„IHK vor Ort“: Vortrag zu Online-Strategien
Videos und Erlebniswelten

Sendenhorst/Albersloh -

Auf Einladung des Gewerbevereins, der Interessengemeinschaft Albersloher Kaufleute, der Wirtschaftsförderung der Stadt Sendenhorst und der IHK Nord Westfalen berichtete Bernhard Homann, Inhaber des Fachgeschäfts „Homann schenken-kaufen-wohnen“ in Dülmen, von seinen Erfahrungen mit der Online-Präsenz.

Freitag, 29.09.2017, 06:09 Uhr

Sie luden zur Diskussion ein: (v.li.) Claudia Mersmann (IG Albersloher Kaufleute), Bürgermeister Berthold Streffing, Annette Görlich (Wirtschaftsförderin), Lena Voges (Gewerbeverein), Referent Bernhard Homann (Einzelhändler) und Johannes H. Höing (IHK Nord Westfalen).
Sie luden zur Diskussion ein: (v.li.) Claudia Mersmann (IG Albersloher Kaufleute), Bürgermeister Berthold Streffing, Annette Görlich (Wirtschaftsförderin), Lena Voges (Gewerbeverein), Referent Bernhard Homann (Einzelhändler) und Johannes H. Höing (IHK Nord Westfalen). Foto: Anke Weiland

„Wie soll sich der stationäre Handel auf die digitale Zukunft einstellen?“ Diesem wichtigen Thema, das in den vergangenen Jahren immer öfter an die Wirtschaftsförderung der Stadt herangetragen wurde – so Bürgermeister Berthold Streffing –, widmete sich die Reihe „ IHK vor Ort“ am Mittwochabend im Kommunalforum. Auf Einladung des Gewerbevereins, der Interessengemeinschaft Albersloher Kaufleute, der Wirtschaftsförderung der Stadt Sendenhorst und der IHK Nord Westfalen berichtete Bernhard Homann , Inhaber des Fachgeschäfts „Homann schenken-kaufen-wohnen“ in Dülmen, aus seiner Praxis.

„Alle sagen, ihr müsst was machen“, meinte Lena Voges, Vorsitzende des Gewerbevereins, zu Beginn und war sehr interessiert zu hören, was alles möglich sei. Johannes H. Höing von der IHK Nord Westfalen brachte zuvor noch einige Kennzahlen ins Spiel: Sendenhorst mit Albersloh hätten hochgerechnet im Jahr 2017 eine Kaufkraft von etwa 90 Millionen Euro, das seien 6728 Euro pro Kopf. Der Kaufkraft-Index liege bei 102,2 Prozent, also etwas über dem bundesweiten Durchschnitt. Zum Vergleich: In Ennigerloh liegt der Index bei 96,4 Prozent, in Drensteinfurt bei 106,3 Prozent. Den Sendenhorstern stünde also etwas mehr Geld als dem Durchschnitt zur Verfügung. Sie gäben jedoch immer weniger davon ihn ihrer Stadt aus.

Diesem Trend ist der Dülmener Einzelhändler Bernhard Homann bereits vor Jahren begegnet. Er macht das Einkaufen mit zahlreichen Aktionen für seine Kunden zum Erlebnis und betreibt seit 2011 einen Onlineshop. Der Erfolg gibt ihm Recht: Von 2011 bis 2016 hat sich sein Umsatz mehr als verdoppelt. 32 Prozent mehr Umsatz verzeichnet er allein im stationären Handel. Auch der Pro-Kopf-Umsatz habe sich gesteigert, berichtete der Einzelhändler. Wie er das konkret gemacht hat, zeigte er den knapp 30 anwesenden Gästen detailliert auf. Man benötige nicht zwingend einen Onlineshop, „doch man muss präsent und zu finden sein im Internet.“

Im Zuge der Digitalisierung habe er schnell gemerkt: „Wir müssen Gas geben.“ Mit einer Stammkundenkarte und einer „Eventabteilung“ habe er nach und nach angefangen, „Erlebniswelten“ zu verkaufen. Dazu gehören Back- und Kochkurse, die in der Küche im Obergeschoss des Geschäfts abgehalten werden, klassische Postmailings mit Sonderaktionen, die auf spezielle Kunden abgestimmt sind, der Onlineshop und ein „Multi-Channel-Marketing“, wie er es nennt. Zudem wurde der Warenbestand an die Kundenwünsche und -bedürfnisse angepasst: „Wir müssen alle lernen, unsere Kunden zu verstehen.“ Die Ware sei im Grunde austauschbar. Die wichtige Frage sei: „Wo kaufe ich? Und das kann man mit ‚weichen Faktoren‘ beeinflussen.“ Kunden mit Kundenkarte bringen drei Mal mehr Umsatz als „normale“ Kunden, Mitglieder des Kochclubs sogar vier Mal soviel, haben seine Auswertungen ergeben.

Für seinen Onlineshop, der nur ein begrenztes Angebot von 100 Produkten umfasse, habe er sich zu Beginn Hilfe von Experten geholt. Die Konzentration sollte weiter auf dem stationären Handel liegen. Seit einigen Jahren ist das Fachgeschäft mit zwei Posts pro Woche auf Facebook präsent. Kurze Videos, die im Geschäft während der Geschäftszeit von den Mitarbeitern gedreht werden, preisen ein besonderes Angebot an oder erzählen kleine „Geschichten aus dem Alltag“.

Kooperationspartner seien wichtig bei der Durchführung der Aktionen, auch Gespräche mit den Lieferanten, und die Medien seien ebenfalls immer mit im Boot. „Es gibt immer eine Pressemitteilung, wenn wir was machen“, erzählte er. „Jede Veränderung im Laden wird inszeniert.“ Und er habe gemerkt: „Es geht noch was im Handel. Aber wir entwickeln uns immer weiter und stellen uns der digitalen Transformation.“

Alle Veranstaltungen, egal ob Kochkurse, Videos oder auch Schulungen, finden während der Geschäftszeiten statt – das bringe zum einen Frequenz, zum anderen lege er bei aller Leidenschaft für das Geschäft auch Wert auf Erholung am Feierabend.

Zahlreiche Ideen – vom Foodtruck vor dem Geschäft, über Rendite-Gutscheine und Verlosungen bis hin zum Auto im Laden – präsentierte Homann den durchaus interessierten Zuhörern im Forum, die im Anschluss einige Fragen an den Referenten hatten.

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