Multifunktionsraum am Haus Siekmann
Anbau liegt bis auf Weiteres auf Eis

Sendenhorst -

Mehrheitlich entschieden sich CDU und FDP dafür, auf die vorsichtigen Andeutungen aus Düsseldorf zu setzen, dass die Finanzierung des Anbaus zu 90 Prozent mit Mitteln aus der Städtebauförderung gestemmt werden könnte. Somit liegt das Projekt bis auf Weiteres auf Eis.

Freitag, 29.09.2017, 18:09 Uhr

Bis zur Entscheidung über mögliche Fördergelder liegt das Anbau-Projekt am Haus Siekmann auf Eis.
Bis zur Entscheidung über mögliche Fördergelder liegt das Anbau-Projekt am Haus Siekmann auf Eis.

Der eindringliche SPD-Appell verhallte am Donnerstag im Rat wirkungslos. Erneut lag die Entscheidung über die Realisierung eines Multifunktionsanbaus am Haus Siekmann auf dem Tisch. Und erneut wurde die Umsetzung aufgeschoben. Mehrheitlich entschieden sich CDU und FDP dafür, auf die vorsichtigen Andeutungen aus Düsseldorf zu setzen, dass die Finanzierung des Anbaus zu 90 Prozent mit Mitteln aus der Städtebauförderung über das Programm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier NRW 2018“ gestemmt werden könnte.

Zur Erinnerung: Seit etwa 15 Jahren diskutiert die Sendenhorster Politik über die Notwendigkeit eines „Stuhllagers“ am Haus Siekmann. Dies sollte weniger der Bequemlichkeit als der Sicherheit dienen. Und eigentlich war der Kuchen längst gegessen, doch seit der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt ist der Anbau an das Haus Siekmann wieder in der Schwebe. Denn womöglich tut sich im kommenden Jahr doch noch eine – derzeit immer noch abgelehnte – Förderung auf, wenn die Stadt einen neuen Antrag hierfür stellt. Und das soll nun auch zumindest bis 2018 so bleiben. Da half auch die Erinnerung Ralf Kaldeweys nichts, dass der durchaus kostspielige Anbau, der nun auch eine Umkleide und sanitäre Anlagen für Künstler haben soll, im laufenden Haushalt der Stadt finanziell abgesichert ist. „Das Projekt ist durchfinanziert“, hatte auch Bürgermeister Berthold Streffing im Haupt- und Finanzausschuss Mitte September erklärt.

Ob es eine Förderung geben wird, ist noch lange nicht ausgemacht, verdeutlichte Ralf Kaldewey am Donnerstag erneut. Den Fördertopf und seine Richtlinien gebe es eigentlich noch gar nicht. Niemand wisse, welche Anforderungen erfüllt werden müssten, ob das Projekt überhaupt in Frage komme, ob die Mittel für alle gestellten Anträge reichen und ob Sendenhorst zum dritten Mal innerhalb kürzester Zeit in den Genuss von Fördergeldern komme. Derzeit werden schon die Umgestaltung der Promenade und das Spielraumkonzept vom Land gefördert. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir ein drittes Mal dabei sind“, so der SPD-Mann.

„Wir stehen zu dem Anbau als solchem“, stellte CDU-Sprecher Peter Abke eingangs seines Statements zur Sache klar. „Wir haben hier aber die Chance auf eine 90-prozentige Förderung. Das sind fast 200 000 Euro. Haushaltspolitisch ist es nicht zu rechtfertigen, die eingestellten Haushaltsgelder jetzt freizugeben. Wir sitzen hier nichts aus. Doch wir müssen verantwortungsvoll mit dem Geld der Bürger umgehen.“

Ähnlich argumentierte FDP-Vertreter Josef Lammerding: „Wenn schon gebaut werden soll, dann sollte eine Förderung beantragt werden.“ Die BfA lehnt die kompletten Pläne für den Anbau weiter konsequent ab. „Wir sind mit den Plänen nicht einverstanden. Die Sicherheit im Haus könnte beispielsweise auch gewährleistet werden, wenn die Stühle auf der Tenne gelagert werden. Und eine Raum für die Künstler ist nicht erforderlich“, führte Hans-Ulrich Menke erneut aus.

So steht die Ampel für die Anbau-Pläne also weiter auf „Gelb“. Die Notwendigkeit für den Anbau wird von der Mehrheit anerkannt. Die Mittel wären im Haushalt vorhanden. Doch bevor die Sachlage „Förderung“ nicht abschließend geklärt ist, wird es kein „Grünes Licht“ für die Umsetzung geben.

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