Stand der Dinge bei der WLE
Auf Schiene

Sendenhorst/Albersloh -

Die Pläne für die Reaktivierung der WLE-Trasse sind weit vorangeschritten. Und es sei nicht vorgesehen, dort Dieselzüge einzusetzen, sagte Johann Ubben, Bereichsleiter Eisenbahnen bei der Westfälischen Landes-Eisenbahn. Er stellte Politik und Verwaltung den Stand der Dinge vor.

Freitag, 01.12.2017, 10:12 Uhr

Die Bahnlinie in Sendenhorst wird derzeit nur von Güterzügen genutzt. Derzeit wird intensiv daran gearbeitet, dass sich das in wenigen Jahren ändern könnte.
Die Bahnlinie in Sendenhorst wird derzeit nur von Güterzügen genutzt. Derzeit wird intensiv daran gearbeitet, dass sich das in wenigen Jahren ändern könnte. Foto: Anna Anders

Den Hinweis aus dem Publikum, statt der Diesel-Bahn doch besser auf E-Busse zu setzen, nahm Johann Ubben gerne auf. „Im Jahr 2020 wird niemand Dieselfahrzeuge beauftragen, die pro Stück ein paar Millionen Euro kosten und die 30 Jahre lang abgeschrieben werden müssen“, erklärte der Bereichsleiter Eisenbahnen bei der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE). Er war in die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt gekommen, um über den Stand der Dinge in Sachen Reaktivierung zu berichten. Und auch, um aus seiner Sicht kursierende Falschinformationen zu berichtigen. „Ich habe noch in keinem Gespräch gehört, dass der Nachtbus eingestellt wird.“ Warum auch, denn die Bahn fahre nachts ja gar nicht.

Apropos Diesel: Ubben ging davon aus, dass die Brennstoffzellen-Technik für den Antrieb der „Triebwagen“ Mitte kommenden Jahres zur Verfügung stehe und zugelassen werde. Zudem werde intensiv an der Akku- und Hybrid-Technik gearbeitet. „Die haben wir im Jahr 2021“, so der WLE-Mann.

Noch wird intensiv an den Plänen für den Neubau der Strecke gearbeitet. Und die sind durchaus komplex. Auf einer Länge von 22 Kilometern müssen sieben neue Haltepunkte gebaut werden. Es gibt zehn Eisenbahnüberführungen und 22 sogenannte Durchlässe, wie die „Brücken“ insgesamt genannt werden, die zum Teil auf den neuesten Stand gebracht werden müssen. Eine ganze Reihe bisheriger Bahnübergänge fällt weg, weshalb neue Seitenwege geschaffen werden müssen. Andere würden modernisiert – und sicherer. „Der Pfeifton fällt weg. Die Bahnübergänge werden technisch gesichert“, erklärte Ubben.

Bei den Verhandlungen mit den Grundbesitzern „haben wir eine sehr hohe Einigkeit“, sagte Ubben – aber bislang eben keine 100-prozentige, weshalb es weitere Gespräche gebe. Diese seien in anderer Hinsicht abgeschlossen. „Die Ausgleichsflächen sind benannt und stehen fest.“ Auch die Entwässerung sei geklärt. Das Schallschutzgutachten werde überarbeitet, weil mit der Schließung des Westfalen-Werks in Gremmendorf ein großer Kunde wegfalle – und es künftig vielleicht gar keine Güterzüge mehr gebe. „Die Bahn wird dort leiser.“ Die Lärmschutzwand im Bereich des Albersloher Kohkamps bleibe aber Bestandteil der Planung.

Die WLE wird im ersten Quartal alle Interessierten über den Stand der Dinge informieren. Zuvor sei die Stadt Münster am Zug, die mit den – zum Teil aufgebrachten – Bürgern Anfang des Jahres über das Buskonzept im Zusammenhang mit der Bahn reden werde.

Auch der künftige Busverkehr in Sendenhorst und Albersloh bei einer Reaktivierung der Schienenstrecke steht auf dem Zettel. In Sendenhorst erhält der neue Haltepunkt einen „Kombi-Bahnsteig“, der für den Zug 120 Meter und für die Busse 60 Meter lang ist. Höhengleich und barrierefrei können Reisende direkt umsteigen, wenn die Planung umgesetzt wird. „Zwischen der RVM und der WLE gibt es keine großen Probleme“, so Ubben.

Derzeit werde zum Beispiel auch überlegt, wie das St.-Josef-Stift per Bus an den Haltepunkt angebunden wird. Ein Taxibus-System für die Bauerschaften stehe ebenfalls auf der Agenda.

Die Kosten bezifferte Ubben – wie bisher – auf 40,2 Millionen Euro. Das sei weiter „valide“. Er hofft, dass die Beteiligten im kommenden Jahr ins Planfeststellungsverfahren einsteigen können.

Die notwendigen Unterlagen habe die WLE dann jedenfalls zusammen. Das allein reicht aber nicht. „Die Finanzierung muss dann stehen“, erklärte Ubben. Und dieser Part liege nun mal beim Land NRW.

Aus Sicht von Johann Ubben gibt es angesichts der zunehmenden Verkehrsströme in und vor allem auch in Richtung Münster keine Alternative zur Bahn. „Wir sind schneller und umweltfreundlicher. Und die Region profitiert erheblich davon.“

 

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