Kabarettist Michael Feindler gastierte im Haus Siekmann
Mal tiefsinnig, mal gerade raus

Sendenhorst -

Begeistert, aber nachdenklich verließen am Sonntagabend die Zuhörer den Kabarettabend mit Michael Feindler im Haus Siekmann. Mit Vorträgen, Lyrik und Liedern seines Programms „Artgerechte Spaltung“ erreichte Feindler sein Publikum.

Montag, 13.11.2017, 15:11 Uhr

Michael Feindler erreichte das Publikum mit seinen tiefsinnigen oder einfach deutlichen Worten.
Michael Feindler erreichte das Publikum mit seinen tiefsinnigen oder einfach deutlichen Worten. Foto: Reinhard Baldauf

Begeistert, aber nachdenklich verließen am Sonntagabend die Zuhörer den Kabarettabend mit Michael Feindler im Haus Siekmann. Mit Vorträgen, Lyrik und Liedern seines Programms „Artgerechte Spaltung“ erreichte er sein Publikum. Mal tiefsinnig, mal einfach nur deutlich hielt der 28-Jährige der Gesellschaften einen Spiegel vor. Dabei ging es um arm und reich oder Egoismus ebenso wie um rechtes Gedankengut.

Als einen „ganz jungen hoffnungsvollen Mann“ stellte der Vorsitzende des Fördervereins von Haus Siekmann, Jürgen Krass , den gebürtigen Münsteraner vor, der heute in den neuen Bundesländern lebt. Man müsse auch dem Nachwuchs eine Chance geben, meinte Krass im Gespräch mit unserer Zeitung. Dies werde der Förderverein auch weiter so machen.

Michael Feindler erwies sich als ein Glücksgriff. Bei den vielen Thematiken, die der Kabarettist ansprach, konnte jeder etwas finden, das er schon erlebt hatte.

Von der Teilung der Welt in arm und reich zeigte sich Feindler betroffen. Die Ursachen hierfür sah er in vielen Entwicklungen. Dabei nahm er die Tafeln aufs Korn – aber nicht negativ. Die Lebensmittelmärkte spendeten für die Tafeln tonnenweise Nahrung. Doch ein großer Teil sei schon verdorben. Die Märkte sparten also die teuere Entsorgung und bekämmen dafür auch noch steuersparende Spendenquittungen. „Armut verhindert gesellschaftliche Teilhabe“, hielt er zu dieser Spaltung der Gesellschaft fest.

Menschen, die nur an sich denken, seien ihm zuwider. Für Feindler war klar: „Wir müssen diese Menschen endlich stoppen.“ Schließlich hätten einfach Nazis kein Recht.

Das Ertrinken von Flüchtlingen im Mittelmeer beschäftigte den Kabarettisten ebenfalls. „Es wird immer über Obergrenzen gesprochen und nicht über die Sorgen selbst“, meinte er zu den Menschen, die ihre Heimat verlassen. Ohne ihn beim Namen zu nennen, gab es auch einen Seitenhieb auf den US-Präsidenten.

Die schonungslose Analyse der Gesellschaft und der kapitalistischen Weltordnung klangen nie wie Neid oder Besserwisserei. Die intellektuellen Analysen bewegten sich zwangsläufig weg von rechtem Gedankengut.

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