„Talent-Campus Ferien“
Ferien in der Schule verbracht

Sendenhorst -

Während andere Schulen noch im Sommerferientiefschlaf schlummern, geht es in einem Klassenraum der Realschule St. Martin an diesem letzten Ferienfreitag fröhlich. Hinter den 16 Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 15 Jahren liegen vier Wochen, die sie zum Lernen der Deutschen Sprache und vielen weiteren kulturellen Bildungsaktionen genutzt haben.

Samstag, 26.08.2017, 06:08 Uhr

Die Schüler zwischen 10 und 15 Jahren kommen aus Flüchtlingsfamilien. Sie nutzten die Gelegenheit, am „Talent-Campus“ teilzunehmen und vier Wochen der Sommerferien mit Deutschkursen und gemeinsamer Freizeitgestaltung zu verbringen.
Die Schüler zwischen 10 und 15 Jahren kommen aus Flüchtlingsfamilien. Sie nutzten die Gelegenheit, am „Talent-Campus“ teilzunehmen und vier Wochen der Sommerferien mit Deutschkursen und gemeinsamer Freizeitgestaltung zu verbringen. Foto: Annette Metz

Während andere Schulen noch im Sommerferientiefschlaf schlummern, geht es in einem Klassenraum der Realschule St. Martin an diesem letzten Ferienfreitag fröhlich. 16 Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 15 Jahren freuen sich auf den Besuch, der sich angesagt hat. Es handelt sich nämlich um die Männer und Frauen, die ihnen die Teilnahme an einem vierwöchigen „Talent-Campus“ ermöglicht haben. Sie begrüßen ihren Besuch mit einem fröhlichen „Guten Morgen“. Und das ist für sie inzwischen selbstverständlich – und doch auch irgendwie nicht, denn alle Kinder kommen aus Flüchtlingsfamilien. Sie kommen aus Weißrussland, dem Iran, aus Syrien, Rumänien und Albanien. Und sie haben vier Wochen ihrer Ferien dazu genutzt, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und gleichzeitig in strukturierten und immer sozialpädagogisch begleiteten Einheiten ihre Freizeit miteinander zu verbringen.

Organisiert wird der „Talent-Campus Ferien“ durch den Deutschen Volkshochschulverband. An diesen hatte sich Gerd Wilpert , Leiter der Realschule St. Martin, gewandt, um für einige seiner Schüler dieses Ferienbildungsprogramm auf die Beine zustellen. Konkret waren es Honorarkräfte der Volkshochschule Ahlen und eine Deutschlehrerin der Realschule, die die Kinder unter ihre Fittiche nahmen und nun, zum Ende der Aktion, voll des Lobes über ihre Schützlinge sind.

Andreas Heitkamm (VHS) hatte sich um die Freizeitgestaltung rund um das Thema „Holz“ gekümmert und Martha Christen (Realschule) war für den Deutschunterricht zuständig. Dabei wurde sie von der ehemaligen Grundschullehrerin Mechthild Hagemann unterstützt. Sven Kloß (VHS) begleitete die Kinder durch den Tagesablauf. Am Vormittag wurde gelernt. Danach folgte eine Mittagspause, und am Nachmittag drehte die Beschäftigung um kulturelle Bildung.

„Alle haben tolle Fortschritte gemacht“, freut sich Martha Christen, die ebenso wie die Mitarbeiter der VHS vor allem von dem Engagement der Kinder begeistert waren. Selbst die beiden, die ganz ohne Deutschkenntnisse gestartet waren, trauten sich nach vier Wochen schon Deutsch zu sprechen, freute sich Martha Christen. Für das Ergebnis dieser Arbeit sprachen ihnen Kirsten Rolf und Helga Rhoden als Vertreter der VHS Ahlen ein großes Kompliment aus. „Ich habe selten einen Kursus erlebt, der so zusammengewachsen ist. Sie haben da ein tollte Gruppe geformt“, so Kirsten Rolf.

Mit im Boot saß als Kooperationspartner dieser Aktion auch der Deutsch-Ausländische Freundeskreis Sendenhorst, der bei diesem Besuch von Theo Lohölter und Ingrid Demming vertreten wurde. Den DAF-Vertretern war am Freitag aber nicht nur zum Lachen zumute. Genauso wie Gerd Wilpert, der berichten musste, dass der ganze „Campus“ durch eine Abschiebe-Aktion des Kreises Warendorf doch sehr belastet worden sei. Denn zwei Jungen waren mit ihrer Familie in einer der Nachtaktionen nach Albanien abgeschoben worden. „Es waren zwei Jungen, für die es die besten Prognosen gegeben hat“, so Wilpert, der beklagt, dass auf diese Weise ehrenamtlichem Engagement großer Schaden zugefügt werde. „Damit fällt man den Menschen, die sich engagieren, in den Rücken“, so Wilpert. Die Familie habe sich enorm um Integration bemüht, sei sehr engagiert gewesen. Dass die Abschiebung bevorstand, habe man geahnt und versucht durch einen Härtefall-Antrag noch etwas zu erreichen. Doch die Entscheidung darüber, habe der Landrat gar nicht erst abgewartet.

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