nicht so lange kennen. Der Mittwochnachmittag ist ihr „Tag“, und für Helga läuft es in diesem Spiel gerade mal nicht so gut. „Helga ist raus“, ruft einer. Am Mittwochnachmittag treffen sie sich bei halbwegs akzeptablem Wetter an der Boulebahn, die seit vielen Jahren wunderschön im Schatten der Bäume an der Westenpromenade gelegen ist. Heute sind sie zu acht, manchmal sind es auch mehr, weshalb die Gruppe dann schon mal geteilt wird, und auch der Dienstag zum Spieltag wird. Auch aus der Nachbargemeinde Alverskirchen ist jemand dabei. Und einer hat ein körperliches Handicap. Ihm legen die anderen die Kugeln in den Korb an seinem Elektromobil.

Walter hatte gestern Geburtstag, aber so richtig scheint das niemand gewusst zu haben. Und so wird mal eben schnell gratuliert, bevor es weitergeht. Die sieben Männer und Helga – alle im Seniorenalter – sind mit einigem Ernst bei der Sache, aber übermotiviert scheint hier niemand. Boulen soll entspannen.

Die Bank-Tisch-Kombination hat Rudolf Bartmann organisiert und selbst repariert. Der Sendenhorster hat in der Gruppe ein wenig „den Hut auf“, wie man so sagt. „Wir pflegen die Anlage auch selbst“, erklärt Bartmann. Das rund 300 Quadratmeter große Gelände mit dem kleinen Hügel und den alten Bäumen ist picobello in Schuss und von einer gepflegten Hecke eingefasst. Lärm müssen die Nachbarn nicht befürchten, denn hier geht es leise zur Sache. „Mein lieber Mann“, ist allenfalls mal zu hören. Oder eben „Christian ist raus.“

Der Boule-Treff hat sich in der Seniorenschaft herumgesprochen. Einer der Spieler wohnt erst seit einem halben Jahr in Sendenhorst, aber er ist immer mit dabei. Eine besondere Etikette gibt es nicht: Man kommt zu Fuß oder mit dem Fahrrad, und dann geht’s los.

Gespielt wird in zwei Mannschaften – heute vier gegen vier. Wer zu welchem Team gehört, wird ebenfalls zu Beginn auf dem Feld ermittelt. Die vier, die ihre Kugel beim ersten Wurf am nächsten an das „Schweinchen“ bringen, sind für den Nachmittag ein Team. Stress gibt es diesbezüglich nicht. Wenn eine Mannschaft 13 Punkte hat, ist das Spiel vorbei. „Meistens schaffen wir zwei Spiele an einem Nachmittag“, erklärt Rudolf Bartmann.

Die Damen und Herren sind mit sich im Reinen und mit der Anlage zufrieden. Einen Wunsch haben sie trotzdem. „Ein Regenschutz wäre schön, wenn es plötzlich unerwartet anfängt“, sagt Rudolf Bartmann. Das sollte vermutlich irgendwie zu machen sein. . .

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